"Kiosk Kunni" steht an der Dachkante des Häuschens am Adenauerufer. Die Graffitis an der Fassade sind verschwunden, überdeckt vom neuen Anstrich. Lange tat sich an dem Gebäude, das Eigentum der Stadt ist, wenig. Bauzäune, Mulden und Bauwagen statt Bier, Kaffee und warmen Gerichten.

Aber: "Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen" des Jahres 2018 würde der Kiosk am Adenauerufer wieder eröffnen, hatte Werner Kühhorn, Leiter des städtischen Immobilienmanagements, im Sommer des vergangenen Jahres versprochen. Und tatsächlich: Auch, wenn die Sonnenstrahlen noch kaum gegen die arktische Kälte ankommen, hat der Kiosk unter wolkenlosem Himmel den Betrieb aufgenommen.


Fit für den Frühling werden

"Wir haben still und heimlich eröffnet", sagt der neue Pächter Kajetan Glückert. Der 30-Jährige hat sich unter 18 offiziellen Bewerbern durchgesetzt. "Wir haben jetzt klein angefangen mit Kaffee und Kuchen und versuchen uns einzuarbeiten, damit wir im Frühling fit sind." Die große offizielle Eröffnung wird noch folgen, aber die ersten Gäste haben - eingepackt in dicke Winterjacken - schon den Weg zum Kiosk gefunden. Glückert ist mit dem Start zufrieden: "Bisher läuft es gut!"

Die Wiedereröffnung des Kiosks hatte sich lange hingezogen. Den Pachtvertrag mit Glückerts Vorgänger, der seit 2001 bestand, hatte die Stadt im Frühjahr 2016 wegen anhaltender Zahlungsrückstände gekündigt. Auch vereinbarte Renovierungen waren nicht vorgenommen worden.

Ein neuer Pächter mit neuem Konzept sollte her. Die Stadt renovierte das Gebäude für rund 150 000 Euro. Die Eröffnung war für den Sommer 2017 geplant, doch der Termin konnte nicht eingehalten werden. Die Suche nach einem Pächter lief nicht reibungslos, denn die Stadt hatte konkrete Vorstellungen zur Ausrichtung. Mehr als zuvor sollen Familien und ein bürgerliches Publikum angesprochen werden. Darum antwortet Glückert auf die Frage nach seinem Zielpublikum schlicht: "Alle!"