Im Stadtgebiet Bamberg gab es im vergangenen Jahr insgesamt mehr Unfälle. Die Zahl der Leichtverletzten ging jedoch zurück. Besonders Radfahrer sind in der Verkehrsbilanz der Polizei auffällig - scheitert Bamberg auf dem Weg zur sicheren Fahrradstadt?
Verkehrsbilanz für die Stadt Bamberg im Jahr 2019: Egal ob per Fahrrad, Auto, Bus, E-Scooter oder zu Fuß: "Der Verkehrsraum in Bamberg ist begrenzt, unabhängig davon, für wen man diesen Raum freigibt." Thomas Schreiber bringt das Dilemma der Fortbewegung in Bamberg auf den Punkt. In der Sitzung des Sicherheitsbeirates der Stadt Bamberg erklärte der Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt unter anderem die Zahlen zum Verkehrsgeschehen im Vorjahr.
Betrachtet man das Stadtgebiet Bamberg ohne die Bundesstraße 505 und die Autobahnen, kamen 2456 Unfälle zusammen. Ein leichter Anstieg insgesamt steht einem stärkeren Rückgang bei der Zahl der Leichtverletzten gegenüber. Mit 447 Fällen ist dies der niedrigste Stand seit 2013. Aber auch 45 Schwerverletzte und ein tödlich verunglückter Radfahrer sind zu verzeichnen. Ganze 750 Mal begingen Verkehrsteilnehmer Unfallflucht. Aber in 285 Fällen kam die Polizei der Unfallflucht auf die Schliche.
Verkehr in Bamberg: Polizei zieht Bilanz
Ganz oben auf der Rangliste: fehlender Abstand, gefolgt von Wendemanövern und Unfällen beim Abbiegen. 1236 Mal gingen Unfälle mit kleineren Kratzern und Beulen glimpflich ab. Allerdings waren schwere Sachschäden im Vergleich zum Vorjahr mit 904 Vorfällen 13 Prozent häufiger an der Tagesordnung.
Bei 406 Unfällen wurden Menschen verletzt, was nur einem leichten Rückgang entspricht. Um den Verkehr, welcher durch die Weltkulturerbestadt rollt, besser zu erfassen, wurde 140 Stunden lang die Geschwindigkeit gemessen und 400 Verkehrsteilnehmer wegen zu hoher Geschwindigkeit beanstandet.
Die Versuche der Stadt Bamberg, zu einer sicheren Fahrradstadt zu werden, sind nur bedingt erfolgreich: Im Mittel der vergangenen zehn Jahren, zeigt sich ein konstanter Anstieg auf 240 Unfälle mit Fahrradbeteiligung, bei denen im vergangen Jahr 141 Radler die Hauptverursacher waren. 213 Mal zogen sich die Zweiradfahrer Verletzungen zu - in 22 Fällen schwere.
Ist Bamberg für Radfahrer gefährlich?
Im Schnitt einmal pro Woche kontrollierte die Polizei Radler: Rote Ampeln wurden überfahren, die Fußgängerzone in unerlaubter Weise durchkreuzt oder mit dem Handy am Ohr telefoniert. Immerhin: Die große Mehrzahl hat funktionierende Lichter am Rad. "Wir haben außerdem festgestellt, dass einigen Autofahrern die Regelungen zur Fahrradstraße noch nicht geläufig sind", erklärt Schreiber. Die Polizei schob deshalb eine Aufklärungskampagne nach.
Auf öffentliche Kritik, die Polizei würde die Fahrradausbildung der Grundschulkinder coronabedingt zu sehr einschränken, entgegnet der Dienstellenleiter Schreiber: "Wir haben doppelt so viele Verkehrserzieher entsandt als gewöhnlich und wollen, dass jedes Kind mindestens 90 Fahrradübungen machen kann." Lediglich die Prüfungen seien nicht durchführbar gewesen.
Und die 37-jährige Frau wurde am Wilhelmsplatz und unaufmerksamer Autofahrerin schwer verletzt!!! Die "fröhlich schwatzenden Studenten" haben niemanden verletzt!!! Vielleicht ein paar selbstgerechte Autofahrer geärgert, aber das tut nicht weh und hat keine Spätfolgen
Gestern sind mir in einer Einbahnstraße vier Radfahrer im Studentenalter. fröhlich miteinander schwätzend, auf voller Straßenbreite entgegen gekommen. Manchmal kommt es mir so vor, als hätten diese Radler ein zweites Leben in der Tasche. Nebendran gab es einen Fahrradweg....
Es hilft überhaupt nicht, die Verfehlungen von Autofahren - beim Parken auf Fahrradwegen bekomme ich auch einen Hals - dagegen aufzurechnen. Es ist - wenigstens gefühlt - so, dass mehrheitlich Radfahrer ausgesprochen gedankenlos fahren, und damit sich, Fußgänger und Autofahrer gefährden. Ob nun ein Fahrradführerschein, eine Kennzeichnungspflicht oder stärkere Kontrollen Abhilfe schaffen könnten, weiß ich nicht. Mehr Radwege sind aber keine Lösung (wie von den Grünen propagiert), wenn etliche Fahrradfahrer sie sowieso nicht nutzen.
Bis heute schafft nur der Winter eine gewisse Entspannung der Situation.
Am Mittwoch Nachmittag in Gaustadt, wo es zur Zeit ne Baustellenampel gibt. Die Ampel zeigt ROT, ein Herr mittleren Alters auf seinem Mountainbike schert sich nicht die Bohne ums Rotlicht, zack rauf auf den Bürgersteig und 30 Meter später wieder auf die Straße zurück um kurz drauf beim Edeka seinen Einkauf zu tätigen. Was das Radl auch nicht hatte war ne Beleuchtungsanlage ................ In mir steigt immer wieder bei solch einem Radler-Verhalten schlichtweg der Zorn auf.
Wie @Parkettbill es erwähnte, auch Fahrräder müssen (wie motorisierte Fahrzeuge) identifizierbar werden, wenn die Benutzer ernstzunehmende Verkehrsteilnehmer werden wollen. Im Moment sind sie es bei weitem nicht.
Hat man sich auch mal angeschaut, wie sich die Fahrradfahrer benommen haben?
Also ich sehe in Bamberg selten Radfahrer, die an roten Ampeln anhalten oder sich an andere Verkehrsregeln halten. Es ist eher so, daß dann einfach quer über die Fußgängerspur gefahren iwrd.
Vielleicht hilft mal eine Kennzeichenpflicht für diese Vehikel, damit dieser "gesetzlose" Raum etwas eingeschränkt wird.
Wie gut Kennzeichen helfen sieht man am Auto. Brutalparken, Geschwindigkeitsbegrenzungen missachten, bei „Kirschgrün“ fahren, Drängeln usw. — alles tägliche Normalität.