Druckartikel: Spuren bis Nüdlingen

Spuren bis Nüdlingen


Autor: Arthur Stollberger

Nüdlingen, Freitag, 28. November 2014

Am 10. Juli 1866 kam der Bruderkrieg auch in den Landkreis Bad Kissingen. Ein örtlicher Arbeitskreis rief die Ereignisse in einem Vortragsabend in Erinnerung.
Kreisheimatpfleger Christian Neugebauer erklärt Uniformen und militärische Ausrüstungsgegenstände.  Foto: Arthur Stollberger


Bayern und Preußen in blutigen Gefechten auf Nüdlinger Fluren. Das Interesse vieler Nüdlinger am historischen Geschehen und besonders an den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Preußen und dem Deutschen Bund im Jahr 1866 ist groß. Das wurde auch beim Vortragsabend des "Arbeitskreises Nüdlingen 1866" deutlich. Die bayerischen Soldaten kämpften auf der Seite des Deutschen Bundes. 1#googleAds#100x100 Der Arbeitskreis hat sich zum Ziel gesetzt, die Ereignisse vor fast 150 Jahren neu in Erinnerung zu rufen. Zweiter Bürgermeister Edgar Thomas, der als Mitglied des Arbeitskreises die Anwesenden und die Referenten des Abends begrüßte, stellte warnend fest: "Der Krieg darf heute kein Mittel der politischen Auseinandersetzung mehr sein."
Die Anwesenden, unter ihnen ein Drittel Frauen, folgten gespannt den Ausführungen von Oberstleutnant a.D. Jürgen Bereiter in seinem zweiten Multimedia-Vortrag. Zuvor hatte Kreisheimatpfleger Christian Neugebauer in einer Präsentation eine Reihe von Original-Uniformen von verschiedenen Dienstgraden, sowie Waffen, Munition und Ausrüstungsgegenstände vorgestellt. Zu beobachten war zum Beispiel, wie die damaligen Gewehre der Bayern und der Preußen gehandhabt wurden. Der Unterschied zwischen dem bayerischen Vorderlader und dem preußischen Zündnadelgewehr wurde vom Kreisheimatpfleger erläutert. Überrascht waren die Zuhörer, zu erfahren, dass die im Krieg verwendeten Kanonen teilweise eine Schussweite von 4000 Metern hatten.
Christian Neugebauer freute sich über das große Interesse der Nüdlinger an dieser Geschichte und stellte fest: "So eine große Resonanz habe ich noch nicht erlebt". Er erwähnte, dass unter den gefallenen bayerischen Soldaten auch ein "Bartholomäus Hofmann" gewesen sei, der aus Nüdlingen stammte.

Eindrucksvolle Schilderung

In seinem zweiten Multimediavortrag ging Jürgen Bereiter nach einem Rückblick auf die Kriegsziele des preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck auf die Truppenbewegungen Preußens und Bayerns ein. Diese führten am 9. und 10. Juli 1866 dazu, dass der Krieg nach Bad Kissingen, Winkels und Nüdlingen kam. Unter den Stimmungsbildern, die vermittelt wurden, ragte die Schilderung eines prominenten Augenzeugen, des Nüdlinger Ortspfarrers Michael Erhard, besonders hervor. Jürgen Bereiter zeigte auch eine Original-Generalstabskarte vom Gebiet Bad Kis singen - Nüdlingen mit ein. Zusammen mit realistischen Filmszenen, die den unmittelbar vorausgegangenen amerikanischen Bürgerkrieg darstellten, konnten sich die Zuhörer in das Kampfgeschehen - etwa am Sinnberg - einbezogen fühlen.
Bürgermeister Edgar Thomas kündigte beim Dorffest Nüdlinger Fläär eine kleine Ausstellung zum Geschehen von 1866 an. Bis zum Jahr 2016 werde es weitere Veranstaltungen zum Krieg vor 150 Jahren geben.