Uechi-Ryu Bad Kissingen: Spaß am Kampfgeist

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Noah-Sky aus Bad Kissingen zeigt einen Ellenbogenstoß aus seiner Rangkata. Fotos: Ilko Augsten
Noah-Sky aus Bad Kissingen zeigt einen Ellenbogenstoß aus seiner Rangkata.  Fotos: Ilko Augsten
24 Kinder und Jugendliche der Uechi-Ryu Karateschule von Andreas Haberzettl (links) haben an der Kindermeisterschaft teilgenommen.
24 Kinder und Jugendliche der Uechi-Ryu Karateschule von Andreas Haberzettl (links) haben an der Kindermeisterschaft teilgenommen.
 

Im traditionellen Karate spielen Wettkämpfe eine untergeordnete Rolle. Bei der Uechi-Ryu-Karateschule ist eine Kindermeisterschaft eine Erfahrung.

Bei Noah-Sky ist die Aufregung noch etwas größer, als bei den übrigen Gelb- und Blaugurten. Vor ihm eine Jury aus drei erfahrenen Karatekas, zu seiner Linken das Publikum. Alle schauen zu, wie er die freie Fläche vor der Jury betritt, sich verbeugt und mit seiner Kata beginnt. Als Blaugurt ist er zwar kein Anfänger mehr, sondern schon fortgeschritten, bis zum Schwarzen Gürtel und damit zu einem Meistergrad wird der Junge aber noch einige Zeit trainieren müssen.

Die Gürtelfarben teilen die Karateschüler entsprechend ihrem Trainingsstand und ihren Fertigkeiten ein. 24 Kinder und Jugendliche vom Grundschüler bis zu Gymnasiasten, vom Neuling bis zum Schwarzgurt haben an der Kindermeisterschaft der Uechi-Ryu Karateschule Bad Kissingen teilgenommen. Bei einer regulären Gürtelprüfung müssen die Nachwuchs-Karatekas eine größere Zahl an Übungen, unter anderem auch Angriffs- und Verteidigungstechniken mit einem Partner. Im Gegensatz dazu führten sie bei der Uechi-Ryu Kindermeisterschaft ihre jeweilige Rangkata vor. Eine Kata ist ein Kampf gegen einen imaginären Gegner, bei der die Abfolge von Schlag- und Tritttechniken genau festgelegt ist. Je fortgeschrittener ein Karateka, desto anspruchsvoller die Kata, die er lernt. 1#googleAds#100x100

Noah-Sky ist als erster an der Reihe. Er hat niemanden vor sich, bei dem er sich noch einmal etwas abschauen kann, keinen, der routiniert die Kata vorzeigt und ihm so etwas von der eigenen Nervosität nimmt. Weil er dadurch einen kleinen Nachteil hat, darf er am Ende noch einmal ran, wenn alle anderen fertig sind. Noah-Sky macht seine Sache gut: Beim ersten Mal noch etwas zögernd und mit kleinen Hängern, im zweiten Anlauf dann deutlich sicherer und mit viel Kampfgeist. Seine Vorführung sichert ihm den dritten Platz unter den Gelb- und Blaugurten bei der Kindermeisterschaft.

Bei Uechi-Ryu handelt es sich um einen traditionellen Karatestil aus Okinawa, den Andreas Haberzettl (7. Dan) seit mehr als 30 Jahren unterrichtet. Im Gegensatz zu vielen anderen (Kampf-) Sportarten steht der Wettkampfcharakter weniger im Vordergrund. Wettbewerbe, an denen die Karateschüler teilnehmen, sind eher selten. "Im traditionellen Karate ist die persönliche Weiterentwicklung, die Gemeinschaft und letztendlich der Spaß von zentraler Bedeutung", sagt Haberzettl.

Dennoch ist eine Meisterschaft eine wichtige Erfahrung, die nicht nur dem Selbstvertrauen der Kinder gut tut. Jedes Kind und jeder Jugendliche der teilnimmt, bekommt einen Pokal oder eine Medaille. Ein Erfolgserlebnis, das ihnen einen Schub nach vorn bringt. "Eine Meisterschaft dient hauptsächlich der Motivation und läuft daher unter dem Motto: Wer mitmacht gewinnt", erklärt der Karate-Lehrmeister.