Tabea Lang ist Kapitänin ihres Teams, Vorstandsmitglied im Verein und beruflich Verkaufsleiterin bei einem mittelständischen Unternehmen. Verantwortung zu übernehmen, gehört zur sportlichen wie privaten Vita der mittlerweile in Hammelburg lebenden 32-Jährigen. Rein also ins Gespräch, in dem es natürlich, aber keineswegs nur um Volleyball geht.

Wer hat Sie angespielt?

Tabea Lang: Oscar Benner hat mich angespielt. Ihn habe ich 2014 kennen gelernt, als ich zum TV/DJK Hammelburg gekommen bin.

Wie sieht Ihr Laufweg aus?

Ich habe viele Jahre beim TV Creglingen gespielt. Nach einem Auslandsaufenthalt war ich für kurze Zeit beim TSV Röttingen und bin dann zu den Rottenberger Angels gewechselt, wo wir Meister wurden und in die Regionalliga aufgestiegen sind. Von dort bin ich dann zum TV/DJK Hammelburg gekommen. In meiner ersten Saison hier sind wir dann in die 3. Liga aufgestiegen.

Es heißt, Sie wären ein reflektierter Mensch, der aber auf dem Spielfeld auch mal explodieren kann. Wann ist denn die Lunte bei Ihnen besonders kurz?

Besonders kurz ist sie, wenn ich den Eindruck erhalte, man müsse sich im Spiel oder Training nicht anstrengen. Auch fällt es mir zuweilen schwer zu akzeptieren, wenn wir unter unserem Niveau spielen und viele unnötige Eigenfehler passieren.

Setzen Sie Ihre Aggression auch gezielt als taktisches Mittel ein, egal ob eigene Mannschaft oder Gegner?

Als Aggression würde ich das nun nicht unbedingt bezeichnen. Das klingt so negativ. Der Sport lebt nun mal von Emotionen und manchmal muss eben ein kleiner "Wachrüttler" her. Aggressiv und meiner Meinung nach dadurch unsportlich gegenüber dem Gegner verhalte ich mich nicht.

Sie sind keine gebürtige Hammelburgerin, haben aber aktuell das Kapitäns-Amt inne. Bürde oder Motivation?

Sowohl als auch um ehrlich zu sein. Natürlich motiviert das Amt, man möchte ja schließlich seine beste Leistung bringen und seine Mitspielerinnen mitziehen. Allerdings ist es leider nicht damit getan, einfach in die Halle zum trainieren oder spielen zu gehen, sondern man muss sich auch um viele organisatorische Dinge kümmern.

Stimmt es, dass Ihr Trainer Ralf Kaiser, Sie zum TV/DJK gelotst hatte?

Nein, das stimmt nicht. Ich bin 2014 zu der Mannschaft um den damaligen Trainer Frank Otter gestoßen. Eine ehemalige Spielerin hat mich nach Hammelburg gebracht. Unter Ralf habe ich jedoch bereits in Rottenberg gespielt und freue mich daher, aktuell wieder unter ihm trainieren zu können.

A propos: Es gab ja einige Rochaden auf der Trainerposition. Hat das Unruhe ins Team gebracht oder hat die Truppe von verschiedenen Expertisen sogar profitiert?

Unruhe im Team trifft es wohl ganz gut. Es war nicht einfach, da jeder Trainer seine eigene Philosophie beziehungsweise den Fokus auf etwas anderem hat. Hier war es mein Job, als Mannschaftsführerin das Team zusammenzuhalten, um die entstandenen Unruhen zu kompensieren. Mit Hilfe der Abteilungsleitung ist das ganz gut gelungen und wir konnten viel von den unterschiedlichen Trainern mitnehmen.

Am 3. Mai kommt es in Schwaig zum großen Showdown, inklusive dem Fernduell mit Erlangen? Was spricht in diesem Dreikampf für den TV/DJK?

Mit unserem deutlichen Sieg im letzten Spiel gegen den bis dato noch ungeschlagenen Tabellenführer Erlangen haben wir gezeigt, dass man durchaus mit uns rechnen kann und sich alle drei Teams auf Augenhöhe befinden. Wir besitzen definitiv ein gutes Maß an Kampfgeist und können variabel agieren.

Was würde der Aufstieg in die Regionalliga Ihnen und der Mannschaft bedeuten?

Dieser sportliche Erfolg wäre natürlich eine tolle Krönung dieser turbulenten Saison für uns. Ganz egal aber wie die Tabelle am Ende aussieht: Ich denke, wir können mit unserer Leistung durchaus zufrieden sein.

Sie sind mittlerweile auch Teil des TV/DJK-Vorstandes. Was sind Ihre Aufgaben?

Durch den großen Umbruch in der Vorstandschaft sind noch nicht alle Aufgaben endgültig verteilt worden. Wir sind aber alle mit viel Engagement dabei und lösen die anfallenden Arbeiten entweder im Team oder teilen sie unter uns auf.

Auffallend ist, dass dort in gleichen Anteilen Männer und Frauen die Führungsriege bilden. Zufall oder Absicht?

Ich denke, es war Zufall, denn der Vorstand wird bei der Delegiertenversammlung gewählt und nicht ernannt. Durch die große Vielfalt in unserem Verein ist es für mich jedoch kein Wunder, dass wir so ausgeglichen aufgestellt sind. Der letzte Vorstand bestand auch schon aus vier Frauen und fünf Männern.

Vereinsleben bedeutet für Sie...?

Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und das Knüpfen von langjährigen Freundschaften.

An wen spielen Sie weiter?

Ich spiele an Kjeld Classen weiter. Er ist ein Urgestein unserer Volleyballabteilung und spielt aktuell bei den 2. Herren. Ihm haben wir auch ein paar Siege zu verdanken, als er als Trainer aushalf.