Mit einer kurzweiligen Festveranstaltung haben die Memmelsdorfer Narren die Faschingszeit eröffnet. Der älteste MCC-ler wurde dabei besonders geehrt, das neu inthronisierte Prinzenpaar präsentierte sich seinem Volk und vom Publikum umjubelt feiert zwei Jahre nach dessen Rückzug ein beliebter Büttenredner die Rückkehr auf die Bühne der Seehofhalle.

Florian Nickoleit hieß als Erster Vorsitzender ein gut gelauntes Publikum willkommen. Insbesondere begrüßte er Bürgermeister Gerd Schneider mit einer Vielzahl der Gemeinderäte, Landrat Johann Kalb und MdL Holger Dremel. Seit dem Gründungsjahr 1964 ist Martin Rudel aktiver MCC-Elferrat, bekleidete über lange Zeit darüber hinaus weitere verantwortliche Positionen und ist so seit mehr als 55 Jahren dem Verein verbunden. Ihm wurde die Ehre zuteil, das Buffet zusammen mit seiner Tochter zu eröffnen. Zudem erhielt der 91-Jährige aus den Händen von Bezirkspräsident Norbert Reger den Verdienstorden des Fränkischen Fastnachtsverbands.

Engagement hinter den Kulissen

Nachdem das von vielen Freiwilligen gestaltete und eindrucksvoll in Szene gesetzte Buffet erstürmt worden war, erhielten stellvertretend für das gesamte Team drei langjährige Helfer für ihr unermüdliches Wirken hinter den Kulissen einen Orden des Fastnachtsverbands überreicht.

Aber natürlich darf im Fasching der Humor nicht fehlen: Ein Weinfest der besonderen Art wurde vom Sitzungspräsidenten Hans-Werner Müller angekündigt. In einer Weinwirtschaft in Unterfranken treffen die Größen des Memmelsdorfer Gauditums unerwartet aufeinander. Die Wirtin (Marlene Groh) und ihr mit kuriosen Lebensweisheiten reich gesegneter österreichische (!) Kellner - Wolfgang Tröger mit herrlichem Wiener Schmäh - haben es mit einem hartnäckigen Gast zu tun. Denn ein gewisser Franz Branntwein (Pfarrer Marianus Schramm meldet sich zurück) blockiert schon seit Tagen in schläfriger Weinseligkeit einen Tisch. Da stoßen die Dorfraatsch'n Rettl und Marri dazu ("Ich hob' ja scho' mit Hugo vorgeglüht - ob deer sich scho' widder erholt hot?").

Überraschung geglückt

Voll wird die Kneipe, als auch noch die Memmelsdorfer Mafia nach dem Bockbieranstich auf einen Absacker auftaucht. Die können ihre Herkunft aus Bierfranken nicht verleugnen ("was ist das Beste an einer fränkischen Weinprobe? - das Bier danach ...!"). Und tatsächlich schmeckt dem Clan mit sizilianischen Wurzeln der servierte Wein nicht - er korkt. Darauf der Ober im breiten Wienerisch: "Aber bitte, des kann gor net sei' - hab ihn doch g'rad' erst aus dem Tetrapack eing'füllt".

Die Überraschung ist geglückt: Gerda Hofmann und Claudia Gunzelmann als lebenslustige Omis sowie Anna Nickoleit, Florian Nickoleit, Thomas Müller und Christopher Müller als Mafiosi, denen man nicht böse sein kann, unterstützt von Herbert Müller am Keyboard - dieses Gesamtpaket hat es bei einer Faschingseröffnung noch nie gegeben und es wurde daher vom Publikum gefeiert.

Pünktlich um 11.11 Uhr sollte jedoch der Höhepunkt der Veranstaltung noch folgen: Die Inthronisierung der Prinzenpaares der Session 2019/2020 wurde vom Licht/Ton-Team spektakulär inszeniert. Aus den Nebelschwaden heraus geleitete Prinz Thomas I. seine Prinzessin Susan I. durch das Spalier der Prinzengarde auf die MCC Bühne. Souverän meisterten "Seine Tollität und Ihre Lieblichkeit" ihren Eröffnungsprolog und beschlossen den traditionell mit einem "dreifach donnernden "Memmelsdorf - Hellau!"

Funkenmariechen hoch drei

Vorgestellt wurden vom Sitzungspräsidenten zudem die erstmals dreifach besetzten Funkenmariechen Hanna Schiller, Pauline Pager und Jasmina Barbu. Den tänzerischen Höhepunkt lieferte die Prinzengarde mit dem aktuellen Gardemarsch zur Ouvertüre von Rossinis Wilhelm Tell.

Getanzt wurde danach allerdings noch vom Publikum zur Musik vom Remy-Duo bis in den frühen Morgen. Ihre Höhepunkte erlebt die Faschingszeit in Memmelsdorf im neuen Jahr mit der MCC-Gala und einem Programm voller Tanzaufführungen, Sketche und Büttenreden in der Seehofhalle am 8. Februar 2020 sowie bei dem vom Ortskulturring organisierten Umzug am Faschingssonntag.