Beschäftigte von Bosch & Co. gehen auf die Barrikaden - Angst um Jobs
Autor: Ralf Welz
Bamberg, Sonntag, 20. Sept. 2026
In der Autoindustrie sind viele Jobs bedroht. Auch an den Bosch-Standorten Bamberg und Nürnberg herrscht Unsicherheit. Am Montag protestieren Beschäftigte bundesweit gegen Stellenabbau und Werksschließungen.
An vielen deutschen Standorten des Technologiekonzerns Bosch ist die Lage angespannt. Bundesweit protestieren Beschäftigte gegen geplante Stellenstreichungen in der Autozuliefersparte "Mobility". In Franken ist die Zukunft insbesondere an den Standorten Bamberg und Nürnberg ungewiss. Zwar gelten für Bamberg derzeit noch Schutzregelungen, doch Betriebsrat und Gewerkschaft warnen vor einer zunehmenden Verunsicherung.
Die für Montag, den 21. September 2026, geplanten Massenproteste sind Teil eines größeren Konflikts. Auch bei Audi, BMW und Bosch soll es unter anderem in Ingolstadt, München und Nürnberg öffentliche Aktionen geben. Laut IG Metall sind allein in Bayern in mehr als 50 Betrieben Proteste gegen Stellenabbau und Werksschließungen geplant – kurz vor Beginn der diesjährigen Tarifrunde.
Mitarbeiter von Bosch, Audi, BMW & Co. protestieren in Bayern gegen Stellenabbau und Werksschließungen
Vor knapp einem Jahr hatte die Firma Bosch massive Stellenstreichungen angekündigt. Der weltweit größte Autozulieferer gab damals bekannt, bis 2030 etwa 13.000 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Der Konzern begründet seinen Umbau mit schwacher Nachfrage, Überkapazitäten, dem schleppenden Hochlauf der Elektromobilität in Europa sowie wachsendem Preis- und Wettbewerbsdruck.
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Auch aus dem Management kommen Warnungen vor verschärfter Konkurrenz: Bosch-Mobility-Chef Markus Heyn sagte in einem aktuellen dpa‑Interview, chinesische Hersteller seien zunehmend im europäischen Markt präsent; zugleich forderte er politische Rahmenbedingungen, um lokale Wertschöpfung in Europa zu sichern.
Besonders genau wird in Franken auf den Standort Bamberg geschaut. Dort arbeiten heute noch rund 6000 Menschen; vor gut zwanzig Jahren waren es laut Informationen des Fränkischen Tags (Plus-Angebot) noch etwa 10.000. Trotz des vorläufigen Ausschlusses betriebsbedingter Kündigungen bleibt die entscheidende Frage, wie es nach 2027 weitergeht, wenn die geltende Vereinbarung ausläuft.
Bosch-Standort Bamberg weiter von Verbrennergeschäft geprägt
Die Bosch-Sparte Mobility ist der größte Geschäftsbereich des Konzerns. Sie bündelt Technologien und Lösungen für die Automobil- und Transportbranche.
Am Standort Bamberg werden unter anderem Komponenten für Benzin- und Dieselmotoren sowie für Brennstoffzellen und Elektrolyseure entwickelt und gefertigt; nach Unternehmensangaben spielt das Werk zudem eine wichtige Rolle bei der Industrialisierung von Wasserstofftechnologien.