In Franken gibt es derzeit gut ein Dutzend recht unterschiedlicher Projekte für Solidarische Landwirtschaft: Mal wird Obst und Gemüse unter den Mitgliedern aufgeteilt, mal das Ergebnis bäuerlicher Fleischproduktion, wieder ein andernmal Bier. Immer ist das Prinzip aber, dass Verbraucher die Kosten eines Hofes finanzieren und dafür die Erträge bekommen.


Bayreuth und der Itzgrund

Als eine der ersten Initiativen in der Region fand sich vor zwei Jahren eine Gruppe zur Solawi Büdenhof zwischen Itzgrund und Seßlach im Coburger Land zusammen: Heute wird auf dem Gemeinschaftshof mit Wohngemeinschaft umstrukturiert, es ist die Rede von neuer Leitung, neu gestalteten Gewächshäusern, neuer Strategie. Auch in Bayreuth ist die Solawi im Wandel: Hier steckt ein Verein hinter dem Hof, und bald soll erweitert werden. Heuer wurden erstmals Bienenstöcke neben dem Feld aufgestellt. Es gibt auch Solawis in Würzburg und Kitzingen, aber die meisten sind in Mittelfranken rund um die Metropolregion Erlangen-Nürnberg: Lesen Sie hier, warum die Arbeit der Solawi und des "Sommerbauern" Gerhard Rühleine kleine Revolution ist: Hier will niemand die immer größeren, effizienteren, billigeren Landwirtschaftsfabriken des globalen Agrarmarktes.
Eines der Projekte soll bald auch in Bamberg entstehen. Eine Gruppe aus dem Dunstkreis der Transition-Bewegung versucht gerade, in der Gärtnerstadt eine Solawi aufzubauen.


Eine Chance für die Gärtnerstadt

Transition ist eine weltweite Bewegung für eine solidarische, nachhaltige und lebenswerte Gesellschaft: In Bamberg entstand daraus bereits der Selbsterntegarten. "Dabei haben wir schon festgestellt, wie wichtig es ist, zu sehen, wo Lebensmittel herkommen", sagt Heike Kettner, eine der Solawi-Initiatorinnen. "Es ist eine Bereicherung." Diese Woche hat das zweite Gruppentreffen stattgefunden. "Der Schlüssel für eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Felder liegt darin, zu kleinteiliger, lokaler Versorgung zurückzukehren", findet Kettner. "Bamberg, die Gärtnerstadt, ist ideal dafür. Und es ist für die Gärtner auch eine Chance. Ein Zukunftsmodell."
Allgemeine Informationen zu allen Projekten gibt's auf www.ernte-teilen.org, speziell zur Bamberger Solawi unter "Gruppen" auf www.transition-bamberg.de. Kommendes Jahr soll die Solawi hier starten: Zwei Gärtner stehen schon bereit.