TSV Ebenhausen: Vom reinen Turnverein zu einem modernen,breit aufgestellten Klub
Autor: Elisabeth Mehn
Ebenhausen, Mittwoch, 30. Oktober 2019
Der TSV Ebenhausen hat während seiner fast 100-jährigen Geschichte viel erlebt und gefeiert, musste aber auch Rückschläge hinnehmen. Alles in allem kann aktuell fast jeder ein für ihn passendes Sportprogramm finden.
Wie viele Geschichten könnte ein 100-Jähriger über sein Leben erzählen? - Über sein Leben, und alles was ihm in dessen Verlauf so alles widerfahren ist. In seiner Entwicklung vom Kind zum Senior mit reichlich Lebenserfahrung hatten viele äußere Gegebenheiten, markante Persönlichkeiten und gesellschaftliche Veränderungen Einfluss auf seinen Werdegang. Genauso wurde der Turn- und Sportverein Ebenhausen in den vergangenen 100 Jahren von vielem beeinflusst.
Am 10. Juli 1920 wurde der TSV als Turnverein gegründet. Bis zum Zweiten Weltkrieg und in die 1950er Jahre hinein blieb die sportliche Betätigung dem Turnen sowie später auch der Leichtathletik vorbehalten. Erst mit der Gründung der Fußballabteilung im Jahr 1949 war Fußball über lange Jahre prägende Sportart im Verein. Dies beweist zum Beispiel der Bau eines ersten Fußballplatzes nach dem Krieg, danach die Errichtung eines Vereinsheimes und schließlich in der Blütezeit des Fußballs in den 1980er die Anlage eines zweiten Fußballplatzes mit Flutlichtanlage.
Turn- und Leichtathletikbetrieb eingestellt
Nachdem 1960 nach dem Turn- auch der Leichtathletikbetrieb eingestellt worden war, blieb also zunächst der Fußball als tragende Größe übrig. Doch es regten sich noch andere zarte Pflänzchen im Verein: Ende der 1950er Jahre wurde für kurze Zeit Korbball gespielt, Anfang der 1970er Jahre fing man im Verein an, äußerst erfolgreich Judo und Basketball zu betreiben. Während die Kampfsportart Judo nur ungefähr zehn Jahre lang praktiziert wurde, gibt es die Basketballabteilung in Form einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Oerlenbach noch heute.
Seit Mitte der 1960er Jahre erlebte der Fußball einen regelrechten Aufschwung, der sich in der Gründung einer Jugend- und einer zweiten Herrenmannschaft, danach einer Schüler- sowie einer Alt-Herren-Mannschaft zeigte. Ende der 1970er Jahre war die Zeit dann reif für weitere Breitensportarten: Die Tischtennisabteilung wurde ins Leben gerufen, die 26 Jahre lang, von 1979 bis 2005, Bestand hatte. Außerdem wurde neben dem Basketballsport endlich etwas für das weibliche Geschlecht angeboten: In der Abteilung "Tanz & Gymnastik" konnten sich zunächst nur Mädchen, später auch Frauen sportlich betätigen. Diese echte Breitensport-Abteilung, die 2016 in Abteilung "Fitness und Gesundheit" umgetauft wurde, wächst nach wie vor und verfügt inzwischen über fünf Gruppen für Erwachsene und sechs Angebote für Kinder - mit der Tendenz nach oben.
Bereich Jugendfußball wächst
Doch auch im Bereich Fußball tat sich einiges: Nachdem um die Jahrtausendwende der Bereich Jugendfußball immer weiter wuchs und jedes Jahr aufs Neue die Bildung von Spielgemeinschaften erforderte, wurde 2005 die Jugendfördergemeinschaft Oberes Werntal 05 aus der Taufe gehoben, unter der sämtliche Fußball-Jugendmannschaften von der U 13 bis zur U 19 firmierten. Bereits ein Jahr später wurde die Damenfußball-Abteilung gegründet, die inzwischen ein fester Bestandteil im Vereinsleben ist. In diese Zeit fallen auch die kurze Episode der Dart-Abteilung sowie der Versuch der Gründung einer Schach-Abteilung.
Wegweisend war im Jahr 2011 der Entschluss, das Amt des Vorsitzenden auf drei Schultern zu verteilen. Die Bildung einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Oerlenbach im Herrenfußballbereich im Jahr 2015 spiegelt einen Trend in vielen Sportvereinen wider, die aus eigenen Reihen nicht mehr genügend Fußballer für den Spielbetrieb stellen können.
Im kulturellen Bereich sehr aktiv
Aber nicht nur im sportlichen, sondern auch im kulturellen Bereich war der Turn- und Sportverein Ebenhausen in den letzten 100 Jahren aktiv. In den Nachkriegsjahren wurde von den Vereinsmitgliedern Theater gespielt, zunächst in der Bahnhofswirtschaft und später bis 1960 im Saalbau Karch. Danach verlagerte sich der Schwerpunkt auf Faschingsveranstaltungen und Elferratssitzungen, die 25 Jahre lang bis 1988 nicht mehr aus dem Dorfleben wegzudenken waren.