In die Muna ist der Frieden eingezogen
Autor: Werner Baier
, Mittwoch, 08. Sept. 2010
In Breitengüßbach steht jetzt ein seit 1935 militärisch genutztes Areal von 132 Hektar zur Verfügung. Erste Baumaßnahmen sind vollendet.
Einen Meilenstein in der Entwicklung von Breitengüßbach markiert die Einweihung des Bau- und Sondergebiets "Sonnenpark" am Sonntag, 12. September. Im Rahmen eines "Tags der offenen Tür" von 12 bis 20 Uhr ist ein Festakt ( Beginn 15 Uhr) vorgesehen. Dabei werden die drei Einzelprojekte, mit denen die bis vor wenigen Jahren militärisch genutzte Fläche von 132 Hektar einer zivilen Nutzung zugeführt worden ist, der Öffentlichkeit vorgestellt: das Neubaugebiet "Sonnenpark", in dem 50 Bauparzellen vorzugsweise für junge Familien ausgewiesen worden sind, ferner ein Biomasseheizwerk und der umgesiedelte gemeindliche Bauhof. Dessen Leiter Reimund Nüsslein bedauert es, bald in Rente gehen zu müssen: "Hier ist das Arbeiten ein Traum, da macht sie richtig Spaß". Alle Wünsche des Bauhofpersonals seien in Erfüllung gegangen, berichtete Nüsslein.
Biomasse-Heizwerk im Bunker
Die Kommune konnte das überwiegend bewaldete Areal für 1,1 Millionen Euro vom Bund erwerben, nachdem das 1935 von den Nationalsozialisten errichtete und später von der Bundeswehr weiter verwendete Munitionsdepot mit dem Ende des Kalten Krieges seine Bedeutung verloren hatte. Zeitweilig leisteten dort bis zu 400 Soldaten und Zivilisten Dienst. Das gesamte Depot mit seinen 82 unterirdischen Munitionsbunkern, die gut getarnt den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hatten, sowie eine Reihe von Offiziers- und Mannschaftsgebäuden, ein kleiner Militärbahnhof mit Panzerverladerampe - sie diente dem US-Standort Bamberg und dem Bundeswehrstandort Ebern - sowie viele Lagerstätten und Nebengebäude sind in das Eigentum einer eigens gegründeten Entwicklungsgesellschaft Breitengüßbach mbH übergegangen. Daran ist neben der politischen Gemeinde die Gewobau (Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft des Landkreises Bamberg) beteiligt.
Artenvielfalt im Wald
Für die gesamte Region erfreulich ist der Zugewinn eines Naherholungsgebietes von gut 125 Hektar Waldfläche. Was vorher mit einem drei Meter hohen Maschen- und Stacheldrahtzaun eingefriedet und sorgsam bewacht worden war, ist heute ein Refugium für Mensch und Natur: Zur Zeit untersucht ein wissenschaftliches Institut, welche Pflanzen und Tiere sich in dem abgekapselten Gebiet angesiedelt haben. Daraus kann sich der Zwang zu Schutzgebietsausweisungen ergeben. Ansonsten hofft die Betreibergesellschaft, aus dem Wald Biomasse für das Heizkraftwerk zu gewinnen. Allerdings hat der Bund vor der Übergabe an die Gemeinde nochmals gebührend durchforstet, so dass es einige Jahre dauern wird, bis genug Holz nachgewachsen sein wird.