In Nüdlingen wohnt Daniel Franz inzwischen, der Liebe wegen. Doch der sportliche Mittelpunkt des 30-Jährigen ist und bleibt Oerlenbach. Und das nicht nur, weil dort sein Arbeitgeber, die Bundespolizei, beheimatet ist.

Wer hat Sie angespielt ?

Daniel Franz: Ich wurde von Thomas Denner angespielt. Uns verbindet der Fußballplatz, der Beruf und der Freundeskreis aus Poppenlauer/Weichtungen.

Wie sieht Ihr Laufweg aus (Karriere-Stationen und -Erfolge)?

Meine Fußballschuhe habe ich - aus beruflichen Gründen meines Vaters - bis zum siebten Lebensjahr in der Nähe von Köln geschnürt, ehe wir wieder in die Heimat gezogen sind und ich dort die Jugendbereiche des TSV Oerlenbach durchlaufen habe. Unter Michael Beyfuß habe ich 2010 mein Debüt in der Kreisklasse gefeiert. Leider haben wir zweimal in Folge ganz knapp den Sprung in die Kreisliga verpasst, bevor wir in der Saison 15/16 in die A-Klasse abgestiegen sind. Mit dem neuen Trainer Thorsten Büttner gelang in der Saison 16/17 über die Relegation der Aufstieg in die Kreisklasse. Nach einem Jahr Kreisklasse wurden wir in der Saison 18/19 Meister und stiegen in die Kreisliga auf. Beide Aufstiege sind in allen Belangen unvergessen und haben mir persönlich gezeigt, dass es sich gelohnt hat, die Fußballschuhe immer für den Heimatverein geschnürt zu haben. Aktuell läuft es richtig gut mit der SG Oerlenbach/Ebenhausen.

Was hat die Truppe in der Hinrunde so stark gemacht?

Zunächst einmal lief es erstmal nicht so gut für uns. Wir mussten uns über die Zeit erst einmal finden: eine neue Liga, ein neuer Trainer und einige neue Spieler. Sehr viele Baustellen, die wir aber durch unseren Teamgeist aufgefangen haben. Wenn Spieler verletzt, beruflich oder krankheitsbedingt gefehlt haben, dann sind andere Spieler eingesprungen. Jeder steht für den anderen ein, so macht das Kicken Spaß!

Wie schlimm war für Sie der Abstieg aus der Kreisliga Rhön in der von Corona geprägten Saison?

Darüber möchte ich eigentlich gar nicht sprechen. Die Corona-Situation mit insgesamt vier Vorbereitungen und dem Abstieg aufgrund von 0,03 Relationspunkten zum rettenden Relegationsplatz, das sagt alles aus.

Thorsten Büttner war einige Jahre Ihr Trainer, wurde schließlich vor der Saison abgelöst von Frank Halbig. Worin liegt der Hauptunterschied der beiden Übungsleiter?

Der Hauptunterschied ist der, dass Frank von der Außenlinie coacht und Bütti als Spielertrainer mit der Mannschaft auf dem Platz stand, und das trotz seines Alters (lacht).

Zurück zu Ihnen: Sie sind sportlich vielseitig aufgestellt. Was taugt Ihnen neben Fußball am meisten?

Es kommt immer ein bisschen darauf an, welche Jahreszeit wir haben. In der Sommerzeit gehe ich schon mal joggen, spiele Beachvolleyball oder wandere, wie vorletztes Jahr, mit Freunden die Zugspitze hinauf. Im Winter ist es dann eher 'ne Runde Skifahren, Männerballett oder der Fitnessraum.

Ihre Lebensgefährtin Anna war Handballerin. Wäre das ein Sport für Sie gewesen?

Grundsätzlich konnte ich schon immer ganz gut und weit werfen und finde den Sport echt interessant. Aktuell "spielt" Anna sogar wieder für ihren Heimatverein, aufgrund von baldigem Nachwuchs legt sie aber gerade eine Pause ein. Als ich ihr die Frage laut vorgelesen hatte, war ihre Antwort nur: "Auf gar keinen Fall!" (Beidseitiges Lachen).

Ihre Partnerin war sogar in der Bayernliga aktiv. Mussten Sie sich da den ein oder anderen Spruch gefallen lassen, was das Niveau angeht?

Ja, nicht nur einen. Mit einem Augenzwinkern hat sie mir öfter gesagt, ich würde ja nur in der "Kanalliga" spielen. Man muss ihr aber lassen, dass sie schon höherklassiger gespielt hat. Die Mannschaft und Stimmung in der Halle waren damals schon echt gut.

Sie gelten als Heißsporn, im Gegenzug zu Ihrem Bruder Yannic, der ebenfalls bei der SG kickt. Wie kommt's?

Vielleicht ist es angeboren, ich weiß es nicht. Jedenfalls ist er schon ausgeglichener als ich, das stimmt!

Stehen Sie sich auf dem Platz damit auch mal selbst im Weg?

Wenn es zu hitzig wird, dann kann es sich tatsächlich schon mal negativ auswirken - für mich und damit auch für die Mannschaft. Ich versuche aber natürlich mit meinem Ehrgeiz und meiner Mentalität die Mitspieler zu motivieren und mitzunehmen. Das klappt ab und zu zum Glück auch noch.

Sie sind ein flexibel einsetzbarer Mittelfeldspieler. Zuletzt wurden Sie auch mal in der Viererkette gesichtet. Rückschritt oder Fortschritt?

Ich stelle mich da voll in den Dienst der Mannschaft. Je nachdem wo mich der Trainer braucht, versuche ich der Mannschaft zu helfen. Ich sehe es aber eher als Fortschritt, dass ich individuell auf verschiedensten Positionen aufgestellt werden kann.

Ihr Bruder ist ja ebenfalls Defensivspieler. Gibt es da auf einmal einen Konkurrenzkampf unter Geschwistern?

Im Spiel eher weniger, da er als Linksfuß auf der linken Seite zu Hause ist und ich als Rechtsfuß lieber rechts spiele. Im Training gibt es allerdings schon mal den ein oder anderen Zweikampf unter Brüdern.

Ihr Vater ist bei Spielen oft dabei. Wer bekommt mehr Kritik ab?

Wir müssen uns beide Kritik anhören, der eine mal weniger, dafür der andere mehr. Je nachdem, über welche Seite ein Tor gefallen ist (lacht).

Durchhaltevermögen zeigen Sie, wurde uns zugetragen, auch in der dritten Halbzeit. Was macht eine gute Feier aus?

Ich wüsste gerne, von wem Sie das zugetragen bekommen haben (grinst). Puh, ein Derbysieg ist immer gut, dazu noch die Mannschaft plus Fans im Sportheim, möglichst Urlaub am nächsten Tag zu haben und dann das ein oder andere Kaltgetränk.

An wen spielen Sie weiter?

Ich spiele an Theresa Kleinhenz weiter. Sie ist die Schwester von meiner Freundin Anna. Beide spielen auch zusammen in der Handball-Mannschaft der SG Garitz/Nüdlingen und zur Zeit stehen sie weit oben in der Bezirksoberliga.

Steilpass-Regeln: Das Spielfeld haben wir deutlich breiter gesteckt. Der Spieler muss lediglich aus dem Landkreis Bad Kissingen kommen oder dort aktiv sein. Und zwar nicht zwangsläufig als Fußballer. Jeder Sportler und jede Sportlerin darf angespielt werden. Abwechslung ist angesagt!