Erst kam der Schnee, dann purzelten die Streckenrekorde. Drei an der Zahl nämlich. Und das nach einer bitterkalten und für das Orga-Team des SV Ramsthal wohl sehr kurzen Nacht. Je mehr die Schneeflocken rieselten, umso größer wuchsen die Bedenken, ob die Sicherheit der Sportlerinnen und Sportler zu gewährleisten sei. In aller Früh sprang die Ampel auf Grün: Viel Weiß hatte sich auf die Strecke gelegt, aber eben kein Eis. Pünktlich konnten Moderator Jürgen Kunkel sowie Landrat Thomas Bold als Schirmherr der Veranstaltung die erste Läufergruppe ins mit reichlich Höhenmetern gespickte Gelände schicken.

Auf der Langdistanz über 33 Kilometer war Hans Appel von der TG Schweinfurt mit 2:16:23 Stunden schneller als Vorjahressieger Sven Starklauf (2:17:54), während Jana Seel auf der gleichen Strecke ihre eigene Bestzeit um fast zehn Minuten auf nun 2:44:39 Stunden verbesserte. Susanne Haßmüller hielt seit dem Jahr 2014 mit exakt 43 Minuten den Streckenrekord der Frauen über zehn Kilometer, am Samstag unterbot die Läuferin vom SC Ostheim diese Zeit um 35 Sekunden.

Gerade mal 36 Minuten benötigte Rene Amtmann für die zehn Kilometer. Und war mit seiner Zeit denn auch mehr als zufrieden. "Ich wusste, dass ich bei diesen Bedingungen nicht so schnell sein würde, aber letztendlich hat mich der Schnee vielleicht eine halbe Minute gekostet", sagte der Läufer des TSV Thüngersheim, der sich zuletzt mit einer Corona-Infektion herumplagen musste.

"Die 300 Höhenmeter hauen rein"

Bestens gelaunt präsentierte sich auch Rhys Bishop, der sich bei seiner Premiere in Ramsthal gleich in die Siegerliste auf der Halbmarathon-Distanz eintragen durfte - mit beachtlichem Vorsprung. "Die 300 Höhenmeter hauen rein. Ich wusste, dass es schwer wird, wollte aber unter 1:20 Stunden bleiben. Das hat auch geklappt. Und ich hatte hier richtig Spaß", freute sich der 26-jährige Neuseeländer vom SC Ostheim, der konsequenterweise auf Trailschuhe setzte, damit den nötigen Grip unter den Sohlen hatte. Was für seine Teamkollegin Susanne Haßmüller galt, die in Sachen Schuhwerk ebenfalls nicht lange hatte überlegen müssen. "Man musste sich schon konzentrieren. Mein Motto war durchkommen und Spaß haben. Die Veranstaltung war wie immer wunderschön und top organisiert."

Streckenrekord als Ziel

Die Arbeitskollegen aus Wirmsthal hatten Hans Appel ja gar keine andere Wahl gelassen, also wurde der Ausdauer-Spezialist von der TG 48 Schweinfurt erstmals vorstellig am Fuße der Weinberge. Endlich einmal, ist man geneigt zu sagen, schließlich wohnt der Athlet von der TG 48 Schweinfurt im nahen Ebenhausen. "Mein Ziel war schon der Streckenrekord", gab Appel zu Protokoll, der sich im Vorfeld etwas intensiver mit dem anspruchsvollen Streckenverlauf der Langdistanz auseinandergesetzt hatte. "Irgendwann hab ich gedacht, mir platzen die Waden. Man muss aufpassen, sich bergauf nicht komplett abzuschießen", äußerte sich bildhaft der Angestellte bei der Schweinfurter Berufsfeuerwehr, der die Uhr immer im Blick hatte, dennoch "auch nach Gefühl" lief. Ein offensichtlich perfekter Plan.

Anna Roths Ankündigung

Einen weiteren Sieg beim "Heimrennen" schnappte sich Anna Roth vom TV/DJK Hammelburg, die auf der Halbmarathon-Distanz mal wieder keine ernsthafte Konkurrenz zu fürchten hatte. Ihre Ankündigung, es sei ihr letzter Start in Ramsthal gewesen überraschte umso mehr.

Lena Kötzner läuft bei jedem Wetter "Daher waren mir die Bedingungen eigentlich egal", sagte selbstbewusst die Wirmsthalerin. "Am Start war das schon kalt, aber spätestens nach dem ersten langen Anstieg hatte sich das erledigt. Dann lief es sogar richtig gut", freute sich die 19-Jährige, die mit ihrer Finisher-Zeit von 2:04:55 Stunden überglücklich war. Angepeilt war eine Zeit um die 2:15 Stunden bei ihrer Halbmarathon-Premiere in Ramsthal. "Bei Euerdorf bekam ich Seitenstechen, da musste ich auf den letzten Kilometern kämpfen. Aber ich war in einer kleinen Gruppe mit Ramsthaler Läuferinnen unterwegs, da haben wir uns gegenseitig unterstützt", berichtet die Wirmsthalerin, die auch mit dem schneebedeckten Boden keine Probleme hatte, "nur bei dem steilen Stück bei Arnshausen bin ich ein bisschen gerutscht."

