Bamberg: Ausstellung über "Schönbornfranken" in der Ukraine - am Maxplatz
Autor: Redaktion
Bamberg, Freitag, 16. August 2024
Noch bis zum 5. September 2024 können Interessierte am Bamberger Maxplatz die Ausstellung "Die Schönbornfranken – von Franken nach Transkarpatien" besuchen, bei der die Geschichte von fränkischen Auswanderern erzählt wird.
Die Schau „Die Schönbornfranken – von Franken nach Transkarpatien“ in der ehemaligen Infothek des Rathauses Maxplatz schildert die Geschichte dieser fränkischen Auswanderer, so die Stadt Bamberg in einer Pressemitteilung. Sie zogen auf Geheiß von Friedrich Karl von Schönborn, Fürstbischof zu Bamberg und Würzburg, aus den fränkischen Bistümern unter anderem in das Gebiet in der Westukraine, um die Region zu besiedeln. Aktuell bahnt sich dort eine Städtepartnerschaft zwischen Bamberg und der Stadt Mukatschewo an.
Die angekündigte Midissage am Dienstag (13. August 2024) stieß auf großes Interesse: Über 60 Interessierte hatten sich zum Fachvortrag des Historikers Dr. Rudolf Distler angemeldet, Verfasser der Broschüre „Auf den Spuren der vergessenen Schönbornfranken“. Im Großen Sitzungssaal berichtete er von den Biographien der Handwerker und ihrer Familien, die sich im 18. Jahrhundert von Franken auf den Weg in den Osten machten.
Die etwa 85.000 Einwohnerinnen und Einwohner der ukrainischen Stadt Mukatschewo sind sich ihrer Wurzeln durchaus bewusst und pflegen nach wie vor die deutsche Sprache und die fränkischen Traditionen. Die Stadt liegt im Oblast-Transkarpatien, unweit der Grenzen zu Polen (60 Kilometer), der Slowakei (40 Kilometer) und Ungarn (35 Kilometer). Sie ist eine Universitätsstadt mit Bischofssitz in der 85.000 Einwohnerinnen und Einwohner leben, davon 1,9 Prozent Deutsche.
Über den engen Kontakt zwischen dem Erzbistum Bamberg und der Katholischen Landvolkbewegen besteht bereits seit Jahrzehnten eine enge Verbindung zu den sogenannten „Schönbornfranken“. Die Stadt Mukatschewo bekundete ein grundsätzliches Interesse an einer Städtepartnerschaft mit Bamberg, da viele deutschstämmige Personen in der Stadt und der Region leben. Eine solche Partnerschaft wird von dem Ziel und Wunsch getragen, einander kennenzulernen, freundschaftliche Beziehungen aufzubauen um sich gegenseitig zu helfen und besser zu verstehen. Die Stadt Bamberg möchte damit einen Beitrag zu Solidarität mit der Ukraine leisten und beim Wiederaufbau unterstützen.
Eigens angereist zur Midissage war eine Delegation aus Mukatschewo mit Vizebürgermeisterin Julia Tayps sowie ein Filmteam, das im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in der Ukraine über die Ausstellung berichten möchte. Das deutschsprachige Programm produziert Beiträge für die deutsche Minderheit vor Ort. Weiterhin ist laut Bürgermeisterin Julia Tayps angedacht, in einem geplanten „deutschen Haus“ ein Bamberg-Zimmer einzurichten, um die Partnerschaft einer breiten Öffentlichkeit sichtbar zu machen.
Mit der Ausstellung „Die Schönbornfranken – von Franken nach Transkarpatien“ der Stiftung „Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland“ und dem Vortrag von Herrn Dr. Rudolf Distler will die Stadt Bamberg dazu beitragen, die historisch gewachsenen Beziehungen einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen.