Kranker Maik aus Oberfranken sagt seiner alten Heimat für immer Lebewohl
Autor: Isabel Schaffner
Oberfranken, Sonntag, 02. August 2026
Eine Krankheit führt Maik (50) die Endlichkeit seines Lebens vor Augen. Ein oberfränkisches Wünschewagen-Team ermöglichte es ihm, dem Ort seiner Wurzeln ade zu sagen.
Maik leidet an der seltenen neurologischen Erkrankung Multiple Systematrophie (MSA). Laut der Webseite von "MSA Leben" sterben hierbei Nervenzellen in Bereichen des Gehirns ab. Das kann Probleme bei der Bewegung oder beim Gleichgewicht zur Folge haben.
"Seit der Diagnose 2023 weiß der 50-Jährige, dass seine Zeit begrenzt ist", hält der Bamberger Malteser Hilfsdienst in einem Bericht über eine besondere Wünschewagen-Reise fest. Statt zu verzweifeln, schreibe der Musiker weiter Lieder, Märchen und Texte. "Nur ein Wunsch ließ ihn nicht los: Noch einmal nach Ueckermünde", wo seine Kindheit begonnen habe und sein Herz zu Hause sei. Es sollte ein Abschied von seiner Heimat für immer werden - mit zauberhaften Momenten.
"Bei der Übergabe geweint": Malteser aus Oberfranken bescheren Maik emotionale Momente
Ein Team von den Maltesern in Waischenfeld (Landkreis Bayreuth) machte sich mit Maiks 17-jährigem Sohn auf ans fast 600 Kilometer entfernte Stettiner Haff im Nordosten von Mecklenburg-Vorpommern. Die Stadt Ueckermünde erlaubte sogar eine Übernachtung direkt am Strand, wie es heißt. Maik konnte dort unter freiem Himmel schlafen, genau an dem Ort, an dem er früher viele Stunden verbracht hatte.
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Während seines Aufenthalts traf er zwei seiner Schulfreunde und eine Schulfreundin wieder und konnte den Märchenpfad seiner Heimatstadt besuchen. Dort legte er einen selbst bemalten Stein ab, den er den "Stein seines Lebens" nannte. Viele berührende Gesten begleiteten laut den Maltesern die Reise. Zwei Mitarbeiter der Strandaufsicht spendeten etwa ihr Trinkgeld, um die Parkgebühren für den Herzenswunsch-Krankenwagen zu finanzieren.
Zum Abschied schenkten sie dem Patienten noch ein kleines Porzellanschiff mit der Aufschrift "Heimathafen". "Ich habe bei der Übergabe geweint", wird der Musiker zitiert. "Dieses Schiff wird so lange ich lebe einen Ehrenplatz haben." Wie sehr solch eine Fahrt beflügeln kann, bewies vergangenes Jahr auch ein todkranker Bamberger, der noch einmal ungeahnte Kräfte bekam.
Feuertaufe für neuen Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser in Bamberg
Der Ausflug von Maik war zugleich die Feuertaufe für den neuen Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser in Bamberg, ist im Bericht weiterzulesen. Das neue Fahrzeug wurde demnach speziell für Wunschfahrten entwickelt.Im Innenraum breite sich über den Gästen ein sanft beleuchteter Sternenhimmel aus. Das neue Tragensystem ermögliche zudem fast jede Liege- und Sitzposition - auch während der Fahrt, erklären die Malteser. Multimedia, Tablet, Radio und weitere Komfortfunktionen machten lange Fahrten deutlich angenehmer. "Die neue Trage ist deutlich komfortabler und wesentlich einfacher zu handhaben", gibt die stellvertretende Teamleiterin Jutta Sendner-Rau an.
"Gerade bei langen Fahrten können wir unsere Gäste viel individueller lagern. Das ist ein enormer Gewinn - sowohl für die Patienten als auch für das Team." Die Trage sei eine Spende der Spezialfirma Stollenwerk.