Bamberger Ermittler beteiligt: Mutmaßlicher Fakeshop-Täter festgenommen
Autor: Redaktion
Bamberg, Montag, 18. Mai 2026
Ein 62-jähriger Deutscher soll mit Fakeshops Menschen von den Philippinen aus um ihr Geld gebracht haben. Auch mithilfe von Ermittlern aus Bamberg konnte er festgenommen werden.
Mindestens 8000 Bestellungen tätigten ahnungslose Kunden mindestens seit dem Jahr 2023 auf über 140 Fakeshops mit Namen wie stocki-gmbh.de oder peter-schneider.shop. Einem 62-jährigen Deutschen wird vorgeworfen, diese betrieben und einen Gesamtschaden im mittleren sechsstelligen Bereich angerichtet zu haben. So berichten es die Zentralstelle Cybercrime Bayern mit Sitz in Bamberg und das Polizeipräsidium Schwaben-Nord am Montag (18. Mai 2026) in einer Pressemitteilung.
Die Zentralstelle Cybercrime Bayern ermittelt seit Anfang 2023 wegen betrügerischer Warenangebote im Internet. Dabei geht es um gewerbsmäßigen Betrug. Ausgangspunkt war eine Anzeige zu einem Fakeshop. Dort hatte ein Kunde Spielwaren gekauft und bezahlt, erhielt diese aber nie, wie es heißt.
Daten missbraucht und Kunden betrogen - schwere Vorwürfe gegen 62-Jährigen
Im Laufe der Ermittlungen stellten die Behörden fest, dass es Verbindungen zu weiteren Fällen in Bayern gab, die andere Fakeshops betrafen. Deshalb übernahm das Kommissariat 25, welches sich mit Internetkriminalität befasst, die zentralen Ermittlungen in Augsburg.
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Dank umfangreicher technischer Untersuchungen und dem genauen Nachverfolgen von Geldflüssen via Kryptowährungen, konnten die Ermittler einen Tatverdächtigen finden. Der 62-Jährige ist demnach bereits mehrfach wegen Straftaten aufgefallen und lebte seit einigen Jahren auf den Philippinen.
Der Beschuldigte soll verschiedene Methoden genutzt haben, um seine digitalen Spuren zu verbergen. Außerdem wird ihm vorgeworfen, zahlreiche Bankkonten im In- und Ausland, Online-Accounts und E-Mail-Adressen verwendet zu haben. Für die Eröffnung und Registrierung dieser Zugänge sollen die Daten anderer Personen missbraucht worden sein. Online-Betrüger gehen immer akribischer vor. Wie man sich schützen kann, haben wir in einem gesonderten Artikel zusammengefasst.
Festnahme auf den Philippinen und Abschiebung nach Deutschland
Im Dezember 2024 hat das Amtsgericht Bamberg auf Antrag der Zentralstelle Cybercrime Bayern einen Haftbefehl sowie einen Europäischen Haftbefehl ausgestellt. Grundlage waren die damals bekannten Taten. Daraufhin wurde der Verdächtige international zur Fahndung ausgeschrieben.
Im März 2025 wurde der Tatverdächtige wegen eines Verstoßes gegen das Aufenthaltsrecht auf den Philippinen von einer örtlichen Sondereinheit festgenommen. Seitdem war er in Abschiebehaft in Manila. Ende April 2026 wurde er, nachdem das Asylverfahren rechtskräftig abgeschlossen war, nach Deutschland abgeschoben.