Die Lage am Arbeitsmarkt der Region Main-Rhön sei im Dezember durch die Schritte zur Bekämpfung der vierten Welle der Pandemie gekennzeichnet, heißt es in einem Pressebericht der Agentur für Arbeit Schweinfurt. Es waren 7355 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 223 Personen oder 3,1 Prozent mehr als im November. Die Arbeitslosenquote stieg von 2,9 Prozent im November auf 3,0 Prozent im Dezember. Im Dezember 2019 wurden 62 Arbeitslose weniger gezählt und die Arbeitslosenquote lag bei 2,9 Prozent. "Während der vierten Corona-Welle ist die Lage am Arbeitsmarkt der Region Main-Rhön einerseits durch eine stabile Arbeitslosenquote und andererseits durch einen deutlichen Anstieg der Anzeigen auf Kurzarbeit gekennzeichnet", sagt Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt.

589 Menschen meldeten sich in die Erwerbstätigkeit ab, während sich 870 Personen arbeitslos meldeten. Im Vergleich zum Vorjahr sind, mit einem Minus von 1292 Personen (-14,9 Prozent), deutlich weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Allerdings war der Dezember 2020 noch stark von der Corona-Krise geprägt. Damals waren 8647 Menschen arbeitslos. Die Quote lag bei 3,5 Prozent. Vor der Krise lag die Dezember-Arbeitslosenquote zuletzt im Jahr 2016 mit 3,4 Prozent höher. "Das Risiko, arbeitslos zu werden, wird in der Corona-Pandemie mithilfe der Kurzarbeit stark begrenzt. Auffällig ist jedoch, dass in Folge der anhaltenden Krise die Beendigung von Arbeitslosigkeit schwieriger wird. Dies zeigt sich dadurch, dass die Anzahl der Langzeitarbeitslosen (länger als zwölf Monate arbeitslos gemeldet) im Vergleich zum Vorjahr um 141 Personen (6,2 Prozent) angestiegen ist. Während im Laufe 2021, die Anzahl der Arbeitslosen insgesamt gesehen in der Region Main-Rhön sukzessive deutlich gesunken ist, hat sich die Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt. Ursache ist nicht zuletzt die nur sehr eingeschränkten Fördermöglichkeiten während der Corona-Pandemie für diese betroffene Personengruppe gewesen. Das Ziel muss es sein, dass gerade Benachteiligte wieder stärker in den Fokus rücken", ergänzt Stelzer.

Mehr Kurzarbeit angezeigt

Die Anzeigen zur Kurzarbeit im Berichtsmonat stiegen. Im Vergleich zum Vormonat mit 624 Betrieben, gab es eine Zunahme der Anzeigen auf Kurzarbeit auf 699 Betriebe. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Arbeitnehmer von 9762 auf 10 979. Nachdem die monatliche Zahl der Neuanzeigen sich seit April kontinuierlich verringert hatte, stieg diese erstmals im Dezember wieder an. Dies betraf hauptsächlich das Hotel- und Gaststättengewerbe, das Verarbeitende Gewerbe sowie die Branche Verkehr und Lagerei.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg im Dezember an. Die Vermittlungsfachkräfte im Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter hatten im Dezember 1086 neue Suchanfragen nach Arbeitskräften von Arbeitgebern entgegengenommen. Das waren 319 Stellen (+41,6 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. Die Top Fünf finden sich in den Berufsbereichen Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung mit 1758 Stellen, Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit mit 1130 gemeldeten Stellen, Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung mit 1067 Stellenausschreibungen, kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus mit 697 offenen Stellen sowie in den Berufsbereichen Bau, Architektur, Vermessung, Gebäudetechnik mit 639 Stellenangeboten, im Bestand. "57 Prozent des Stellenbestandes betrafen Fachkräfte, 20 Prozent Spezialisten beziehungsweise Experten und lediglich 23 Prozent der Stellengesuche waren für Helfer", erklärt Stelzer die Verteilung des Stellenbestandes nach Qualifikation in der Region.

Belastung bis Ende des ersten Quartals 2022

"Die aktuellen Corona-Einschränkungen werden den Arbeitsmarkt voraussichtlich noch in bestimmten Bereichen wie zum Beispiel der Veranstaltungsbranche, der Reisebranche, der Hotel- und Gaststättenbranche bis zum Ende des ersten Quartals 2022 belasten. Zusätzlich werden die Digitalisierung und der demografische Wandel den Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten und Jahren erheblich verändern", bewertet Stelzer die aktuelle Lage. "Handlungsbedarf besteht beispielsweise bei der Sicherung des Arbeitskräftebedarfs und damit verbunden bei der Förderung der Aus- und Weiterbildung. Mittelfristig wird der Erfolg des Arbeitsmarktes davon abhängen, wie gut diese Umbrüche bewältigt werden. Mit der sich erholenden Nachfrage nach Arbeitskräften werden auch Engpässe am Arbeitsmarkt wieder relevanter als zu Krisenzeiten. Das betrifft derzeit in Teilen auch Bereiche wie das Gastgewerbe, die während der Corona-Krise viel Beschäftigung verloren haben und nach der Pandemie in kürzester Zeit ihr Personal wieder aufstocken werden müssen."