Das war's: Am Donnerstag machte ein Bagger kurzen Prozess mit dem alten, jedoch schon seit Jahrzehnten leerstehenden Empfangsgebäude des Bahnhofs Ebing. Auch wenn der Haltepunkt nach dem viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke erhalten bleiben soll, mehr als ein Punkt in der Landschaft wird es nicht sein: ein Bahnsteig für den Zugang zu den Nahverkehrszügen, bestenfalls mit einigen überdachten Sitzgelegenheiten versehen.
Immerhin ist das Gespenst einer sechs Meter hohen Fußgängerbrücke, die nur über steile Treppenstufen zu erreichen ist, vom Tisch. Stattdessen soll künftig eine Unterführung einen barrierearmen Zugang zu dem gut 200 Meter langen Mittelbahnsteig und den Nahverkehrsgleisen ermöglichen.

Auch an anderen Orten der Großbaustelle zwischen Breitengüßbach und Unterleiterbach geht es rasant voran. Sämtliche alten Gleise sind bereits ausgebaut, teilweise lagern Schienen und alte Holzschwellen noch am Rand. In Unterleiterbach sind von der Unterführung zum Sportplatz aus bereits die von Norden kommenden neuen Gleise und der Wald der Oberleitungsmasten deutlich zu erkennen.

In Zapfendorf stand am Donnerstag das alte Bahnhofsgebäude noch. Es wird ebenfalls abgerissen. Am Bahnübergang Nord sind noch die verwitterten Hinweisschilder "Kein Zugang zu den Bahnsteigen" und "Bei Rückstau vor dem Bahnübergang halten" zu sehen. Noch rollt hier der Straßenverkehr über das alte Gleisbett auf die schmale Umleitungsstrecke in uns aus Richtung Rattelsdorf, während auf Höhe des Sportplatzes bereits die Rampen für die künftige Bahnüberführung Zapfendorf-Nord in die Höhe wachsen.

Weiter ist inzwischen der Bau der Hilfsbrücke im Süden von Breitengüßbach fortgeschritten. Am Mittwochnachmittag wurde das letzte Mittelstück zwischen den Rampen eingehängt. Die Anbindung an den Kreisverkehr war am Donnerstag bereist fast fertig asphaltiert. Die Brücke muss allerdings auch spätestens Ende kommender Woche einsatzbereit sein. Denn am 8. Februar soll die Brücke in der Ortsmitte mit der Kreisstraße BA 16 in Richtung Zückshut für den Fahrzeug-, Fußgänger- und Fahrradverkehr vollständig gesperrt werden.

Die Wiederfreigabe nach der Erneuerung wird sich dann wohl sogar bis nach dem Ende der Bahnsperrung hinziehen. "Bis längstens 31.12.2017" , soll die Sperrung andauern, heißt auf der Homepage der Gemeinde Breitengüßbach.

Der überörtliche Verkehr von und nach Zückshut und Hohengüßbach wird in dieser Zeit über Gundelsheim und Merkendorf umgeleitet. Im Ort soll der Verkehr dann mitten durchs Wohngebiet über die bislang recht ruhigen Straßen Erlein und Klingenstraße rollen. Die Rechts-vor-links-Regelung wird in dieser Zeit aufgehoben, Tempo 30 bleibt.

Massive Erdbewegungen gibt es bereits seit Dezember zwischen Unteroberndorf und Ebing. Hier entsteht das Herzstück dieses Bauabschnitts - das auch der Auslöser für die Vollsperrung Bahnlinie ist. Mit dem sogenannten Überwerfungsbauwerk soll das von Süden aus gesehen rechte ICE-Gleis über die bestehenden Gleise geführt werden. Bis dorthin werden auf der künftig viergleisigen Trasse die ICE-Gleise außen und die Nahverkehrsgleise innen geführt. Ab Unteroberndorf werden die ICE-Gleise dann parallel zur alten Strecke bis nach Ebensfeld verlaufen, wo dann die Neubaustrecke der Bahnverbindung Nürnberg - Erfurt in Richtung Thüringer Wald abzweigt, während die alte Strecke weiterhin über Lichtenfels in den Frankenwald verläuft.

Die nächste große Herausforderung an der Bahnbaustelle wird dann die Erneuerung der Autobahnbrücke bei Breitengüßbach-Nord sein. Ab Frühjahr werden nacheinander die Fahrbahnen in beide Richtungen erneuert. Für den Verkehr auf der A 73 steht dann für Monate nur jeweils eine Fahrspur zur Verfügung.