Am 14. Juni beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Die deutsche Nationalmannschaft steigt am 17. Juni in das Turnier mit dem Spiel gegen Mexiko ein. Dann soll auch wieder am Maxplatz auf der Fanmeile von Radio Bamberg bei allen deutschen Spielen gejubelt werden können. Die Veranstalter rechnen mit rund 5000 Zuschauern: "Wir wollen das Public Viewing wieder machen, sind aber noch in der Besprechungsphase", sagt Mischa Salzmann, Geschäftsführer von Radio Bamberg, zum Stand des Genehmigungsverfahrens. Es habe bereits eine Abstimmung mit der Stadt, aber auch gute Gespräche mit dem Stadtmarketing gegeben. Nun seien noch Details zu klären.


Ein "Kraftakt"

Was den Organisatoren Kopfzerbrechen bereitet: In diesem Jahr würden im Juli erstmals zwei Großveranstaltungen miteinander kollidieren. Dann, wenn die Nationalmannschaft ins Finale der WM am 15. Juli einzieht, würde das Spiel auf den Festival-Sonntag von "Bamberg zaubert" fallen. Und das erfordert von den Veranstaltern Radio Bamberg und Stadtmarketing einen gemeinsamen "Kraftakt", wie auch Stadtmarketingchef Klaus Stieringer sagt: "Bamberg zaubert" könne nun mal nicht verschoben werden, da die internationalen Künstler einen festen Tourplan hätten, in dem das Festival in Bamberg seit nunmehr 20 Jahren am dritten Wochenende im Juli festgeschrieben steht.

Um die Fanmeile seitens des städtischen Ordnungsamts zu genehmigen, muss jedenfalls eine Lösung für ein mögliches deutsches Finale her. Anscheinend konnten sich Radio Bamberg und Stadtmarketing bereits so weit einigen, dass "Bamberg zaubert" auf der Hauptbühne zwischen 15 und etwa 19 Uhr für die Fußballfans weichen wird. Was laut Stadtmarketingchef Stieringer kein größeres Problem darstellt, da zu dem Zeitpunkt auf der Bühne von "Bamberg zaubert" ohnehin kein Programm geplant sei. An den restlichen Auftrittspunkten, die sich in der Stadt verteilen, laufe das Festival parallel aber weiter.

Wenn sich "Bamberg zaubert" in die Fanmeile verwandeln sollte, erfordert das allerdings einigen logistischen Aufwand. So müssen laut Radio-Geschäftsführer Mischa Salzmann die Bierbänke des Festivals abgebaut, das Gelände umzäunt, außerdem Taschenkontrollen von den Securitykräften durchgeführt werden. So schreiben es die Sicherheitsvorgaben vor. "Flaschen oder Haarspraydosen am besten zu Hause lassen", sagt Salzmann. Auch die obligatorische Sicherheitsgebühr von drei Euro sind zu bezahlen. Nach dem Finale würde das Public Viewing wieder Platz für die Zaubershows machen. Dass die Koordination der beiden Großveranstaltungen gelingt, glaubt auch Stieringer: "Die Ampel steht auf Gelb. Ich bin sicher, sie springt auch auf Grün."


Großes öffentliches Interesse

Ordnungsamtsleiterin Christine Feldbauer sendet noch verhaltene, aber dennoch positive Signale für eine Genehmigung: "Dieser Sonderfall macht uns entsprechend viel Aufwand, deshalb schauen wir genau hin", sagt sie. Doch habe man es mit professionellen Veranstaltern zu tun. "Ich gehe davon aus, dass das hinzukriegen ist."

Dass die Genehmigung für ein Public Viewing am Maxplatz am Lärmschutz scheitern könnte, scheidet hingegen wohl aus: Für mögliche Spiele der Nationalmannschaft, die länger als 22 Uhr dauern (was maximal zwei Partien betreffen könnte), hat die Bundesregierung eine Verordnung herausgegeben, die erlaubt, den Lärmschutz bei öffentlichen Fernsehdarbietungen zu lockern. Im Einzelfall entscheiden aber weiterhin die örtlichen Behörden. Die Stadt sieht an einer Live-Übertragung der Deutschlandspiele auf dem Maxplatz ein entsprechend großes öffentliches Interesse. Aber: 30 Minuten nach Spielende muss der Platz geräumt sein.

Sollte Deutschland im Übrigen im Halbfinale scheitern, wird das Spiel um Platz 3 am Maxplatz nicht gezeigt - das wäre der Bamberg-Zaubert-Samstag. Mischa Salzmann glaubt aber ohnehin: "Das Spiel schauen die meisten eher zu Hause."



Streitfall Fässla-Keller Bamberg


Streitfall Auf dem Maxplatz wird es wohl wieder ein Public Viewing geben, doch woanders könnte es sein, dass der Fernseher während der Fußball-Weltmeisterschaft schwarz bleiben muss. Herbert Krapp, Wirt des Fässla-Kellers in der Moosstraße, fürchtet, dass er die Spiele der deutschen Mannschaft nicht zeigen darf. Zumindest hatte er dies auf Nachfrage beim Ordnungsamt erfahren. Anscheinend hatte zu Zeiten seines Vorgängers ein Anwohner vor Gericht geklagt.

Prüfung Dort scheint nun die bundesweite Ausnahmeregelung beim Lärmschutz nicht zu greifen. Ordnungsamtsleiterin Christine Feldbauer sagt: "Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen." Möglich also, dass im Fässla-Keller doch noch Fußball gezeigt werden darf.