Bamberg: Kleinkind tot geschüttelt? Urteil gegen Pflegemutter gefallen
Autor: Julia Gebhardt, Alexander Milesevic, Agentur dpa
Bamberg, Freitag, 09. Januar 2026
Mit schweren Verletzungen wird ein 21 Monate altes Mädchen ins Krankenhaus eingeliefert - Tage später stirbt das Kind. Das Gericht schickt die Pflegemutter ins Gefängnis.
Update vom 09.01.2026: Frau nach Tod von Pflegekind zu sechs Jahren Haft verurteilt
Wegen Totschlags an ihrer 21 Monate alten Pflegetochter ist eine Frau vom Landgericht Bamberg zu einer Gefängnisstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Schlussplädoyer eine Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren gefordert, die Verteidigung hatte einen Freispruch beantragt, wie ein Justizsprecher mitteilte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Das kleine Mädchen war drei Wochen vor ihrem Tod zu der Pflegefamilie gekommen. Im Dezember 2024 alarmierten die Pflegeeltern den Notruf und erklärten, dass das Kind leblos sei. Zwei Tage später starb das kleine Mädchen im Krankenhaus.
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Die Ermittlungsergebnisse und die Darstellung der 33 Jahre alten deutschen Angeklagten wichen stark voneinander ab. Dies war zu Beginn des Prozesses deutlich geworden. Die Staatsanwaltschaft war überzeugt davon, dass die Pflegemutter die kleine Klara am Abend des 8. Dezember so heftig geschüttelt hat, dass sie schließlich an ihren Verletzungen starb. Die 33-Jährige soll den Tod des Mädchens billigend in Kauf genommen haben.
Angeklagte wies Vorwurf zurück
Zum Prozessauftakt am Landgericht Bamberg erklärte die Frau über ihre beiden Verteidiger: "Ich bin erschüttert über den Vorwurf, der mir gemacht wird." Sie habe keinen Grund gehabt, das Kind zu schütteln, es sei kein Schreikind gewesen. Den Vorwurf des Totschlags wies sie zurück.
Update vom 18.11.2025: Pflegemutter in Bamberg vor Gericht
Im Prozess um den Tod eines Pflegekindes hat die 33 Jahre alte Pflegemutter den Vorwurf zurückgewiesen, sie habe das Kind so stark geschüttelt, dass es an den Verletzungen gestorben sei. Sie sei erschüttert über den Vorwurf und weise diesen zurück, erklärten die Anwälte der Frau für ihre Mandantin. Sie habe keinen Grund gehabt, das Kind zu schütteln, es sei kein Schreikind gewesen.
Der Tag des Todes des Kindes und ihre Festnahme seien der Tiefpunkt ihres Lebens, ließ die Frau aus dem Landkreis Bamberg ihre Verteidiger erklären. "Das Wohl der Kinder war mir das wichtigste." Zusammen mit ihrem Mann hatte die Frau noch zwei weitere Pflegekinder, als es 2024 zu dem tödlichen Vorfall kam.
Vorwurf Totschlag - leibliche Mutter als Nebenklägerin
Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten in dem Prozess vor dem Landgericht Bamberg Totschlag vor. Die Verletzungen des Kindes soll die 33-Jährige billigend in Kauf genommen haben.