Bischberger Hallenbad soll saniert sein - 2021
Autor: Anette Schreiber
Bischberg, Montag, 13. August 2018
Fördertechnisch sitzt die Gemeinde Bischberg noch auf dem Trockenen, doch das Hallenbad muss dringend saniert werden.
Acht der Frei- und Hallenbäder in Oberfranken sind von der Schließung bedroht, 61 sind sanierungsbedürftig. Eins davon ist das Bischberger Hallenbad. Immer wieder müssen Bürgermeister Johann Pfister (BI) und Geschäftsleiter Michael Dütsch vertrösten. Auf den Herbst des Jahres 2021. Frühestens. Bei Schwimmern und Schwimm-Ausbildern aller Art und Altersklassen sowie den Schulen aus Bischberg und Umgebung, bei DLRG und VHS sowie Triathleten steht das Bischberger Hallenbad hoch im Kurs. Doch seit fast genau einem Jahr ist es geschlossen: Es wirkt zwar gut in Schuss und sehr gepflegt, es genügt aber nicht mehr den Anforderungen dessen, was heute als Stand der Technik gilt.
Ein paar hunderttausend Euro in kosmetische Maßnahmen wie etwa eine neue Decke investieren, wenn diese dann bei einer Generalsanierung nicht ins Konzept passt, macht weder für Pfister noch für Dütsch einen Sinn. Der Gemeinderat hat sich seinerseits ja schon für eine Kur fürs Bad entschlossen, nur ist da noch die Finanzierungsfrage für die Generalsanierung Bades unter der Schulturnhalle zu klären.
Vor nunmehr über 40 Jahren wurde das Bischberger Hallenbad zu einem großen Teil mit einer sogenannten Grenzlandförderung finanziert. Als Faustregel bei Förderungen gilt generell, dass bei einer Sanierung dann wieder der Topf der Ursprungsfinanzierung angezapft werden muss, gibt Dütsch stark vereinfacht wieder. Da es im Zuge der Wiedervereinigung keine Grenzlandförderung mehr gibt, würde Bischberg auf dem Trockenen stehen. Aus eigener Kraft, so gibt der Bürgermeister der 6200-Einwohner-Gemeinde könne man jedoch die bislang mit Kosten von 4, 5 Millionen Euro prognostizierte Generalsanierung nicht stemmen.
Förderlandschaft in Bewegung
Derzeit sieht man jedoch Bewegung in der Förderlandschaft und hofft, dass man fördertechnisch doch noch zum Zug kommt. Zwar ruht der Schwimmbetrieb seit Juli vergangenen Jahres, doch die Verwaltung hat in Sachen Bad alles andere als geruht. Wegen des Volumens der Sanierung muss eine europaweite Ausschreibung erfolgen. Eine sehr komplexe Angelegenheit, wie Michael Dütsch deutlich macht. Bislang wurden die für die Planung erforderlichen Vorarbeiten erledigt. Als nächstes kann dann die Entwurfsplanung erstellt werden. Diese Planung ist erforderlich, um Fördermittel zu beantragen. Ohne Förderung geht wohl nichts. Es ist ohnehin eine Menge Geld der Gemeinde, das ins Hallenbad fließt: 250 000 Euro lässt sich Bischberg das Hallenbad in jedem Betriebsjahr kosten. Und das bei im Schnitt jährlich gut 38 000 Besuchern. "Bäder sind immer Draufzahlgeschäfte", weiß Johann Pfister. Um hinzuzufügen, dass Bäder von großer Bedeutung sind.
Das bestätigen auf Nachfrage unserer Zeitung auch weitere Hallenbadgemeinden. Insgesamt eine Million Euro legt die Marktgemeinde Hirschaid jedes Jahr bei der FrankenLagune dauf, so Bürgermeister Klaus Homann. Aber das sei es der Gemeinde wert, seit 2001 ist das einstige Hallenbad als Freizeit- und Erlebnisbad neu eröffnet worden und für Hirschaid "das Alleinstellungsmerkmal". Auch Burgebrach steht voll hinter seinem Hallenbad, das nach dessen (auch energetischer) Generalsanierung 2014 wiedereröffnet wurde. Im Schnitt 130 000 Euro schießt die Marktgemeinde jährlich zu, so Geschäftsleiter Heinrich Baier.
Lehrschwimmbecken
Und auch Memmelsdorfs Bürgermeister Gerd Schneider bricht für das Hallenbad in der Lichteneiche eine Lanze. Er unterstreicht, die korrekte Bezeichnung laute Lehrschwimmbecken, weil die vor sieben Jahren abgeschlossene Generalsanierung in erster Linie für das Schulschwimmen gefördert worden war. Betrieben wird dieses Bad dank einer Kooperation von den Stadtwerken Bamberg. Die Schwimmlehrstätte wird von der Rechnungsprüfung stets als Luxus betrachtet. Gemeinde und Gemeinderat stünden jedenfalls zu 100 Prozent dahinter, auch weil man es für wichtig findet, dass alle Schüler Schwimmen lernen können. Zudem sei Schwimmen ein "Komfortbestandteil des Lebens".
