Im März zeigte sich der Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön trotz langanhaltendem Lockdown unbeeindruckt, schreibt die Agentur für Arbeit Schweinfurt im aktuellen Bericht. 8974 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 396 Personen oder 4,2 Prozent weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank kontinuierlich vom Januar mit 3,8 Prozent auf 3,7 Prozent im Februar und auf 3,6 Prozent im März. Im Landkreis Bad Kissingen waren 2174 Menschen ohne Arbeit, die Quote liegt bei 3,7 Prozent (- 0,2 im Vergleich zum Vormonat, + 0,6 im Vergleich zum März 2020).

"In der einjährigen Rückblende beobachten wir seit Beginn der Pandemie im März 2020, eine historisch einzigartige Situation auf dem Arbeitsmarkt. Bei der Kurzarbeit stellt das Ausmaß der Pandemie alle vorherigen Krisen unserer Region in den Schatten. Der sprunghafte Anstieg der Arbeitslosigkeit im April 2020 um 1113 Personen (plus 0,5 Prozentpunkte) auf 9124 arbeitslose Personen und einer Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent traf den Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön völlig unvorhersehbar. Ab August 2020 erholte sich der Arbeitsmarkt sukzessive, bis zum zweiten Lockdown im November. Die Arbeitslosigkeit sank in diesem Zeitraum von 9934 arbeitslosen Personen (4,0 Prozent) um 1414 Personen (minus 0,4 Prozentpunkte) auf 8520 (3,4 Prozent). Die Anzeigen auf Kurzarbeit verzeichneten damals einen historischen Höchststand. Im April 2020 wurde für 3254 Betriebe und im Mai für 38 013 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. Die Kurzarbeit stabilisierte den Arbeitsmarkt und war erfreulicherweise im Jahresverlauf rückläufig. Mit dem Lockdown light ab November und dem harten zweiten Lockdown ab Mitte Dezember wurde die positive Entwicklung gebremst bevor ein erneuter deutlicher Anstieg erfolgte. Die negativen Effekte des Lockdowns für die Beschäftigten werden weiterhin überwiegend durch die Kurzarbeit aufgefangen", fasst Thomas Stelzer, Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die Situation auf dem Arbeitsmarkt zusammen.

Die Ausbreitung des Corona-Virus hat demnach im Vergleich zum Vorjahresmonat zu einem massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt. Damals wurden 8011 arbeitslose Menschen gezählt und die Arbeitslosenquote lag bei 3,2 Prozent. Dies waren 963 (zwölf Prozent) arbeitslose Personen weniger. Derzeit sind die Beschäftigungschancen für Menschen ohne Berufsausbildung deutlich geringer als in den Jahren vor der Pandemie, so die Agentur. Darüber hinaus verlängert sich für den Einzelnen oft die Dauer der Arbeitslosigkeit aufgrund der Corona-Beschränkungen. Aus diesem Grund war auch die Zahl der 2518 langzeitarbeitslosen Menschen (Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet sind) im Vergleich zum Vorjahr um 732 Personen (plus 41,0 Prozent) angestiegen. "Die Coronakrise erhöht die Gefahr, dass sich die Arbeitslosigkeit verfestigt und die Zahl der Langzeitarbeitslosen steigt", betont Stelzer.

Im ersten Lockdown 2020 kam es zu einem unvergleichbar hohen Einsatz von Kurzarbeit, so die Agentur. Mit einem Höchststand der Anzeigen im April wurde für 3254 Betriebe und im Mai für 38 013 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. Nach einem Rückgang im Laufe des Sommers führte der erneute Lockdown ab November zu einem wiederholten Anstieg. Im Vergleich waren in der Finanzkrise 2009 für rund 350 Betriebe mit 25 500 Arbeitnehmern Kurzarbeit angezeigt worden. Im März sanken die Anzeigen trotz des anhaltenden Lockdowns. Es gab 2881 Anzeigen der Betriebe für 38 007 Personen auf Kurzarbeit. Im Vergleich zum Vormonat war dies ein Rückgang von 73 Betrieben mit 567 Arbeitnehmern. Aktuelle Hochrechnungen der amtlichen Statistik zur realisierten Kurzarbeit liegen bis November vor. Demnach wurde im November für 1587 Betriebe mit 14 729 Beschäftigten Kurzarbeitergeld abgerechnet. Dies entsprach rund 14,5 Prozent der 10 955 Unternehmen und 8,3 Prozent der 178 411 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region Main-Rhön. Im Oktober waren es noch rund 11,2 Prozent der Unternehmen und 8,0 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, welche Kurzarbeit in Anspruch nahmen.