Auch die Schneefälle und die Minusgrade der letzten Tage können diese außergewöhnliche Bilanz nicht mehr verändern: 2014 wird das wärmste Jahr in Deutschland seit 1881. "Die Mitteltemperatur wird sich zwischen 10,1 und 10,2 Grad Celsius einpendeln. Das gab es in Deutschland noch nie", fasst Diplom-Meteorologe Dominik Jung zusammen. Da würde auch Franken keine Ausnahme machen. "Die Region liegt voll im Mittel. Auch in Franken war es 2014 deutlich zu warm." Alleine der letzte Winter 2013/2014 gehe als der viertwärmste seit 130 Jahren in die Statistik ein.

Insgesamt ergibt sich bei den Jahresmitteltemperaturen ein ansteigender Trend von 1,2 Grad Celsius in 133 Jahren.
"Auch wenn es immer wieder Ausreißer nach unten gibt, zeigt dieser Trend kontinuierlich nach oben", sagt Gerhard Lux, Pressesprecher beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Zudem würden der Trend der letzten Jahrzehnte deutlich zeigen, dass das Frühjahr in Deutschland im Schnitt immer früher beginnt und die Häufigkeit strenger Winter abnimmt.

Abgesehen von diesen Trends konkrete Prognosen für die Zukunft abzugeben, hält Dominik Jung aber für unmöglich. "Seit die Erde existiert, ist das Klima ständig im Wandel." Nach dem extrem heißen Sommer 2003 hätten Experten weitere trockene Sommer und sogar Dürren prophezeit. "Und was war? Von den elf Sommern danach wurden sieben zu nass."

Charakteristisch für das Jahr 2014 waren stabile Wetterlagen, die sich oft über lange Zeit hielten. Mehrmals trennte eine Luftmassengrenze sonnig-trockenes von feucht-kühlem Wetter. Im Juni und Juli häufte sich eine sonst seltene Großwetterlage, die Ursprung für ungewöhnlich viele Unwetter war.

Die Gewittergüsse brachten örtliche Regen-Rekorde. Am 1. August fielen im westfälischen Münster in sieben Stunden 292 Liter Regen pro Quadratmeter - nach Angaben des DWD ist das eine der größten in Deutschland je gemessene Regenmenge in so kurzer Zeit. "Was Niederschlag und Sonnenschein betrifft, war das Jahr aber trotzdem völlig normal", so Jung.

Mit Wetterprognosen für die kommenden Wochen halten sich die Experten zurück. Fest stehe nur, dass es in den nächsten Tagen winterlich bleibt. Und Jung geht davon aus, dass der Januar und der Februar winterlicher als der Dezember werden. "Wissen kann man das aber noch nicht." Das sieht auch Kollege Lux so: "Man sollte Wetterpropheten die behaupten, längerfristig Wetter vorhersagen zu können, nicht ernst nehmen - es ist physikalisch nicht möglich."