Therapiehunde sind seit einigen Jahren schon in Senioren- und Pflegeheimen gern gesehene Gäste. Da ist die Rede von Hunden, Esel, und sogar Hühner werden als Co-Therapeuten eingesetzt, weiß Andreas Pfister vom Ausbildungszentrum für Therapie- und Behindertenbegleithunde Canisteam in Bastheim. Am häufigsten ist es jedoch der Hund, allerdings sei nicht jeder geeignet. Wunder könnten die Tiere nicht vollbringen, aber richtig eingesetzt, erleichtern sie die Arbeit und finden oftmals Zugang zu Menschen mit Hilfebedarf. Das alles erfuhren die Teilnehmer eines Kurses aus den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen in den vergangenen Wochen.

Grundvoraussetzung sei es, ein entspanntes Umfeld und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Wichtig nennt Andreas Pfister das Miteinander zwischen Mensch und Hund. "Wir müssen lernen, was wir unserem Hund abverlangen können und auch zu seinem Wohl handeln." Wie im richtigen Leben gehören immer zwei dazu. Deshalb könne eine tiergestützte Therapie nur in gegenseitiger Zuwendung von Mensch und Hund geschehen. Der Mensch sei auf der einen Seite beziehungsfähig, lernwillig, strukturiert, außerdem verantwortungsbewusst und einfühlsam. Der Hund wiederum ist lernfreudig, menschenbezogen, arbeitswillig, gehorsam und sollte keine Aggression gegenüber Menschen, Artgenossen und anderen Tieren zeigen.

Als Mindestalter eines Therapiebegleithundes nennt der Ausbilder zwölf Monate. Bei einer Gesamtausbildung zum Therapiebegleithund ist eine sogenannte Kombiprüfung notwendig, wie diese, die in Bastheim und Umgebung durchgeführt wurde. Erst nach dieser Prüfung können sich Besitzer und Hund ein geeignetes Trainingsfeld suchen. So unter anderem ein Seniorenheim, Kinder- oder Jugendheim oder eine Behinderteneinrichtung, um den Hund behutsam an seine zukünftige Aufgabe heranzuführen. Ein entsprechendes Hunde-Halstuch, das in Mellrichstadt nach der Prüfung vergeben wurde, machte dies deutlich. Mehr als 180 Unterrichtsstunden sind in Theorie und Praxis notwendig, um Fertigkeiten und Kenntnisse für den späteren Einsatz zu erarbeiten.

Andreas Pfister nennt bei einem Pressegespräch unter anderem die Kynopädagogik (hundgestützte Pädagogik), die Humanmedizin, Rechtskunde, Pflege oder auch Tierschutz und Ethik. Die Kombiprüfung umfasste eine Gehorsamsübung, ein Stadttraining in Mellrichstadt, Begegnungen bei Menschen mit Rollstuhl oder Gehhilfen, das Verhalten in Restaurants und öffentlichen Verkehrsmitteln. Außerdem ging es um den Umgang mit Senioren, Kindern oder auch Behinderten. Der ausgebildete Hund kann nach der abgeschlossenen Prüfung in der Logopädie, Ergotherapie oder auch bei einer Autismus-Therapie eingesetzt werden. Das alles gibt es beim Ausbildungszentrum Hund & Mensch in der Hundeschule Canisteam mit Andreas Pfister.

Bestandene Kombiprüfung hieß es dann für Julia Waldner (Nüdlingen) mit Hovawart "Fritz", Gabi Ströbert (Bad Kissingen) mit Briard Hündin "Lotte", Kathrin Wojtzyk (Bad Neustadt) mit Aussie-Doodlehündin "Lotte", Marion Winnefeld (Sulzfeld) mit Golden Retriever Hündin "Whoopee", Anja Karch (Münnerstadt) mit Labrador "Eik", Ralf Bötsch (Bad Königshofen) mit Golden Retriever Hündin "Käthe" und Susanne Rehn (Burgthann) mit Briard Hündin "Yoko". Die Kombiprüfung ist die erste von drei Prüfungen. Die Ausbildung dauert ein Jahr und beinhaltet theoretische und praktische Bereiche. Sie endet mit einer staatlich anerkannten Abschlussprüfung, abgenommen von Prüfern des deutschen Ausbildungsvereines für Therapie und Behindertenbegleithunde und einem Amtsveterinär. Nach der Ausbildung wird der Hund als Diensthund eingestuft und ist berechtigt am Klienten auch gegen Entgeld zu arbeiten. Die Bildungsstätte Canisteam gehört seit Dezember 2020 zu einer von drei Bildungsstätten des deutschen Ausbildungsvereins für Therapie und Behindertenbegleithunde in Deutschland. Unter Leitung von Andreas Pfister werden im Jahr zwei Seminare angeboten.