Kolping-Center Bamberg: Erste Wahl aus zweiter Hand
Autor: Jann Weckel
Bamberg, Freitag, 16. März 2018
Das Kolping-Center in der Siechenstraße eröffnet heute einen neuen Verkaufsbereich. Dort wird hochwertige Second-Hand-Kleidung angeboten.
Das Schaufenster des Kolping-Centers an der Ottokirche unterscheidet sich kaum von denen anderer Bekleidungsgeschäfte: "Vintage" steht auf der Scheibe geschrieben, dahinter stehen Schaufensterpuppen mit Damen-, Kinder- und Herrenmode. Nur wer ganz genau hinschaut, der findet an der Kleidung hier und da eine kleine Abnutzungserscheinung. Denn das Sortiment ist aus zweiter Hand.
"Premium Second Hand Mode" nennt das Kolping-Center das neue Angebot in den Räumen des ehemaligen Autohauses in der Siechenstraße 69. Doch warum Premium? "Entscheidend ist zum Beispiel der Zustand der Kleidung, ob es sich um ein Markenprodukt handelt oder ob es zeitgemäß ist", erklärt Wolfram Kohler, Geschäftsführer der Kolping-Dienstleistungs-Gesellschaft Bamberg. Klamotten aus zweiter Hand hatte Kolping bisher nur im Schnäppchenmarkt am Laubanger angeboten. Im Kolping-Center waren dagegen gebrauchte Möbel, Elektrogeräte und Antiquitäten verkauft worden. "Wir haben aber festgestellt, dass der Standort hier sehr attraktiv ist und die Nachfrage nach hochwertiger Second-Hand-Mode hoch ist", erklärt Kohler den Schritt, auf rund 250 Quadratmetern den neuen Bereich einzurichten.
"Das Angebot richtet sich an die gesamte Bevölkerung", erklärt Kohler. Doch natürlich liege ein besonderer Fokus auf den Menschen, die nur wenig Einkommen zur Verfügung haben.
Damit spiele das Kolping-Center, wie andere Sozialkaufhäuser, einen wichtige Rolle für die Gesellschaft, sagt Gabriele Kepic. Sie ist Bereichsleitung für Familie, Jugend und Senioren bei der Stadt Bamberg: "Diese Kaufhäuser sind wichtig, weil man dort günstig gute Dinge bekommt. Eine Stadt muss solche Angebote haben." Second-Hand sei außerdem ein Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Die Waren, die im Kolping-Center angeboten werden, stammen zum Großteil aus Spenden, Sammlungen und Haushaltsauflösungen, die Kolping als Dienstleistung anbietet. "Dabei stoßen wir auf viele gute gebrauchsfähige Gegenstände", sagt Wolfram Kohler. Das gelte auch für Kleidung, die nach bestimmten Kriterien vorsortiert wird. Die besten landen ab heute in der Siechenstraße. "Wir haben ein ständig wechselndes Angebot, weil jedes Stück ein Unikat ist", erklärt Kohler. Betreut wird der neue Bereich von Liane Folger, die die Kunden als Verkäuferin beraten wird. Abgerechnet wird nach einem besonderen System: Die Klamotten haben farbige Etiketten, die einem bestimmten Preis zugeordnet sind - von Lila (fünf Euro pro Stück) bis Hellblau (40 Euro).