Den Breitensport-Charakter der Veranstaltung, die der SV Ramsthal dank weit über hundert engagierter Helferinnen und Helfer gestemmt hatte, unterstrichen vor allem die Wettbewerbe auf den kürzeren Distanzen. Für die Allerjüngsten gab es den Bambini-Lauf in Form einer Sportplatz-Runde mit dem verkleideten Chef-Animateur Matthias Hallhuber. Der Mini-Marathon ging über 4,2 Kilometer, dazu gab es Walking-Strecken über zehn und 21 Kilometer.

3/4 Marathon 33 km Männer (26 Teilnehmer) 1. Hans Appel (TG Schweinfurt) 2:16:23; 2. Jürgen Zeißner (TG Schweinfurt) 2:37:13; 3. Christian Körber (TG Schweinfurt) 3:39:58; 4. Georg Deufert (SG Eltmann) 2:43:54; 5. Ronny Günther (SV Vorwärts Zwickau) 2:44:39; 6. Ulrich Kriesel (ohne Verein) 2:47:58; 7. Florian Balling (SV Burgwallbach) 2:49:14; 8. Torsten Heß (LG Rippershausen) 2:53:33; 9. Jürgen Väth (ohne Verein) 2:58:19; 10. Thomas Mayer (RV Viktoria Wombach) 3:01:06.

3/4 Marathon 33 km Frauen (5 Teilnehmerinnen) 1. Jana Seel (ohne Verein) 2:44:39; 2. Carolin Sapper (TV Jahn Schweinfurt) 3:07:36; 3. Heidrun Hirt (TV/DJK Hammelburg) 3:11:18; 4. Heike Renninger (TSV Reiterswiesen) 3:39:52; 5. Karin Höhn (TSV Karlstadt) 3:47:53.

Halbmarathon 21,1 km Männer (60 Teilnehmer) 1. Rhys Bishop (SC Ostheim/Rhön 1:19:22; 2. Nicolas Berger (TG 48 Schweinfurt) 1:31:08; 3. Martin Hofmann (ohne Verein) 1:33:31; 4. Bernd Mürb (TV Rheinau) 1:34:01; 5. Robin Wilm (FC Rottershausen) 1:34:43; 6. Simon Bolz (ohne Verein) 1:35:02; 7. Benjamin Meixner (ohne Verein) 1:36:48; 8. Thomas Bayer (TSV Münnerstadt) 1:38:03; 9. Daniel Blüm (TG 48 Schweinfurt) 1:39:56; 10. Heinz Tophofen (TSV Münnerstadt) 1:42:37.

Halbmarathon 21,1 km Frauen (25 Teilnehmerinnen) 1. Anna Roth (TV/DJK Hammelburg) 1:33:29; 2. Karina Steffan (TSV Karlstadt) 1:53:28; 3. Lisa Wimmers (ohne Verein) 1:53:58; 4. Johanna Fenzl (ohne Verein) 1:54:01; 5. Sabrina Kunze (ohne Verein) 1:54:12; 6. Hanna Nicklaus (ohne Verein) 1:56:29; 7. Regina Wenzel (Alten Resten eine Chance) 2:03:14; 8. Theresa Krimmel (ohne Verein) 2:03:31; 9. Heike Messerer (TV Bad Brückenau) 2:04:17; 10. Jeanette Schmitt (SV Ramsthal) 2:04:37.

10 km Männer (49 Teilnehmer) 1. Rene Amtmann (TSV Thüngersheim) 36:03 Minuten; 2. Timothy White (ohne Verein) 37:56; 3. Florian Lochhaas (ohne Verein) 37:57; 4. Michael Wetteskind (DJK Schweinfurt) 38:09; 5. Stephan Bayer (Rennsteiglaufverein) 39:53; 6. Kevin Krebs (SV Ramsthal) 43:41; 7. Roland König (ohne Verein) 44:01; 8. Luca Armowitz (RV Wombach) 44:42; 9. Kurt Weinmann (Klinik Bavaria Bad Kissingen) 46:04; 10. Michael Rohde (Sauf Beach Gießen) 46:04.

10 km Frauen (26 Teilnehmerinnen) 1. Susanne Haßmüller (SC Ostheim/Rhön) 42:25; 2. Anke Haertl (Rennsteiglaufverein) 45:42; 3. Christine Appel (TG 48 Schweinfurt) 47:21; 4. Katharina Rumpel (ohne Verein) 47:46; 5. Johanna Löber (ohne Verein) 50:30; 6. Vera Schmitt (ohne Verein) 54:15; 7. Lara Helmreich (ohne Verein) 54:31; 8. Rebecca Schneider (Naturstrom AG) 55:57; 9. Maya Armowitz (RV Viktoria Wombach) 55:58; 10. Johanna Büttner (SV Wirmsthal) 56:19.

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