Druckartikel: Bamberg: Von Missbrauch betroffene Priester zu Gast bei Papst Franziskus

Bamberg: Von Missbrauch betroffene Priester zu Gast bei Papst Franziskus


Autor: Redaktion

Bamberg, Donnerstag, 11. Juli 2024

Der Bamberger Priester und Betroffenenbeirats-Sprecher Matthias Wünsche berichtet über seinen Empfang bei Papst Franziskus.
Pfarrer Matthias 
Wünsche, Leiter der Stabsstelle Seelsorge und Beratung für 
Betroffene von Missbrauch und Gewalt im Erzbistum München, 
Papst Franziskus, Pfarrer Kilian Semel und Pfarrer Liudger 
Gottschlich aus dem Erzbistum Paderborn.


Der Sprecher des Betroffenenbeirats im Erzbistum Bamberg, Matthias Wünsche, ist zusammen mit drei anderen von sexuellem Missbrauch betroffenen Priestern vom Heiligen Vater empfangen worden, so das Erzbischöfliche Ordinariat Bamberg in einer Pressemitteilung. Über den Empfang berichtet der ehemalige Pfarrer aus Bamberg und Erlangen im „Heinrichsblatt“.

Papst Franziskus habe den Missbrauch dabei „das hässliche Gesicht der Kirche“ genannt. Die Priester sollten „mit Kraft, Würde und Entschiedenheit parteiisch sein für die Betroffenen“, legte der Papst den Besuchern aus Deutschland nahe. Es sei Überzeugung von Franziskus, dass die Kirche auf der Seite der Betroffenen stehen müsse, sagte Wünsche.

Die Begegnung sei im Rahmen eines Vernetzungstreffens von Kardinal Reinhard Marx vermittelt worden. Mit einer handschriftlichen Notiz habe Franziskus die vier Priester eingeladen und dann in seiner Wohnung empfangen. Bei dem 45-minütigen Gespräch habe der Papst gut zugehört und wie ein Seelsorger geantwortet, sagte Wünsche der Bistumszeitung. Zum Schluss habe der Papst jedem mit Handauflegung den Segen erteilt und ihnen mit auf den Weg gegeben: „Arbeitet vor Ort für die Betroffenen. Macht es gut.“

Video:




Gelegenheit dazu haben Matthias Wünsche und die Mitglieder des Betroffenenbeirats am 14. Juli beim Heinrichsfest auf dem Bamberger Domberg, wo sie von 13 bis 16 Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.