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Fund am Bamberger Rathaus: Archäologen stoßen auf Skelette


Autor: Sara Loesenbeck

Bamberg, Montag, 23. März 2026

Grabungen am Bamberger Rathaus haben historische Funde zutage gefördert. Neben Fundamenten wurden auch menschliche Überreste des ehemaligen Friedhofs entdeckt.
Eva Uihlein und Dr. Stefan Pfaffenberger im nördlichen Bereich der Grabung. Freigelegt wurden unter anderem Teile eines Kellers eines spätmittelalterlichen Bürgerhauses.


Grabungen am Bamberger Rathaus haben einen spannenden Blick in die Vergangenheit ermöglicht. Das teilt die Stadt in einer aktuellen Pressemitteilung mit. Im Rahmen von Arbeiten zur Verlegung einer Fernwärmeleitung durch die Stadtwerke Bamberg sei man auf mehrere menschliche Überreste und Relikte spätmittelalterlicher Bebauung gestoßen - aus einer Zeit, als die Stiftskirche Alt St. Martin noch Teil des Maxplatzes war.

Wie aus der Mitteilung hervorgeht, hat Stadtarchäologe Stefan Pfaffenberger "ein wachsames Auge" auf die Baustelle am Rathaus Maxplatz gehabt, denn wie er beschreibt, bestand "der begründete Verdacht, dass im Umfeld von Alt-St. Martin, wo sich ein großer Friedhof befand, Entdeckenswertes ans Tageslicht kommt". Auch in Rothenburg ob der Tauber haben archäologische Untersuchungen kürzlich bemerkenswerte Funde hervorgebracht. Im Zuge der Neugestaltung des Kapellenplatzes wurden die Fundamente eines besonderen mittelalterlichen Bauwerks entdeckt. 

Menschenknochen am Bamberger Rathaus - geordnet und wild durcheinander

Auch in diesem Fall wurde Interessantes zutage gefördert. Wie Eva Uihlein von der Archäologischen Dokumentation Scherbaum berichtet, seien südlich des Haupteingangs des Rathauses fünf bis zehn Skelette gefunden worden. Vor Weihnachten 2024 war man auf dem Bamberger Domberg im Umfeld der damaligen Burgkapelle bei Grabungen auf ähnliche Funde gestoßen. Damals wurden etwa 1000 Jahre alte Skelette gefunden. 

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Nach den ersten Grabungen sei das Baufeld den Archäologen übergeben worden, heißt es in der Mitteilung. "Die Skelette waren teils im geordneten Zustand in der Ost-West-Ausrichtung ausgelegt, teils lagen Skelettteile wild durcheinander, wie es für einen dicht belegten und über Jahrhunderte hinweg genutzten Friedhof typisch ist", beschreibt Pfaffenberger den Fundort. 

Das Alter lasse sich, so die Stadt Bamberg, bislang nur vage eingrenzen. Die geborgenen Überreste werden zunächst beim Landesamt für Denkmalpflege eingelagert und anschließend zur weiteren wissenschaftlichen Untersuchung in die Staatssammlung für Anthropologie in München gebracht, geht aus einer Mitteilung der Stadt hervor. Erst danach könne das Alter der Skelette genauer bestimmt werden. Die Pfarrei Alt-St. Martin und der Friedhof hatten vom 13. Jahrhundert an bis 1802 Bestand, so der Stadtarchäologe.

"Nur rudimentär dokumentiert": Weitere Überreste unter Maxplatz vermutet

Im Zuge der Säkularisation wurde die Bamberger Kirche schließlich "abgerissen", so Pfaffenberger. Aufgrund des ehemaligen Friedhofs vermutet man dort zahlreiche menschliche Überreste in der Erde. Mit dem Katharinenspital und dem Priesterseminar mit dem Weihbischofshof als Vorläufer des Rathauses am Maxplatz entstand nach dem Abriss der Martinskirche die bestehende Randbebauung des Maxplatzes. 

Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, seien weitere Grabungen inmitten des Maxplatzes jedoch nicht möglich. Anstelle des Friedhofs erstreckt sich heute die 1969 errichtete Parkgarage. Seitens der Stadt Bamberg heißt es hierzu, dass bei dem Bau der Tiefgarage womöglich viele vorhandene menschliche Überreste nicht beachtet und mit ihnen "unsensibel umgegangen" wurde.

"Es fanden keinerlei archäologische Untersuchungen der Gräber statt, und auch die freigelegten Fundamente der Martinskirche wurden nur rudimentär dokumentiert. Die Funde wurden nicht wissenschaftlich aufgearbeitet", so der Stadtarchäologe. Daher sei es ihm umso wichtiger, zumindest einen Eindruck davon zu bekommen, was am Rande des Platzes noch in der Tiefe schlummert. 

Neben menschlichen Überresten: Mittelalterliche Baureste entdeckt

Neben den Skeletten südlich des Rathaushaupteingangs wurden im gegenüberliegenden Bereich auch Reste mittelalterlicher Bebauung entdeckt. Dabei legten die Archäologen Sandsteinmauern sowie einen Keller mit Gewölbeansatz frei, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

"Bevor das Priesterseminar gebaut wurde, befanden sich am Rande des Friedhofs Bürgerhäuser, wie sie auch im Zweidler-Plan von 1602 dargestellt sind", erklärt Pfaffenberger. Der Zweidler-Plan ist benannt nach dem Kartografen Peter Zweidler und stellt den ersten Stadtplan von Bamberg dar. Neben der Berg- und der Gärtnerstadt ist darauf auch die Inselstadt mit dem massiven Kirchenbau von Alt-St. Martin zu sehen. 

Die Erkenntnisse aus den Grabungen fließen in einen wissenschaftlichen Bericht ein. Eine Zusammenfassung davon werde es künftig unter anderem in den Berichten des Historischen Vereins zur Pflege der Geschichte des ehemaligen Fürstbistums Bamberg geben, so die Stadt Bamberg. Damit sei es wieder gelungen, "ein weiteres Detail aus Bambergs reicher Geschichte zugänglich zu machen."