Wie der Aufbau der Windräder genau ablaufen wird und wo genau sie stehen, davon konnten sich alle interessierten Bürger am Samstag selbst ein Bild machen. Die Ortssprecher von Burghausen (Klaus Görlinger), von Reichenbach (Fabian Nöth) und von Windheim (Klaus Schebler) hatten zur Besichtigung der Standorte eingeladen.
Dabei wurden auch Informationen über den Wegeausbau und über die Aufbautermine gegeben. Klaus Schelber stand außerdem für Fragen zur Verfügung. Er und Fabian Nöth hatten tags zuvor die genauen Standorte mit Pflöcken abgesteckt, so dass man schon von weitem sehen konnte, wo die Windräder denn nun genau ihren Platz finden. Außerdem wurde am Weg neben der ehemaligen Kompostieranlage der Firma Mahlmeister ein Plan aufgehängt, auf dem genauere Informationen unter anderem über die Menge der erzeugten Energie und die verwendeten Windkraftanlagen gegeben werden.
"Wir haben uns entschlossen, den Plan noch bis Ende dieser Woche hängen zu lassen. Auch die Stickel bleiben stehen, so dass auch die, die am Samstag nicht dabei sein konnten, sich ein Bild davon machen können, wo der genaue Standort der Windräder ist", sagte Ortssprecher Klaus Schebler.

Nicht nur auf Windheimer Grund

Neben den drei Ortssprechern und dem stellvertretenden Bürgermeister von Münnerstadt, Norbert Reiter, hatten sich rund 15 Bürgerinnen und Bürger eingefunden, um die Standorte der Windräder in Augenschein zu nehmen. Klaus Schebler gab dabei Informationen, auch dazu, warum es "Windpark Windheim" heißt, wo doch die Windräder sowohl auf Windheimer als auch auf Burghäuser und Reichenbacher Grund stehen. "Es ist halt einfach so, dass sich Windpark Windheim besser anhört. Steckt doch das "Wind" bei Windheim schon im Namen", sagte Schebler.

Wegeausbau ab März

Errichtet wird der Windpark Windheim im zweiten bis dritten Quartal 2013, die Aufbaumaßnahmen sollen im dritten Quartal 2013 enden. "Die Flurschäden sollen möglichst gering gehalten werden, deshalb wartet man die trockene Zeit ab" sagte Schebler, der seine Informationen von der Betreiberfirma Windpark Wotan eingeholt hatte. So würden auch mögliche Störungen des Aufbaus durch die schlechte Witterung vermieden. Das erste Windrad soll in der 22. Kalenderwoche 2013 aufgestellt werden, das heißt Ende Mai nächsten Jahres.
Der Windpark Windheim I bestehe aus vier Windrädern vom Typ Vestas 112. Die Nabenhöhe dieser Räder beträgt 119 m, der Rotordurchmesser 53 m. Die Gesamthöhe dieses Typs ist maximal 172 Meter. Diese vier Windräder sind bereits genehmigt. Im Genehmigungsverfahren befinden sich noch Windrad 5 und 6, die dann - wenn der Genehmigungsbescheid positiv ausfällt - eine Nabenhöhe von 145 Metern, einen Rotorduchmesser von 53 Metern und eine maximale Gesamthöhe von 198 Metern aufweisen werden.
Mit dem Wegeausbau soll im März begonnen werden. "Die längsten Teile sind die Rotorblätter, die im Ganzen transportiert werden. Die Länge des Gefährts beträgt rund 60 Meter. Die schwersten Bauteile wiegen circa 140 Tonnen", sagte Schebler. Die Anlieferung der Teile erfolge seinen Informationen nach über die A 71, Oerlenbach, durch das lange Schiff, an der ehemaligen Kleiderfabrik vorbei über Burghausen, vorbei am dortigen Kreisel direkt über die KG 20 an die entsprechenden Standorte. Im Bereich der Einmündung bei der Kleiderfabrik wird mit großer Wahrscheinlichkeit an der Waldspitze eine durch Schotter aufgefüllte Verbreitung durchgeführt werden. Am Kreisel in Burghausen gehe man bei Wotan davon aus, dass man ohne größere Probleme vorbeikomme.
Erfreuliches wusste Schebler vom Lärmpegel der Windräder zu berichten. "Die Lautstärke, die man sonst aus einer Entfernung von 400 Metern noch wahrgenommen hat, erreicht man jetzt erst, wenn man sich auf 300 Metern dem Windrad nähert", sagte er. Möglich geworden sei dies durch neuentwickelte Teile im Bereich der Lager der Windräder. Die Stadt habe mit dem Betreiber einen Vertrag abgeschlossen, so dass sie mit diesen Windrädern auch unabhängig von der Gewerbesteuerentwicklung in diesem Bereich Einnahmen generiert.

Unterirdische Stromleitung

Bevor die Windkraftanlagen installiert werden, wird eine 20 kV-Stromleitung, die in diesem Bereich läuft, zurückgebaut und unterirdisch verlegt werden müssen. "Das wird gemacht, damit die Leitungen durch die eventuell stattfindenden Luftverwirbelungen in diesem Bereich nicht beschädigt werden" sagte Schebler.
Stellvertretender Bürgermeister Norbert Reiter meinte, dass die Betreiberfirma Wotan bereit für eine Bürgerbeteiligung an den Windkraftanlagen sei. Hierbei müssten jedoch Strukturen in Form von Bürgergenossenschaften gebildet werden, was möglichst zeitnah erfolgen müsste.