Ein Schmuckkästchen strahlt auf
Autor: Joseph Beck
Memmelsdorf, Dienstag, 10. Juli 2018
Kremmeldorf putzte sich für die 125-Jahrfeier der Herz-Jesu-Kirche fein heraus.
Die Festlichkeiten zum 125. Jubiläum der Herz-Jesu-Kirche in Kremmeldorf begannen am Freitag mit der Herz-Jesu-Messe, die in dem kleinen Dorf jeden Monat zelebriert wird. Dieses Mal wurde sie von Pfarrer Peter Barthelme in Konzelebration mit Combonimissionar Pater Andreas Thorwarth gehalten. Die Chorgemeinschaft Kremmeldorf unter der Leitung von Franz-Josef Bickel sang während des Gottesdienstes mehrere Lieder.
Bei der anschließenden Agape trafen sich viele auf dem Platz zwischen Kirche und Jugendheim. Zur "besonderen Überraschung" versammelten sich alle gegen 22 Uhr wieder in der Kirche, die durch Rene Knauer mithilfe verschiedenfarbiger Strahler beleuchtetet wurde. Pfarrer Peter Barthelme, Gudrun Einwich und Werner Stumpf trugen dann meditative Texte vor und Bodo Kabelitz, ehemaliger Musiker bei den Bamberger Symphonikern, umrahmte den Abend auf seinem Cello mit der Kurant von Johann Sebastian Bach.
Flammendes Rot
Der Chorbogen war ständig in blaues Licht getaucht, während die Lichtregie von der Schmerzhaften Muttergottesstatue zu der des Christ-Königs und schließlich zum Hochaltar wanderte, der schließlich in flammendem Rot angestrahlt wurde. Von den Eindrücken und Gedanken tief bewegt klang so der erste Festtag aus.Am Kirchweihsonntag waren viele Häuser von Kremmeldorf beflaggt. Da in der kleinen Dorfkirche nicht alle Gläubigen Platz fanden, wurde die Festmesse per Lautsprecher auch nach außen übertragen. In seiner kurzen, aber prägnanten Festpredigt erinnerte Pfarrer Barthelme zunächst an die Entstehung des Kirchenbaus. Die Kremmeldorfer wollten ein eigenes Gotteshaus, um nicht mehr zu den Gottesdiensten nach Peulendorf laufen zu müssen. Er lobte das Kirchlein als Schmuckkästchen, das nicht so nüchtern sei wie manche Beton-Hallen-Kirche. "Unser Ziel soll sein", so Barthelme in seiner Predigt, "aus dem Gottesdienst etwas in die Dorfgemeinschaft hineinfließen zu lassen, von der Kirche ein Licht ausstrahlen zu lassen."
Einmaliges Klangerlebnis
Der Kirchenchor führte zusammen mit Franz Blaschko und Streichern die "Missa suavis est dominus - Süß ist der Herr" des Banzer Benediktinerpaters Valentin Rathgeber auf. Der klangvolle, alle Höhen und Tiefen gut parierende Chor und die auf hohem Niveau spielenden Musiker ließen die Zuhörer an einem einmaligen Klangerlebnis teilhaben. Sie ernteten am Schluss verdienten Applaus für ihre Darbietungen.Pfarrer Barthelme dankte ihnen deshalb ebenso wie dem Kapellenbauverein mit ihrer rührigen Vorsitzenden Gudrun Einwich, der Freiwilligen Feuerwehr, die die Kirchweih mit ausrichtete und allen Helfern, die sich immer wieder um die Instandhaltung des Gotteshauses kümmern, sowie allen Gläubigen für ihren Besuch.
Beim Mittagessen, Kaffee und Kuchen und auch abends herrschte auf dem Platz am Feuerwehrhaus reger Betrieb, da an allen Tagen schönstes Sommerwetter herrschte, die Nuss- und Kastanienbäume angenehmen Schatten spendeten und alle sich toll unterhalten konnten. Gudrun Einwich bilanzierte: "Es war eine tolle 125 Jahrfeier unserer Kirche!"