In der Nacht auf Freitag hatte der Hochwasserscheitel der Saale Bad Kissingen passiert. Die Messstelle am Golfplatz verzeichnete um 2 Uhr mit 4,30 Metern den höchsten Pegel. Damit wurde die Hochwassermeldestufe drei (vereinzelt bebaute Grundstücke überflutet) deutlich überschritten, die insgesamt höchste Meldestufe vier jedoch nicht erreicht. Sie beginnt an der Stelle bei 4,45 Metern.

"Die Meldestufe drei hatten wir an den meisten Pegelmessstellen", berichtet Leonhard Rosentritt, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen. Das Hochwasser laufe jedoch auch schnell wieder ab. Am Freitagmittag war der Pegel mit 4,10 Metern bereits wieder unter die Meldestufe drei gesunken. Der Experte rechnet damit, dass sich die Hochwasserlage weiter entspannt. "Daran wird der Niederschlag, so wie er gemeldet ist, nichts ändern", sagt er. Die Gewässer werden zwar vollgefüllt bleiben, und es wird Wasser stehen, aber die Pegel werden in den nächsten Tagen voraussichtlich nur noch über die Meldestufe eins (stellenweise Ausuferungen) hinaussteigen.

Unbelehrbare Autofahrer suchen das Risiko

Wegen des Saale-Hochwassers ist die Verbindungsstraße zwischen Bad Bocklet und dem Ortsteil Aschach seit Tagen für jeden Verkehr gesperrt. Eindeutige Verbotsschilder, die nicht zu übersehen sind, weisen auf beiden Seiten darauf hin. Doch das interessiert viele Autofahrer überhaupt nicht. Am Donnerstagnachmittag befuhren, während unser Fotograf mit seiner Kamera eine knappe Viertelstunde lang auf der Lauer lag, mehr als ein Dutzend Fahrzeuge in beiden Richtungen die über mehrere 100 Meter gesperrte Straße. Das Wasser spritzte hoch, und die zahlreichen Zuschauer warteten gespannt darauf, ob eines der Autos stecken blieb, und manche hielten auch alles mit dem Smartphone als Bild oder Video fest. Alle Fahrzeuge kamen zum Glück durch, und so war kein Einsatz der Feuerwehr nötig. Es gab aber auch vernünftige Autofahrer, die angesichts der Seenlandschaft vor dem Kurgarten und in den Saalewiesen lieber umdrehten und einen Umweg fuhren.

Rhöner Schnee schmilzt langsam

Gerald Söder, Katastrophenschutzbeauftragter im Landkreis Rhön-Grabfeld blickte in diesen Tagen immer öfter auf die Hochwasserlagemeldung Bayern, konkret natürlich auf die Pegelstände in Rhön-Grabfeld. Dies macht auch Markus Schneyer, Kommandant der Bad Neustädter Feuerwehr. Bei starken Regenfällen, wie am Mittwochabend, machte er sich auch einmal auf einen Kontrollgang entlang der Brend und der Saale. Vor allem weil das Wasser des letzten Hochwassers vor wenigen Tagen noch nicht abgelaufen ist. Gerald Söder erinnert sich dazu an eine Aussage von Kreisbrandrat Stephan Schmöger: "Viel Schnee, großes Wasser, wenig Schnee, kleines Wasser." Genau das zeige sich in diesen Tagen, wenn der Schnee in der Rhön nur langsam abschmilzt und sich nicht mit dem Regen vermischt. Sollte sich die Situation zuspitzen wäre man, wie auch die Rettungsdienste vorbereitet. Dazu gibt es im Krisenfall entsprechende Vorgaben.