"Bambecher": Bamberg sagt Wegwerfwahn den Kampf an
Autor: Sebastian Martin
Bamberg, Montag, 20. August 2018
In 32 Geschäften in Bamberg gibt es jetzt den "Bambecher". Damit erhoffen sich die Initiatoren deutlich weniger Müll. Es hängt alles von den Kunden ab.
Nahezu jeder dürfte das kennen: Man will schnell einen Kaffee trinken, hat aber keine Zeit, sich in ein Café zu setzen - also holt man sich einen "Coffee-to-go". So kommen jedes Jahr in Deutschland rund drei Milliarden Wegwerfbecher zusammen, die nach einmaliger Benutzung direkt auf dem Müll landen. Auf Bamberg runtergebrochen sind es rund 2,5 Millionen Becher. Doch mit überquellenden Abfalleimern durch "To-go"-Müll soll nun Schluss sein.
Gegen den Wegwerfwahn setzen die Initiatoren von "Bambecher" auf einen braunen 0,35-Liter-Becher mit schwarzem Deckel. Unterstützt werden sie vom Stadtmarketing sowie vom Umweltamt der Stadt und bisher von 32 Cafés, Bäckereien und Geschäften.
Ein Jahr lang bis zur Umsetzung
Es soll ein möglichst einheitliches Mehrwegsystem entstehen: "Wir sind sehr froh, dass wir das Baby auf die Welt bringen können", sagt Mitinitiator Andreas Eichenseher vom Verein Change am Montag bei der offiziellen Vorstellung. Ein Jahr lang haben die Ehrenamtlichen an dem System gebastelt, haben Bechermaterialien getestet und dazu über ein Crowdfunding mehr als 3000 Euro gesammelt - geboren wurde so der "Bambecher", der in den kommenden Tagen in allen teilnehmenden Geschäften erhältlich sein soll. Spätestens ab der kommenden Woche solle das System laufen, so Jonas Glüsenkamp von der Initiative. Insgesamt wurden 1300 Becher produziert, 900 Stück werden mit Pfandmarken zunächst an die Geschäfte ausgeteilt.
Becher gegen Pfand
Das System funktioniert so: Anstatt eines Einwegbechers bekommen die Kunden für vier Euro Pfand einen "Bambecher". Nachdem der Kaffee ausgetrunken ist, kann der Becher bei allen teilnehmenden Geschäften abgegeben werden. Dafür erhält der Kunde eine Pfandmarke in Kartenform, die er später, wenn er wieder einen Kaffee zum Mitnehmen holen will, in den Geschäften einlösen kann, ohne nochmals Pfand zu bezahlen.