"Wut und Fassungslosigkeit" - Einbruch in Feuerwehr im Kreis Bamberg
Autor: Moritz Kircher
, Mittwoch, 30. Sept. 2026
Kriminelle sind mit einem Einbruchversuch ins Feuerwehrhaus Schlüsselfeld gescheitert. Mit ihrer schnellen Reaktion haben die Kameraden womöglich weitere Straftaten vereitelt.
In der Nacht auf Mittwoch (30. September 2026) haben Einbrecher versucht, in das Feuerwehrhaus Schlüsselfeld (Landkreis Bamberg) einzusteigen. Der oder die Täter haben dafür die Glasscheibe einer Tür eingeschlagen. Sie zogen jedoch ohne Beute wieder ab. Wie die Feuerwehr Schlüsselfeld in sozialen Netzwerken schreibt, habe die Alarmanlage sofort Kameraden alarmiert, die binnen kürzester Zeit vor Ort gewesen seien. Auch die Polizei sei umgehend informiert worden. "Vermutlich durch das akustische Signal aufgeschreckt, sind die Täter ohne Beute geflohen."
Nach Angaben der Polizeiinspektion Bamberg-Land machten sich Einbrecher gegen 2 Uhr an der Hintertür des Gebäudes zu schaffen. Weil offenbar der Verdacht bestand, die Kriminellen könnten sich noch im Gebäude befinden, umstellte die Polizei das Schlüsselfelder Feuerwehrhaus in der Bamberger Straße. Allerdings waren die Täter da offenbar schon geflüchtet. Eine Absuche im Haus verlief ergebnislos.
Polizei umstellt Feuerwehrhaus: Immer wieder Einbrüche bei Feuerwehren in der Region
"Die Wut und Fassungslosigkeit bei uns ist riesig", heißt es bei der Feuerwehr Schlüsselfeld. Und sie warnt die Kriminellen: "Unsere Hallen sind gesichert, alarmgesichert und rund um die Uhr im Blick von Kameraden, die unweit entfernt wohnen."
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Obwohl Feuerwehrhäuser kein leichtes Ziel sind, werden sie immer wieder von Einbrechern heimgesucht – auch in Franken. Im April 2025 verschafften sich Einbrecher Zugang zum Feuerwehrhaus Baunach (Kreis Bamberg). Im Januar 2025 wurde die Feuerwehr Baiersdorf (Kreis Erlangen-Höchstadt) Opfer von Einbrechern. In Münchsteinach (Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) wurde im Februar 2024 eingebrochen.
Gleich drei Einbrüche in einer Nacht in Feuerwehr-Gerätehäuser gab es im November 2023 im Landkreis Main-Spessart. Einbrecher verschafften sich Zugang zu den Gebäuden in Karlstadt, Eußenheim und Gemünden am Main.
Was Kriminelle mit Rettungsspreizern und hydraulischen Scheren wollen
Offenbar haben es die Kriminellen jedes Mal auf sogenannte Rettungsspreizer und hydraulische Scheren abgesehen, mit denen die Feuerwehr beispielsweise bei Verkehrsunfällen eingeklemmte Menschen aus Autos rettet. Neben dem Sachschaden an den Gebäuden entsteht dabei schnell ein Entwendungsschaden im fünfstelligen Eurobereich.
Doch was wollen Kriminelle mit dem schweren Rettungsgerät der Feuerwehren? Gibt es möglicherweise einen Schwarzmarkt? Prominente Einbruchsdiebstähle aus der Vergangenheit deuten auf einen anderen Hintergrund hin. Nach einem Bericht der Deutschen Presseagentur aus dem Jahr 2021 sind hydraulische, akkubetriebene Spreiz- und Schneidgeräte der Feuerwehr bei Kriminellen beliebt, weil sich damit leicht Türen aufbrechen und dicke Metallstreben durchtrennen lassen.