Druckartikel: In der Schule wird es eng

In der Schule wird es eng


Autor: Harald Rieger

Memmelsdorf, Donnerstag, 06. August 2015

Die Schule in Lichteneiche klagt über Raumnot. Bei einer Ortsbesichtigung nahmen die Gemeinderäte die Situation in Augenschein. Für die zehn bisher fehlenden Mittagsbetreuungsplätze konnte eine Lösung gefunden werden.
Lehrer und Eltern klagen über beengte Platzverhältnisse in der Schule in Lichteneiche. Fotos: RiegerPress


Obwohl Ferien sind, beschäftigt sich der Gemeinderat von Memmelsdorf weiterhin mit seinen Schulen. So meldet beispielsweise die Schule in Lichteneiche gleich mehrfachen Handlungsbedarf. Ihr fehle unter anderem ein Mehrzweckraum für verschiedene Anlässe, der auch als Klassenzimmer genutzt werden könnte, berichtete Rektorin Karin Radler den Räten bei einem Ortstermin.

Anbieten würde sich ihrer Meinung hierfür ein Teil des Foyers im Erdgeschoss. Einziges Manko: ein nicht unerhebliches Akustikproblem. Der Hall sei hier so stark, dass man nur schwerlich das Gesprochene verstünde. Und wenn noch eine Unruhe hinzukomme oder jemand sich zusätzlich unterhalte, wäre der Geräuschpegel so hoch, dass niemand mehr etwas versteht. Wie sich das dann anhörte, konnten die Gemeinderäte gleich selbst erleben. Durch die Unruhe beim Ortstermin erhöhte sich die Geräuschkulisse des Schulfoyers derart, dass man hätte meinen können, sich auf einem Jahrmarkt zu befinden.

Ein Sorgenkind der Schule sind vor allem die beengten Platzverhältnisse der Ganztagsklassen. "75 Schüler müssen hierbei untergebracht werden. Und durch den Einzug der Schulbücherei steht nur ein Raum zur Verfügung, der viel zu klein ist", erläuterte Bürgermeister Gerd Schneider (parteilos). Dies fanden auch die Eltern der Schüler und prangerten gegenüber den Gemeinderäten ihren Unmut über diesen Missstand an. Sie forderten eine Auslagerung der Bücherei und zwar am besten noch zu Beginn des neuen Schuljahres. Sollte die Kirche nicht bereit sein, Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, könnten sich die Eltern auch eine Container-Lösung für die Bibliothek vorstellen.

Eine Königslösung, die zwar mit (hohen) Kosten verbunden ist, aber alle Probleme beheben würde, wäre ein Anbau an der Schule. Erste Pläne seien bereits ausgearbeitet, hieß es.

Wie es weitergeht und ob es letztendlich zu einem Schulausbau kommen wird, wurde bei dem Ortstermin nicht geklärt. "Uns ging es erst einmal darum, uns ein Bild vor Ort von den Problemen zu machen. Wenn die Gemeinderäte im Laufe der nächsten Sitzungen den Beschluss fassen, sie könnten sich grundsätzlich einen Anbau vorstellen, dann können wir erste Kosten erfassen lassen", so Schneider. Zudem wolle man in den nächsten Wochen Möglichkeiten prüfen, die Bücherei eventuell auszulagern.

Gute Nachricht

Eine konkrete Lösung indes gab es bei der Mittagsbetreuung an Grundschulen, wo bisher noch Nachfrage herrschte. Aktuell gibt es in der Gemeinde Memmelsdorf einen Bedarf an zehn Mittagsbetreuungsplätzen. Da es allerdings erst Fördermittel für Gruppen ab 25 Kindern bzw. Jugendlichen gibt, müsste die Gemeinde einen hohen fünfstelligen Betrag aus ihrer eigenen Tasche zahlen. Daher wurde eine Lösung ausgearbeitet, die vorsieht, dass die beiden Anbieter der Mittagsbetreuung, sprich der Regenbogen e.V. und die Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi), jeweils fünf weitere Kinder aufnehmen. Die zusätzlich notwendigen Anschaffungen und Kosten in Höhe von rund 4500 Euro werden von der Gemeinde übernommen.

Zudem konnte eine weitere Betreuungsmöglichkeit gefunden werden: und zwar in Gundelsheim. Denn dort sind noch zehn bis 15 Mittagsbetreuungs plätze in der Michael-Arneth-Grundschule bzw. dessen Kinderhort frei. Allerdings muss von der Gemeinde noch die Frage der Beförderung geklärt werden. Im September sollen auf einer Informationsveranstaltung der Bedarf geklärt und weitere Details besprochen werden.