"Schau mal den kleinen Schneemann, der passt ja genau zum Wetter", oder "...in das Vogelhäuschen können gleich mehrere einziehen" - solche Aussagen hörte man am Wochenende bei den Messetagen im Abteigebäude und im Bäulein von Maria Bildhausen immer wieder.

Auch, oder gerade weil das Wetter nicht gerade zum Spaziergang einlud, waren viele gekommen, um die Werkstatt-Show genau zu betrachten. Es waren vor allem die handgefertigten Kleinigkeiten der verschiedenen Werkstätten, die die Besucher besonders in Augenschein nahmen. Ob es die verschiedenen Kerzen waren, die unzähligen Kleinigkeiten zum Frühjahr oder auch die Lebensmittel, die im Angebot waren.

Große Auswahl

Im Mittelpunkt der diesjährigen Messetage standen die Aussteller, die aus dem gesamten Bundesgebiet gekommen waren. Sie stellten nicht nur Ihre Dienstleistungen vor, sondern hatten auch ihre Eigenproduktlinien im Angebot. Da gab es unter anderem handgefertigte Würfelwachskerzen, Raps Wachs Kerzen, bunte Armbändchen, Schlüsselanhänger, in Handarbeit hergestellte Kissen oder auch, um nur einiges zu nennen, aus der Kloster Manufaktur Maria Bildhausen Keramikarbeiten für Haus und Garten. Selbst leuchtende Weihnachtssterne konnte man bewundern aber auch Würfelwachsschalen oder größere und kleinere, besonders gestaltete Insektenhäuschen. Maria Bildhausen war eine Leistungsshow mit Messecharakter verschiedener Sozialeinrichtungen. Sie stellten nicht nur ihre Dienstleistungen vor, sondern präsentierten auch ihre vielseitigen Eigenproduktlinien.

Benjamin Schmitt, stellvertretender. Einrichtungsleitung der Werkstätten für behinderte Menschen und Einrichtungsleiter Matthias Erlwein vom Dominikus Ringeisenwerk Maria Bildhausen sagten, dass die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen "einen enormen Beitrag in und an unserer Gesellschaft" leisten. Das dürfe man nicht verkennen. So bieten sie Menschen, welche nicht, noch nicht oder wieder nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen können, adäquate und angepasste Arbeitsplätze. Damit wiederum erfüllen sie ihren gesetzlichen Reha-Auftrag. "Sie schaffen Teilhabe am allgemeinen Arbeitsmarkt und bieten berufliche Bildung." Zeitgleich sind die Einrichtungen in die deutsche Wirtschaft eingebunden und somit wichtige Partner regionaler und überregionaler Unternehmen. Viele Unternehmer klagen momentan über Fachkräftemangel und Zulieferprobleme. Die in Maria Bildhausen teilnehmenden Einrichtungen könnten ein Möglichkeit zur Schließung dieser Lücke sein, sagen die teilnehmenden Aussteller. Kooperationen mit Werkstätten für Menschen mit Behinderung würden finanzielle Vorteile für Unternehmen bieten, denn erbrachte Leistungen können gegebenenfalls auf eine zu zahlende Ausgleichsabgabe angerechnet werden.

Idee aus dem Jahr 2016

Die Einkaufstage wurden wieder vom Fränkischen Werkstätten Verbund, Design Inklusiv und vom Dominikus-Ringeisen-Werk Region Unterfranken veranstaltet. Die Idee dieser sogenannten Werkstatttage entstand übrigens im Jahr 2016, weiß Benjamin Schmitt. Nun zeige sich, dass diese Idee genau richtig war. Ein Highlight in diesem Jahr war ganz sicher eine Werkstatt, die große Wertstofftonnen in Sitzmöbel umbaut. Frank Wemhöner, Leiter der Arbeitsvorbereitung der Herforder Werkstätten, erläuterte den Besuchern, dass diese wahlweise auch mit Musikanlage ausgerüstet werden können.

Kundenähe ist wichtig

Das Besondere an der Verkaufsmesse war dabei aber auch die direkte Nähe zum Kunden. Benjamin Schmitt: In Zeiten, in denen Verkaufsportale im Internet Hochkonjunktur haben, will das Dominikus-Ringeisen-Werk etwas entgegensetzen: Man lernt die Endkunden kennen und kommt über das ein oder andere ins Gespräch.

Ziel sei natürlich die Präsentation der eigenen Leistungen. Alle Werkstätten stellen ihre Produkte selbst her, verwenden regionale Materialien, produzieren nachhaltig und sehr hochwertig, sagt der stellvertretende Einrichtungsleiter. Man wolle den Einkäufern vermitteln, dass sie hier sehr gute Qualität bekommen.