Eine grundlegende Neugestaltung erfährt derzeit das über 20.000 Quadratmeter große Areal am Berliner Ring zwischen Starkenfeld- und Pödeldorfer Straße. Wenn alle Neubauten auf dem Gelände fertiggestellt sein werden - voraussichtlich Anfang Mai des nächsten Jahres - wird sich vor allem die Nahversorgung für die Bevölkerung im Malerviertel und in Bamberg-Ost deutlich verbessert haben. Zum jetzt schon bestehenden Einzelhandels- und Dienstleistungsangebot werden ein Edeka-Markt als Vollsortimenter und ein DM-Drogeriemarkt kommen. In den Obergeschossen der Neubauten entstehen Büroräume und Arztpraxen.

Neubau auf der Brache

Die Bebauung an der Ecke Starkenfeldstraße/Berliner Ring stammt aus den 80er Jahren mit einem Fußboden-Fachhandel, Motorradfahrerzubehör, Spielothek sowie einem Getränke- und einem Lebensmittelmarkt. Früher lagen daneben eine Gärtnerei und das Gelände des Technischen Hilfswerks, das vor Jahren an den Stadtrand umgezogen ist. Die alte Betriebsfläche blieb über all die Jahre ungepflegt liegen und es entstand eine Brache.

Um die Neugestaltung des Areals kümmern sich zwei Investoren aus dem Bamberger Raum: Claudia Zauritz-Stadter sowie die Stark GeproBau GmbH & Co.KG. Während die Stark GeproBau ihre Grundstücke zwischen Starkenfeld- und Pödeldorfer Straße erst in den letzten Jahren erworben hat, befinden sich die rund 35 Jahre alten Bestandsbauten am Berliner Ring seit Langem im Besitz der Familie Stadter. "Die sind in die Jahre gekommen und nicht mehr zeitgemäß", sagt Seniorchef Edwin Stadter.

Er spricht von einer "städtebaulichen Aufwertung" durch die Neugestaltung. Die Planungen für das sich völlig verändernde Erscheinungsbild am Berliner Ring stammen aus dem Bamberger Büro "Bornhofen Architekten" . An der Ecke Pödeldorfer Straße wird gerade ein neues Gebäude hochgezogen: In das Erdgeschoss wird der Norma-Markt umziehen und sich dadurch vergrößern. Die Stockwerke darüber sind für zwei Arztpraxen und eine physiotherapeutische Praxis vorgesehen. Außerdem gibt es Büroflächen, die bis auf ein "Sahnestückchen" im dritten Obergeschoss bereits vermietet sind.

Der Fristo-Getränkemarkt wird nach Auskunft der Bauherrin umgestaltet und renoviert, die Räume des heutigen Aro-Fußbodenmarktes werden sich künftig zwei Fachgeschäfte für Textilien und Schuhe teilen. Für den Aro-Markt selbst sind die bisher von der Norma genutzten Verkaufsflächen vorgesehen. Alle übrigen Einzelhändler und Dienstleister bleiben an ihren bisherigen Standorten.

Um die durch die Neubauten wegfallenden Stellplätze zu kompensieren, erhält das alte Norma-Haus ein Parkdeck auf dem Dach. So werden auf dem Stadter-Gelände insgesamt 160 Parkplätze zur Verfügung stehen.

Im "hinteren" Bereich, auf den ehemaligen Flächen des THW und der alten Gärtnerei, errichtet die GeproBau von Raimund Stark nach dem Plan des Büros "Keidel Architekten Partnerschaft" zwei große Gebäude und 191 Parkplätze.

Das Grundstück der GeproBau ist 9500 Quadratmeter groß; 9500 Quadratmeter beträgt die Geschossfläche in den Neubauten. Den größten Teil des Grundstücks wird das an die Starkenfeldstraße grenzende Gebäude beanspruchen. Darin entsteht ein Edeka-Markt mit 2650 Quadratmetern Verkaufsfläche. Nach Auskunft des Bauherrn Raimund Stark hat die Stadt Bamberg die Niederlassung eines so genannten Lebensmittel-Vollsortimenters zur Auflage gemacht.

Ein Fußweg wird gebaut

Verwaltung und Stadtrat wollten an dem von großen Wohngebieten umgebenen Standort ein attraktives Einkaufsgebiet haben. Auch Stark selbst sieht die Lage als dafür hervorragend geeignet an, zumal von Richtung Katzheimer Straße her eigens ein Fußweg gebaut werden wird.

Das zweite Gebäude lässt Stark an der Pödeldorfer Straße bauen: mit 800 Quadratmetern Platz für einen DM-Drogeriemarkt, der nach der Schlecker-Insolvenz eine Lücke schließen wird. Attraktiv finden den Standort offenbar auch Unternehmen, die Büroräume in Bamberg suchen: Wie Stadter konnte Stark den größten Teil der Büroflächen in den jeweils vier Obergeschossen langfristig vermieten.

Damit wird deutlich, dass in Bamberg nicht nur Wohnungen fehlen, sondern auch moderne Büros, deren Raumaufteilung individuell zugeschnitten werden kann. Über die Kosten des Bauvorhabens will Stark nicht sprechen, nur so viel: "Es handelt sich um eine hohe Investitionssumme."