Rottershausen: Meister auf den letzten Drücker
Autor: Steffen Standke
Rottershausen, Freitag, 07. Juni 2019
Eigentlich war der Staffelsieg in der Kreisklasse beim FC Einigkeit Rottershausen fest eingeplant. Dass es mit dem Aufstieg am Ende megaknapp wurde, macht die Sache für die Beteiligten umso schöner.
Es war diese eine Aktion, die die Wende brachte: Vor dem Heimspiel gegen die SG Heustreu/Wollbach standen die Fans Spalier von der Kabine zum Spielfeld und feuerten ihre Rottershäuser Kicker an. "Dadurch tankten die wieder Selbstbewusstsein für den Rest der Saison", erinnert sich Jörg Wet-terich, Abteilungsleiter des FC Einigkeit. Das und ein bisschen Glück brachten die Meisterschaft und den Aufstieg in die Kreisliga, die schon abgeschrieben schienen.
Zuvor hatte der FC Rottershausen eine äußerst überzeugende Hinrunde hingelegt. Zur Halbserie sahen die Spirken mit neun Punkten Vorsprung vor dem Zweiten wie der sichere Staffelsieger aus. "Die Frage war nicht, ob wir Meister werden, sondern nur noch, wann", erinnert sich Jörg Wetterich.
Doch dann begann der leise Niedergang: Ausgerechnet beim Faschingstanz hüpfte Torjäger Julian Göller die Kniescheibe heraus. Der bis dahin mit zehn Treffern beste Rottershäuser Schütze fiel lange aus; in der Rückrunde machte Göller nur noch zwei Spiele.
Das zweite Rückrundenspiel daheim gegen die SG Unterweißenbrunn/Frankenheim ging dann 0:2 verloren, ebenso das folgende Heimmatch gegen die DJK Waldberg. Wobei Wetterich da von fehlendem Glück spricht: Kurz vor Schluss besaß seine Mannschaft per Elfmeter die Chance zum Ausgleich - André Seufert vergab.
Plötzlich war Verfolger Bischofsheim auf zwei Punkte dran. Und der FC Einigkeit zeigte weiter Nerven. Zwar besiegte Rottershausen Kellerkind Burglauer auswärts souverän mit 3:0. Doch beim VfR Bischofsheim reichte es nur zu einem 1:1-Unentschieden, "obwohl wir haushoch überlegen waren", so Wetterich. "Und der Ausgleichstreffer von Fabian Rott war ein Traumtor."
Zwar lagen die Rottershäuser in der Tabelle weiter vorn. Doch die Balance in der Mannschaft stimmte nicht mehr. Die Idee, Thomas Werner in den Sturm vorzuziehen, scheiterte früh. Der lange Zeit verletzte Spieler hatte gerade in der Vorbereitung seine Form wieder erreicht, da brach er sich zwei Finger. Auch Fabian May, der daraufhin vorgezogen spielen sollte, fiel oft mit Blessuren aus.
Spielführer André Seufert, auch neben dem Platz fürs Mannschaftsgefüge sehr wichtig, fehlte immer mal wieder verletzt. Von 24 Saisonspielen machte er lediglich acht. Als halbwegs verlässlicher Torschütze trumpfte nur noch Johannes Kanz mit immerhin neun Toren auf. Er ist Innenverteidiger.