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250. Geburtstag von E. T. A. Hoffmann: Warum er Bamberg nicht mochte


Autor: Julia Gebhardt

Bamberg, Freitag, 23. Januar 2026

E.T.A. Hoffmann lebte fünf Jahre in Bamberg und hinterließ viele Spuren in der Stadt. Veranstaltungen, Ausstellungen und Lesungen erinnern zum 250. Geburtstag an den berühmten Künstler der Romantik.
Die Ausstellung im Historischen Museum Bamberg zeigt bis zum 22. März 2026 originale Gegenstände und Arbeiten, die E.T.A. Hoffmann inspirierten, und erinnert an den 250. Geburtstag des bedeutenden Romantikers.


Zu den bekanntesten Persönlichkeiten, die in Bamberg  gelebt haben, zählt  E.T.A Hoffmann. Am 24. Januar 2026 wäre der Komonist, Zeichner und Schrifsteller 250 Jahre alt geworden. Wer bei einem Stadtrundgang durch Bamberg die Augen offen hält, kann viele Anspielungen auf den Künstler und dessen Werke erkennen: Beispielsweise gibt es in der Altstadt ein Café , dessen Name mutmaßlich nach einer seiner literarischen Figuren benannt ist - dem Kater Murr. Oder das ETA Hoffmann Theater, das ETA Hoffmann Gymnasium

In der idyllischen fränkischen Stadt suchte Hoffmann nach künstlerischer Freiheit und persönlichem Neuanfang, während er mit den Herausforderungen des Alltags und seinen inneren Dämonen kämpfte. Bamberg wurde zum Schauplatz seiner literarischen und musikalischen Experimente – und prägte den Weg für einige seiner bedeutendsten Geschichten. Dieser Artikel begibt sich auf die Spuren eines genialen Kopfes in einer Stadt voller Geschichte und Inspiration.

250. Geburtstag: E. T. A. Hoffmann prägte Bamberg - warum er die Stadt nicht mochte

E. T. A. Hoffmann – ein Name, der wie kaum ein anderer für die Vielschichtigkeit der deutschen Romantik steht. Fünf Jahre lang lebte er in der heutigen Weltkulturerbestadt Bamberg, die damals nur rund 17.000 Einwohner hatte: von 1808 bis 1813. Was viele überraschen dürfte: E.T.A Hoffmann soll Bamberg nicht sonderlich gemocht haben, da er während er in der Stadt wohnte, mehrere negative Erlebnisse hatte: finanzielle Probleme, berufliche Enttäuschungen und eine unglückliche Liebe prägten seine Bamberger Zeit. Hoffmann selbst bezeichnete die Zeit in Bamberg später als seine "Lehr- und Marterjahre".

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Zu Beginn voller Hoffnung zog er im Jahr 1808 aus Berlin nach Franken. Aus seinem Tagebuch wisse man, dass er sich am Anfang "sicherlich wohlgefühlt habe", so Bernhard Schemmel in einem Interview mit Deutschlandfunk Kultur. Schemmel ist Vorsitzender der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, die 1938 in Bamberg gegründet wurde. Nachdem er zuvor in Berlin vergeblich versucht hatte, seine Zeichnungen und Kompositionen zu Geld zu machen, wurde ihm am Bamberger Theater die Stelle eines Kapellmeisters angeboten. Doch bereits nach den ersten sechs Wochen verlor er die Stelle als Musikdirektor indirekt wieder, da der ehemalige Musikdirektor gegen Hoffmann intrigierte. 

Hoffmann lebte mit seiner Frau Michalina Hoffmann erst in der Zinkenwörth Nr. 56, ein Haus das heute an der Nonnenbrücke liegt. Als sie sich die Miete dort nicht mehr leisten konnten, zogen sie in den zweiten Stock eines kleineren Hauses am heutigen Schillerplatz. Nachdem Hoffmanns Gage am Theater gekürzt worden war, gab er privat Musik- und Gesangsunterricht in den guten Häusern der Stadt, um die Finanzen aufzubessern. "Das Geld hat nie gereicht", bestätigte Kunsthistorikerin Christine Conrad gegenüber Deutschlandfunk Kultur.

Bei diesem Nebenerwerb geschah ihm das nächste Unglück: Er verliebte sich in eine 13-jährige Gesangsschülerin von ihm, Julia Mark. Sie wurde das Vorbild für viele von Hoffmanns literarischen Frauengestalten, beispielsweise für Clara im Sandmann oder Aurelie in den "Elexieren des Teufels". Er selbst war zu diesem Zeitpunkt 33 Jahre alt und seit sieben Jahren mit Michalina verheiratet. Die junge Julia wurde Ende 1812 mit dem Kaufmannssohn Johann Gerhard Graepel aus Hamburg verheiratet, auf den Hoffmann sehr eifersüchtig gewesen sein soll. Für Hoffmann-Fans gibt es dennoch einen Lichtblick: Auch wenn Hoffmann in Bamberg eine turbulente Zeit mit vielen Tiefen durchmachte, so diktierte er auf seinem Sterbebett trotzdem noch die Erzählung "Meister Johannes Wacht", deren Schauplatz von Bamberg inspiriert worden sein soll.

Lesungen, Ausstellungen und Aufführungen: Events zum Jubiläum

Das BambergerE.T.A. Hoffmann-Theater feiert am 24. Januar 2026 seinen Namensgeber mit einer Lesung von "Des Kapellmeisters Johannes Kreislers musikalische Leiden",  die musikalisch von einem Ensemble des E.T.A.-Hoffmann-Gymnasiums begleitet und untermalt wird. Es ist die Auftaktveranstaltung zu einem ganzen Gedenkjahr für den Künstler. Am gleichen Tag veranstaltet außerdem das Brentano-Theater einen Spaziergang durch den Hainpark, wo ein Denkmal an Hoffmanns fiktive Begegnung mit dem Hund Berganza erinnert. 

Die Bamberger Kurzfilmtage, die vom 26. Januar bis 1. Februar stattfinden, widmen sich Figuren wie Hoffmanns Kater Murr sowie den faszinierenden Augen der Puppe Olympia.

Ein besonderer Programmpunkt erwartet Interessierte am 20. März: Beim Bamberger Literaturfestival gestalten Schülerinnen und Schüler des E.T.A. Hoffmann-Gymnasiums zusammen mit dem Schriftsteller Nevfel Cumart einen "Hoffmann-Abend". Das Bamberger Marionettentheater bringt im Laufe des Jahres verschiedene Inszenierungen auf die Bühne; unter anderem stehen "Der Sandmann" und "Der goldne Topf" auf dem Spielplan.

Im Historischen Museum Bamberg ist bis zum 22. März 2026 die Ausstellung "Wünsch dir was! Make a Wish!" zu sehen. Besucherinnen und Besucher können hier den originalen Türknauf bewundern, der E.T.A. Hoffmann zur Figur des Apfelweibla in "Der goldne Topf" inspirierte. Ebenfalls ausgestellt sind Collagen von Gerhard Böhm aus dem Jahr 1967. Führungen, Vorträge sowie weitere Veranstaltungen begleiten die Schau.

Ab dem 22. Januar 2026 wird außerdem im Foyer des ETA Hoffmann Theaters Bamberg die Ausstellung "Hoffmanns Lebenselixiere. E. T. A. Hoffmann in satirischer Zeichnung und Grafik" mit Werken von Rainer Ehrt präsentiert, informiert die E.T.A. Hoffmann Gesellschaft auf ihrer Website.