Bamberg: Anklage gegen Darknet-Drogenring - 85 Kilo Rauschgift entdeckt
Autor: Redaktion, Stefan Lutter
Bamberg, Montag, 16. März 2026
Die Zentralstelle Cybercrime Bayern hat Anklage gegen fünf mutmaßliche Drogendealer erhoben. Sie sollen Betäubungsmittel über das Darknet verkauft haben.
Es war einer der größten Drogenfunde in Bayern in den vergangenen Jahren: Im Februar 2025 stellten Ermittler der Zentralstelle Cybercrime Bayern und des Bayerischen Landeskriminalamts (LKA) bei Durchsuchungen im Landkreis Eichstätt knapp 85 Kilogramm Betäubungsmittel sicher - darunter Crystal, Kokain, Heroin, Amphetamin, MDMA und über 140000 Tabletten. Jetzt, gut zwei Jahre später, hat die Bamberger Staatsanwaltschaft Anklage gegen fünf mutmaßliche Bandenmitglieder erhoben. Alle Angeklagten sitzen seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Die drei Männer und zwei Frauen sollen als professionell agierende Drogenhandelsorganisation über das Darknet operiert haben. Während einige Mitglieder die Betäubungsmittel auf illegalen Marktplätzen anboten und Zahlungen in Kryptowährungen entgegennahmen, kümmerten sich die nun Angeklagten laut Zentralstelle Cybercrime Bayern und Bayerischem Landeskriminalamt um Verpackung und weltweiten Versand. Forensische Auswertungen der sichergestellten elektronischen Speichermedien legen nahe, dass die Bande fünf- bis sechsstellige Vermögenswerte erwirtschaftet hat. Die Fachgruppe Rauschgifthandel Online (FARO) hatte die Tätergruppierung nach monatelangen Ermittlungen in den Landkreisen Neuburg an der Donau und Eichstätt hochgenommen.
Update vom 16.3.26: 85 Kilo Drogen beschlagnahmt - Staatsanwaltschaft erhebt Anklage
Die Zentralstelle Cybercrime Bayern in Bamberg und das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) haben am Montag, 16. März 2026, bekannt gegeben, dass Anklage gegen fünf mutmaßliche Mitglieder einer professionell agierenden Drogenhandelsorganisation erhoben wurde. Laut der gemeinsamen Pressemitteilung der beiden Behörden hatten die Strafverfolger nach umfangreichen Ermittlungen knapp 85 Kilogramm Betäubungsmittel sicherstellen und damit einen bedeutenden Schlag gegen den bandenmäßigen unerlaubten Handel mit Drogen über das Internet führen können.
Den Angeschuldigten - drei Männern und zwei Frauen im Alter zwischen 25 und 57 Jahren - wird laut der Zentralstelle Cybercrime Bayern und dem Bayerischen Landeskriminalamt vorgeworfen, in erheblichem Umfang Betäubungsmittel, Cannabis, neue psychoaktive Stoffe und Arzneimittel verpackt und weltweit versendet zu haben. Die monatelangen, intensiven Ermittlungen wurden gemeinsam mit der Fachgruppe Rauschgifthandel Online (FARO) des Bayerischen Landeskriminalamts geführt.
Die versendeten Substanzen sollen zuvor durch weitere, anderweitig verfolgte Mitglieder der Tätergruppierung auf verschiedenen Marktplätzen im Darknet sowie über Messengerdienste zum Kauf angeboten und mit Kryptowährungen bezahlt worden sein.
Massive Drogenfunde im Landkreis Eichstätt
Bei einer Durchsuchung im Februar 2025 in einer Wohnung im Landkreis Eichstätt konnten die Ermittler der Zentralstelle Cybercrime Bayern und des Bayerischen Landeskriminalamts knapp 85 Kilogramm Betäubungsmittel sicherstellen und aus dem Verkehr ziehen. Das Rauschgift-Arsenal umfasste nach Angaben der Behörden 26 Kilogramm Amphetamin, 19 Kilogramm Ketamin, 13 Kilogramm MDMA, jeweils ein Kilogramm Kokain, Ketamin und Cannabis sowie 140.000 Tabletten Lorazepam, 3000 Tabletten Pregabalin und 1680 Tabletten Tramadol.
Durch umfangreiche forensische Auswertungen der bei den Angeschuldigten sichergestellten elektronischen Speichermedien stehen die Verdächtigen laut Zentralstelle Cybercrime Bayern und Bayerischem Landeskriminalamt überdies in Verdacht, weitere zehn Kilogramm Amphetamin, jeweils fünf Kilogramm Heroin und Ketamin, drei Kilogramm Kokain, jeweils zwei Kilogramm MDMA, Ecstasy und Cannabis sowie jeweils ein Kilogramm Methamphetamin (Crystal), Speed und Viagra verpackt und verschickt zu haben. Die Angeschuldigten sollen hierdurch jeweils fünf- beziehungsweise sechsstellige Vermögenswerte erlangt haben. Vier der Angeschuldigten wurden am Freitag, 7. Februar 2025, in den Landkreisen Neuburg an der Donau und Eichstätt festgenommen, wie die Zentralstelle Cybercrime Bayern und das Bayerische Landeskriminalamt mitteilten. Der Landkreis Neuburg an der Donau liegt im Regierungsbezirk Oberbayern nordwestlich von Ingolstadt an der Donau. Die weitere Angeschuldigte wurde im Juli 2025 im Landkreis Neuburg an der Donau festgenommen, nachdem im Zuge der Ermittlungen ein Tatverdacht gegen sie begründet werden konnte. Sämtliche Angeschuldigte befinden sich seither in Untersuchungshaft.