Bamberg: Eltern üben heftige Kritik an Zustand in Kinderhort - "frustriert und erschöpft"
Autor: Isabel Schaffner
Bamberg, Sonntag, 02. Juli 2023
Eine Mutter will sich nach drei Jahren aus "Frustration" und "Erschöpfung" aus dem Elternbeirat eines Bamberger Hortes zurückziehen. Die Eltern üben deutliche Kritik am Träger.
Ina Quast hat zwei Kinder im Alter von sechs und acht Jahren im Schülerhort Don Bosco vom Don Bosco Jugendwerk an der Weide in Bamberg. "Ich bin seit drei Jahren im Elternbeirat, werde mich aber im kommenden Jahr daraus zurückziehen, da ich frustriert und erschöpft bin", sagt sie deutlich im Gespräch mit inFranken.de am Dienstag (27. Juni 2023).
Aufreger bei den Eltern ist seit "bestimmt eineinhalb Jahren" der Hortgarten mit Spielgeräten für die Kinder. Wegen einer Baustelle auf dem Nachbargrundstück seit dem 10. Januar 2022 sei die Fläche verkleinert worden und der Boden habe lange Zeit einer "Sandwüste" geglichen. Die Eltern vermissen den Einsatz des Trägers - dieser stellt sich den Beschwerden.
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Der Hort betreut drei Gruppen mit jeweils circa 25 Kindern der Klassen 1 bis 4 bis 17 Uhr beziehungsweise 17.30 Uhr, mit zusätzlichem Ferienangebot, erklärt Quast. "Es ist an sich eine ganz tolle Einrichtung mit wunderbarer Umgebung. Die Erzieherinnen und Erzieher sind überaus engagiert und die Kinder lieben sie. Seit Beginn der Bauarbeiten auf dem benachbarten Grundstück bemängeln wir Eltern aber den Zustand des Hortgartens." Durch die Absperrung des Bauplatzes sei der betonierte Hartplatz mit Fußballfeld gewichen. "Der Hortgarten wurde plötzlich von einer großen auf eine winzige Fläche reduziert", kritisiert die Mutter.
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Vor allem der Boden habe lange Zeit nicht aus aufgeschütteter Erde bestanden, sondern "es ist eigentlich Staub", sagte sie im Gespräch. Dementsprechend habe die Kleidung der Kinder am Abend auch ausgesehen, wie ein weiterer Vater der Redaktion berichtete. "Begrünung ist unmöglich. Man muss sich vor Augen führen, wie klein und staubig die Fläche ist und wie viele Kinder dort spielen sollen. Es ist einfach nicht schön zum Spielen und nicht adäquat hergerichtet", kritisiert Quast.
Mit Baubeginn habe eine Planung zur Verschönerung des Gartens begonnen, wie der Pressesprecher des Don Bosco Jugendwerk Bamberg Moritz Trebin auf Anfrage von inFranken.de mitteilt. Diese sei auch am Laufen, doch der schleppende Fortgang gebe den Eltern laut Quast das Gefühl, "der Garten hat aus irgendeinem Grund keine Priorität. Es gab bereits viele Sitzungen, aber das Projekt hat für uns Eltern einen etwas undurchsichtigen Bewilligungsrahmen." Mehrere Begehungen mit einem Architekten hätten stattgefunden, doch es habe seitens des Horts beispielsweise "widersprüchliche Aussagen zum Stand der Ausschreibung" gegeben.
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"Es verzögert sich immer wieder und wir werden immer wieder vertröstet. Man ist müde, weil man nicht weiß, wann sich etwas tut. 2022 hätte es eigentlich losgehen sollen." Die Mutter wolle aber nicht über den "Ist-Zustand oder die Vergangenheit meckern", dem Elternbeirat gehe es um die Verbesserung der aktuellen Situation. Seitens des Trägers seien für die Zeit bis zur Fertigstellung der Verschönerung keine Vorschläge gekommen. "Wir kommen da nicht weiter, weil es keine Lösungsansätze von der Einrichtung gibt. Auf Eigeninitiative vereinbarten wir vergangene Woche ein Treffen mit der Leitung, um über den aktuellen Stand zu sprechen."
Das Gespräch sei aus Sicht der Eltern enttäuschend verlaufen. Die Ideen habe "ausschließlich" die Elternschaft eingebracht. Inzwischen seien einige davon umgesetzt worden. Dazu gehörten die Aufschüttung mit Rindenmulch, neue Waveboards und ein Basketballkorb. "Deutliche Verbesserungen, aber keine große Veränderung", findet Quast. Laut Trebin seien zudem Wege und der Sandkasten "intensiv gereinigt" und Holzoberflächen behandelt worden. "Wir freuen uns, dass wir mit den Ideen der Kinder, der Eltern, der Mitarbeitenden und des Trägers eine kurz- und langfristige Verbesserung der Situation im Garten des Hortes erreicht haben und erreichen werden", schreibt er hierzu.