Ein Landwirt verliert Getreide auf der Straße. Eine gefährliche Situation. Die Feuerwehr sperrt den Bereich in einer Gemeinde im Kreis Bamberg für die Reinigung. Dann wird's ärgerlich für die Einsatzkräfte.
Die Ernte in Franken läuft auf Hochtouren. Und immer wieder kommt es dabei vor, dass Traktorgespanne auf der Straße unfreiwillig Ladung verlieren, die zur Gefahr für Verkehrsteilnehmer werden kann. Dann ist die Feuerwehr gefragt. Eine Einheit aus dem Landkreis Bamberg machte bei einem solchen Einsatz eine frustrierende und eine erfreuliche Erfahrung.
Thüngfeld, ein Ortsteil von Schlüsselfeld im Landkreis Bamberg: Ganz in der Nähe des Feuerwehrhauses zieht sich eine Getreidespur die Straße entlang. "Im Bereich des Bahnübergangs fanden wir eine massive Fahrbahnverschmutzung vor", schreibt die Feuerwehr Schlüsselfeld in den sozialen Medien. Beim folgenden Einsatz sei "leider wieder etwas sehr Ärgerliches passiert".
"Absperrungen als Hinweis aufgefasst": Feuerwehr Schlüsselfeld mit Beobachtung
Doch warum reinigt überhaupt die Feuerwehr die Straße, wenn ein Landwirt Ladung verliert? Die Feuerwehr ist zuständig, weil "es sich um Maßnahmen der Gefahrenabwehr und nicht um eine allgemeine Straßenreinigung" handele, teilt Sebastian Pflaum auf Anfrage von inFranken.de mit. Er ist Sprecher der Kreisbrandinspektion Bamberg.
Verschmutzungen durch Getreide auf der Fahrbahn seien vor allem für Motorrad- und Fahrradfahrer eine Gefahr, erklärt Pflaum. "Wird eine konkrete Gefahrenlage festgestellt, gehört es zu den Aufgaben der Feuerwehr, die Einsatzstelle abzusichern und die unmittelbare Gefahr zu beseitigen." Und genau dieses Absichern in Thüngfeld wurde für die Schlüsselfelder Feuerwehr zum Ärgernis. Die Maßnahme interessierte einen Autofahrer offenbar nicht, denn er umfuhr die Absperrung kurzerhand. "Solche Situationen treffen bei uns einen wunden Punkt und machen uns wütend", heißt es im Bericht.
"Es kommt leider immer öfter vor, dass Absperrungen der Feuerwehr teilweise wohl nur als Hinweis aufgefasst werden", sagt Rainer Butterhof, Kommandant der Schlüsselfelder Feuerwehr, im Gespräch mit inFranken.de. Und das nicht nur bei Unfalleinsätzen oder zur Gefahrenabwehr, sondern beispielsweise auch dann, wenn die Feuerwehr für ein Fest oder einen Umzug Straßen sperrt und die Veranstaltungen sichert.
Darf die Feuerwehr eine Straße überhaupt ohne Polizei sperren?
Dabei ist das Umfahren einer Feuerwehr-Absperrung keineswegs ein Kavaliersdelikt. Straßensperrungen dienten dem Schutz der eingesetzten Kräfte und aller Verkehrsteilnehmer, teilt Feuerwehrsprecher Sebastian Pflaum mit. Es seien "verbindliche Sicherungsmaßnahmen" auf Basis des Bayerischen Feuerwehrgesetzes. Wer eine Absperrung der Feuerwehr ignoriere, begehe eine Ordnungswidrigkeit und müsse mit einem Bußgeld rechnen.
Beim Thüngfelder Einsatz habe die Feuerwehr den Verkehrssünder sogar angehalten und belehrt - was laut Kommandant Butterhof für die Einsatzkräfte in einer Beleidigung durch den Autofahrer mündete. Später habe dieser allerdings Einsicht gezeigt, sei zurückgekommen und habe sich entschuldigt.
Das ist die Folge der vor vielen Jahren erfolgten "elterlichen Erziehungsumstellung" der kleinen Racker von einigermaßen streng und diszipliniert auf "ich liebe mein Kind so sehr, von daher darf es tun was ihm in den Sinn kommt". Und diese Methode wurde von den in den 70ern zur Welt gekommenen natürlich weitergereicht. Leider blieben dabei die Begriffe "Respekt, Rücksichtnahme, Zurückhaltung" sehr häufig auf der Strecke. In der Schule setzte sich das Spektakel weiter fort, sodass auch die früher durch die Lehrkräfte erfolgten Erziehungsmaßnahmen (damit meine ich keine Verteilung von Watschn oder gar Züchtigung mit dem Rohrstock) auszubleiben hatten. Woher soll der Nachwuchs denn all diese Dinge kennen, wenn nötige Verhaltensweisen weder im Elternhaus noch in der Schule vermittelt werden ?
Trotzdem bilden diese ignoranten Zeitgenossen sicherlich die große Ausnahme, denn ich glaube immer noch daran, dass in den allermeisten Fällen doch noch das anständige Verhalten den Kids im Elternhaus vermittelt wird, und das fängt (Beispiel) schon an beim Betreten des Wartezimmers einer Arztpraxis, wo ein junger Patient / Patientin die Zähne soweit auseinander bringen könnte für ein kurzes Hallo.
Ich freue mich jedes Mal, wenn die Feuerwehr die Verkehrssicherheit wieder herstellt. Leider ist es inzwischen so, dass jeder noch so bekloppte Grenzgänger in der Gesellschaft eine Extrawurst bekommt – und genau darin sehe ich die Ursache für viele Probleme.
Die DOOFEN sterben halt nicht aus ;-(