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Fundament für "Zelt der Religionen" am Markusplatz in Bamberg


Autor: Marion Krüger-Hundrup

Bamberg, Sonntag, 11. Mai 2014

Das "Zelt der Religionen", ein Besuchermagnet auf der Landesgartenschau 2012, bleibt erhalten. Nun trafen sich die Bamberger Vertreter von Judentum, Christentum und Islam zum Baustellenfest am Markusplatz.
Die Bodenplatte für das "Zelt der Religionen" ist am Markusplatz deutlich zu sehen. Bald wird das Zelt aufgebaut.  Fotos: Hubertus Lieberth


Saime Göysu hat sich für dieses Baustellenfest am Markusplatz so richtig ins Zeug gelegt. Die muslimische Türkin knetete Teig, mixte Lebensmittelfarben, formte Bällchen und setzte jeweils drei davon zum "Zelt der Religionen" zusammen.

"Ich habe meiner Frau dabei geholfen", sagt Birol Göysu mit einem gewissen Stolz. Backen ist nun einmal nicht unbedingt Männeraufgabe. Doch schließlich gehörte er während der Landesgartenschau zum Präsenzdienst am "Zelt der Religionen". Und da dieser Treffpunkt für Juden, Christen und Muslime nun dauerhaft in Bamberg erhalten bleibt, will Birol Göysu schon einmal mit Gebäck dazu beitragen, dass das neue Flair am Markusplatz Akzeptanz findet.

Das bunte Zelt mit Schriftzeichen und Symbolen der drei monotheistischen Religionen ist ein gemeinsames Projekt der Israelitischen Kultusgemeinde, der Evangelischen und Katholischen Kirche sowie der Türkisch-Islamischen 1#googleAds#100x100 Gemeinde in Bamberg.

Zelt als sichtbares Zeichen

Als sichtbares Zeichen interreligiöser Zusammenarbeit und Freundschaft war es ein Besuchermagnet auf der Landesgartenschau 2012. Der Wunsch, dieses Zelt in die Zukunft zu retten, wurde vielfach geäußert.
So gründeten die Religionsvertreter im Januar 2013 den "Förderverein Zelt der Religionen e.V." mit dem Ziel, das Zelt an einem neuen Standort zu errichten und damit einen besonderen Ort der Begegnung und des Dialogs im interreligiösen Kontext zu schaffen.

"Die Stadt Bamberg hat uns von Anfang an unterstützt", erklärt Vereinsvorsitzender Gerhard Förch, Dompfarrer und Regionaldekan. So sei der Markusplatz als geeigneter Standort ins Spiel gebracht worden, zumal dort auch die Evangelische Studierendengemeinde (ESG) mit ihren Räumlichkeiten angesiedelt ist. "Die Stadt hat sogar die Stellplatzablöse gestundet", freut sich Förch, der sich den Vereinsvorsitz mit Otfried Sperl, Dekan des evangelisch-lutherischen Dekanates Bamberg, mit Arieh Rudolph, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde, und Mehmet Cetindere, Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde, teilt.

Inzwischen ist die Bodenplatte für das Zelt aus Beton gegossen. Kreisrund prangt sie auf der Rasenfläche. In den nächsten Wochen wird auch das Zelt aus dem Lager geholt und aufgerichtet. Am 22. Juni steigt um 18 Uhr das Einweihungsfest - genau eine Woche vor dem Fastenmonat Ramadan, "damit auch die Muslime mitfeiern können", erläutern Pastoralreferentin Barbara Göb und Diakonin Andrea Hofmann, die zum Programmausschuss des Fördervereins gehören.

Dieser Ausschuss plant das "Zelt der Religionen" als ein lebendiges, interreligiöses Forum, das offen und gastfreundlich sein soll. Und auch eine "Anlaufstelle für Besucher innerhalb des Bamberg-Tourismus", betonen die beiden Organisatorinnen.

Uni und ESG integriert

Es wird Vorträge, Feste, Konzerte geben, Gottesdienste, Abendgebete, Gespräche und mehr. Dabei hat der Förderverein auch das Universitätszentrum für interreligiöse Studien und das Trialog-Forum der ESG mit ins Boot geholt.

Möglicherweise wird es ein Programm zur Sandkerwa geben sowie zur nächsten "Woche der Brüderlichkeit". Vorgabe für alle Veranstaltungen ist eine Maxime: "Sie sollen vom Geist der gegenseitigen Achtung und Toleranz getragen sein", so Göb und Hofmann.

Dass das "Zelt der Religionen" nicht zum Nulltarif zu haben ist, macht Rudolf Gardill klar. Der Schatzmeister des Fördervereins nennt die bisherigen Kosten von rund 80 000 Euro, die von Zuschussgebern wie die Oberfrankenstiftung, Sparkassenstiftung Bamberg, Weltkulturerbestiftung oder dem Ökumenereferat der Evangelisch-Lutherischen Kirche Bayern mit getragen werden.

Auch die rund 80 Mitglieder des Fördervereins und Spender tragen ihren Obolus bei. "Für die inhaltliche Arbeit brauchen wir auch weiterhin Spenden", sagt Gardill. Immerhin sei es durch "geschickte Planung und das Entgegenkommen der Firmen" möglich gewesen, die veranschlagten Baukosten zu drücken.