Kurz vor der Bundestagswahl besuchen die SPD-Politiker Sabine Dittmar und Markus Rinderspacher das Kloster Kreuzberg.
Auf Wahlkampftour durch die Rhön: Da darf ein Besuch im Kloster Kreuzberg nicht fehlen, inklusive Führung durch das neue Bruder-Franz-Haus und die Ausstellung zum Wirken von Franz von Assisi. Beim Mittagessen in der Klosterschänke dann der Wechsel von spirituellen zu politischen Themen. Markus Rinderspacher, SPD-Fraktionsvorsitzender im bayerischen Landtag, und die SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar reden über Tourismus, den möglichen Nationalpark Rhön - und über marode, kommunale Schwimmbäder.
"Wir haben über 900 Schwimmbäder in Bayern und jedes dritte davon ist sanierungsbedürftig", nennt Rinderspacher die offiziellen Zahlen aus dem Innenministerium. In Unterfranken sei die Situation noch etwas ungünstiger als im Rest des Freistaates: Von 133 Bädern müssten 55 erneuert werden, acht seien von einer Schließung bedroht. Veraltete Schwimmbäder und klamme Kommunen, die Probleme haben, Unterhalt und Sanierung zu finanzieren sind besonders im Landkreis Bad Kissingen ein Thema: Die Hallenbäder in Wildflecken und Münnerstadt wurden bereits geschlossen. Die Stadt Bad Kissingen steht aktuell vor Millioneninvestitionen ins Terrassenbad, die sie aus eigener Tasche bezahlt, obwohl die Stadt ihren Haushalt konsolidiert und dafür Stabilisierungshilfe von der Regierung erhält.
Offen über Nationalpark diskutieren
"Der Freistaat hat seine Sportstättenförderung in den 1950er Jahren eingestellt", sagt Rinderspacher. Sanierungsarbeiten in Hallenbädern werden nur gefördert, wenn eine entsprechend hohe Nutzung durch Schulen gegeben ist. Gerade den Kommunen im ländlichen Raum bringe das nichts, findet er. Es brache deshalb Staatshilfen, um die Kommunen zu entlasten Die Landtags-SPD fordert deshalb einen Sonderfonds über 30 Millionen Euro. "Schwimmbäder gehören zur Daseinsvorsorge", sagt Rinderspacher und verweist auf die wachsende Zahl von Nichtschwimmern und die hohe Zahl an Badetoten in Bayern (2016 sind im Freistaat insgesamt 91 Menschen ertrunken).
Ebenfalls Thema bei dem Besuch auf dem Kreuzberg war der mögliche Nationalpark Rhön. Dittmar will sich noch nicht endgültig positionieren. "Ich persönlich bin aber der Meinung, dass ein Nationalpark eine Aufwertung für die Region ist", meint sie. Zunächst müsse aber die neue Gebietskulisse und eine Machbarkeitsstudie abgewartet werden. Auf dieser Grundlage müsse man abwägen. Bei der Entscheidung, wo der Nationalpark entsteht, "dürfen nicht nur naturschutzfachliche Argumente eine Rolle spielen, sondern auch die wirtschaftliche Perspektive". Ingolstadt (Donauauen) hätte eine wirtschaftliche Aufwertung weniger nötig, als eine ländliche Region wie die Rhön. In Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung sei es außerdem wichtig, sich Länder und Landkreis übergreifend zu vernetzen. "Die Rhön GmbH ist da ein erster Schritt", sagt die SPD-Politikerin. Ziel müsse es sein, gute Arbeitsplätze in der Tourismusbranche zu schaffen, um Leute in der Region zu halten.