Alleinstellungsmerkmal
Bischbergs Bürgermeister betont seinerseits, dass das Hallenbad für die Gemeinde ein ganz bedeutendes Alleinstellungsmerkmal darstelle. "Freibäder haben von Mai bis September auf, Hallenbäder von September bis Juli." Angesichts der sich häufenden Meldungen über Ertrunkene komme der Grundfertigkeit Schwimmen immer größere Bedeutung zu, meint er. In der Schule sei Schwimmen ein Unterrichtsfach, was der Bürgermeister gerade bei einer am Wasser gelegenen Gemeinde sehr begrüßt. 40 Prozent der Nutzung entfallen auf die 60 Klassen - aus Bischberg, aber auch aus der Gemeinde Viereth-Trunstadt, aus Oberhaid und Scheßlitz. Während der Sanierungszeit müssen die sich ebenso Ausweichmöglichkeiten suchen wie Bischberg. Die Bischberger Schule wird ins Baunacher Hallenbad ausweichen. Ebenso wie die anderen Hallenbad-Gemeinden, deren Bäder in den letzten 20 Jahren generalsaniert wurden, auf andere Schwimmstätten ausgewichen sind.
Keine Verschwendung
Pfister kann sich übrigens nicht erinnern, dass in den letzten Jahren Bischberger ertrunken wären. Das solle tunlichst auch so bleiben. Deswegen ist es wichtig, dass das Bad auf Stand gebracht wird. "Was wiederverwendet werden kann, wird es auch," gibt er zu verstehen und erteilt Gedanken an Verschwendung eine deutliche Absage. So wird sich das Äußere der Schwimmstätte am Schulgelände nicht verändern, nur der Eingangsbereich wird barrierefrei gestaltet. Statt mit Fließen ausgelegt wird das Becken künftig eine Edelstahlwanne sein. Der Bereich der Umkleiden wird neu konzipiert, und eben alles was nötig ist auf den vorgeschriebenen Stand der Technik gebracht. Die Hallenbäder im Landkreis
Neben dem Bischberger Hallenbad gibt es im Landkreis vier weitere Hallenbäder: in Baunach, in Burgebrach, in Hirschaid und im Memmelsdorfer Gemeindeteil Lichteneiche. In Baunach findet sich das Hallenbad gleich beim Schulgelände. Für zwei Stunden zahlt der Erwachsene zwei Euro, die Zehnerkarte ist ermäßigt. Mittwochs ist das Bad geschlossen, die Öffnungszeiten sind ansonsten wochentags von 18 bis 21 Uhr, samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 9 bis 12 Uhr.
Im Burgebracher Hallenbad gleich bei der Schule , zahlen Erwachsene für zwei Stunden 2,5 Euro, es gibt aber auch eine Reihe von verbilligten Karten. An bestimmten (Feier-) Tagen hat es geschlossen, ist aber auch während der Sommerferien 20. August bis 10. September geöffnet, montags bis einschließlich freitags von 15 bis 20 Uhr, sonntags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 12. Seit 27. Juli und bis 19. August dauern die Revisionsarbeiten.
Die FrankenLagune in der Regnitzau in Hirschaid ist ein modernes Erlebnisbad. Erwachsene zahlen für die erste Stunde drei Euro, für die zweite 4,50 Euro und für sechs Stunden sechs Euro, es gibt weitere Preismodelle. Geöffnet ist die FrankenLagune von Montag bis Freitag von 12 bis 21 Uhr, samstags von 13 bis Uhr und sonntags von 10 bis 21 Uhr. Zu bleibt sie vom 3. bis 23 September.
Das Hallenbad der Gemeinde Memmelsdorf befindet sich in der Lichteneiche. Dort kostet die Einzelkarte für den Erwachsenen zwei Euro. An Feiertagen und während der Schulferien ist das Hallenbad geschlossen, ansonsten dienstags mit donnerstags von 18.30 bis 20.30 Uhr geöffnet. Zudem von November bis April samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr.
KOMMENTAR
Das bekommt man heute noch für zwei bis drei Euro? 1a Schwimmvergnügen, sauberes kontrolliertes Wasser, geputzte Räume, Aufsicht gratis und Temperaturen, die einem den Aufenthalt rund ums Becken angenehm machen.All das ist möglich, weil bestimmte Gemeinden bereit sind, uns diese Annehmlichkeit vorzuhalten und dafür jedes Jahr sechsstellige Summen in die Hand nehmen. Ganz abgesehen davon, dass hier jeder Schüler die Chance hat, Schwimmen zu lernen. Das ist doch Grund genug, den Frei- oder Hallenbad-Gemeinden dankbar zu sein. Und wenn sie die Preise anheben (müssen), nicht zu motzen, sondern sich den ganzen Aufwand vor Augen führen, den so eine Einrichtung mit sich bringt.