Bamberg: "Fridays for Future" redet Klartext: Das soll sich in der Stadt ändern
Autor: Clara Maria Wimmer
Bamberg, Samstag, 27. November 2021
Die "Fridays for Future"-Bewegung hat viele Visionen. Aber nicht nur global setzt sie sich für Klimaschutz ein. Die Bamberger Ortsgruppe erklärt, was sie sich für Bamberg wünscht - und an welchen Stellen man dafür ansetzen muss.
- "Fridays for Future": Aktivistin spricht über ihre Hoffnungen und Visionen - das soll in Bamberg passieren
- Autofreie Innenstadt, Energiewende, Grünflächen - so lauten die Wünsche der Klima-Bewegung
- Lange Straße, Maxplatz und Co. - an diesen Orten sieht "Fridays for Future" noch Verbesserungspotenzial
Die Bamberger Ortsgruppe von "Fridays for Future" (FFF) setzt sich schon lange für möglichst umfassende, schnelle und effiziente Klimaschutz-Maßnahmen ein. Die Hoffnung dabei: Die im Weltklimaabkommen beschlossene 1,5-Grad-Grenze einhalten zu können. Auch auf Lokalebene ist die "Fridays for Future"-Bewegung aktiv - und weiß demnach, wo man in Bamberg ansetzen kann, um die Stadt klimagerechter zu gestalten.
Kranen, Kapuzinerstraße und Co. - hier sieht "Fridays for Future" in Bamberg Probleme
Lena Werner, Mitglied der Bamberger "Fridays for Future"-Bewegung erklärt gegenüber inFranken.de, was sich aus ihrer Sicht in Bamberg ändern muss, um eine "klimagerechtere Stadt" zu schaffen: "Wir sehen den größten Themenkomplex in der Mobilität", sagt Werner. Drei Punkte seien für eine Verkehrswende in Bamberg entscheidend: "Die autofreie Innenstadt, der ÖPNV und die Fahrradwege."
Vor allem wünsche sie sich eine Innenstadt ohne Autos, erklärt die Aktivistin. Über die Problematiken, die bei solchen Überlegungen mitschwingen, ist sie sich durchaus bewusst: "Klar, kann man nicht von heute auf morgen sagen: 'Zack, autofrei'. Viele Bürger*innen würden dadurch Probleme bekommen." Trotzdem sei das langfristige Ziel klar. "Vor allem die großen, belebten Straßen mitten in der Stadt wie die Lange Straße, am Kranen und die Kapuzinerstraße sind Brennpunkte", sagt Werner. "Während des ersten Lockdowns konnte man sehen, was passiert, wenn die Autos aus der Stadt draußen bleiben: Die Straßen waren frei, Parkplätze konnten für andere Sachen genutzt werden und die Lebensqualität wurde dadurch insgesamt schon stark verbessert."
Aber nicht nur die Ruhe, fehlenden Abgase und mehr Platz hätten Werner zufolge einen positiven Effekt: Vor allem könne viel CO2 eingespart und der ökologische Fußabdruck der Stadt verringert werden. Dass es auch Menschen gibt, bei denen es ohne Auto nicht geht, ist Werner klar: Mitten durch die Stadt komme man mit dem Auto dann natürlich nicht mehr - die Anbindungen über den Münchner, Berliner oder Regensburger Ring seien aber trotzdem gewährleistet. "Und es gibt natürlich immer noch den ÖPNV", hält die FFF-Aktivistin fest.
Ortsgruppe setzt auf alternative Mobilitätsmöglichkeiten - 365-Euro-Ticket für Bamberg?
Ein wichtiger Bestandteil der verringerten Belastung durch Autos sei der Ausbau des ÖPNV. Auch, wenn man zumindest in Bamberg mittlerweile eine einigermaßen gute Anbindung genießen könne, seien vor allem im Landkreis noch viele Menschen auf ein Auto angewiesen. Werner selbst habe das Problem schon öfter erlebt: Für weniger als fünf Kilometer ins Impfzentrum hätte sie fast eine Stunde auf einen Bus warten müssen. Und nicht nur die Anbindung, auch der Preis müsse attraktiver gestaltet werden: "Zum Beispiel wie in vielen anderen Städten durch ein 365-Euro-Ticket, also 365 Euro für ein Jahr ÖPNV."
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Neben dem öffentlichen Nahverkehr müsse sich auch im Bereich der Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen etwas tun. Diesbezüglich gebe es gute Möglichkeiten: "Die Fahrradstraße zwischen Bahnhof und Königsstraße oder das Radhaus am Bahnhof sind tolle Positivbeispiele. Trotzdem gibt es vor allem in der Stadt nicht genügend Abstellmöglichkeiten und immer wieder muss man als Fahrradfahrerin auf die Straße oder den Gehweg ausweichen, weil ein Fahrradweg plötzlich mitten im Nichts endet, wie beispielsweise in der Königsstraße", sagt das FFF-Mitglied im Gespräch.