Philipp Metz geht mit Oberthulba durch dick und dünn
Autor: Stephan Penquitt
Oberthulba, Donnerstag, 20. Sept. 2018
Der 27-Jährige steht im Kasten der "Öwerdöllwer Buam" und plaudert im Interview aus dem Nähkästchen.
Nach dem Ihr in der abgelaufenen Saison am letzten Spieltag ganz bitter abgestiegen seid, läuft es für Euch deutlich besser. Ihr grüßt mit nur einer Niederlage bei sieben teilweise fulminanten Siegen von der Tabellenspitze der A-Klasse Rhön 1. Was ist das Erfolgsgeheimnis? Die aktuelle Tabellensituation darf man nicht überbewerten, aber die Richtung stimmt mit unserem Ziel überein. Das Erfolgsgeheimnis beginnt bereits unter der Woche beim Training. Du spürst einfach, dass jeder einen Tick mehr Einsatz zeigt und einfach geil darauf ist, am Wochenende spielen zu dürfen. Da ist es egal, ob du in der SG-Mannschaft ran darfst oder bei der Ersten, da der Teamgeist in dieser Runde überwiegt. Dazu haben die vier Spieler, die aus unserer Jugend kamen, und die beiden Neuzugänge Marius Schubert und Felix Lutz nochmal einen ganz neuen Schwung mitgebracht. Da müssen auch die alten Hasen mal an ihre Schmerzgrenze gehen.
Wie kam es überhaupt dazu, dass ihr den Gang in die A-Klasse antreten musstet? Wir haben in der vergangenen Runde einfach zu einfache Punkte liegen gelassen. Nach dem Trainerwechsel gegen Rundenende ist nochmal eine Euphorie entstanden. Mit Siegen gegen Mannschaften aus dem oberen Bereich hatten wir wieder alles in eigener Hand. Am letzten Spieltag zeigte sich, dass wir einfach zu viele Chancen brauchen, um Tore zu machen. Dann kommt noch ein Bock von mir dazu, und schon bist du direkt abgestiegen, trotz der besten Ausgangsposition. Aber die Mannschaft hat anschließend Charakter gezeigt und gemeinsam mit den Verantwortlichen den Abstieg abgehakt. Damit war der Kopf frei für neue Ziele. Entsprechend selbstbewusst und fokussiert tritt die Mannschaft auf.
1#googleAds#100x100Jetzt kommt es zum Spitzenspiel mit der TSVgg Hausen, die zuletzt überraschend gegen den SV Machtilshausen mit 0:2 verlor, womit Euer Vorsprung auf Platz zwei auf fünf Zähler anwuchs. Was erwartest Du für dieses Spiel? Hausen hat ja ein Spiel weniger als wir, und sollte die TSVgg das Nachholspiel gewinnen, sind es nur noch drei Punkte Unterschied. Ich erwarte ein taktisch sehr hohes Niveau, da beide Mannschaften wissen, um was es in diesem Spiel geht. Sicherlich wird hier nicht die Meisterschaft entschieden, aber ein klares Zeichen in diese Richtung gesetzt. Beide Mannschaften haben eine gute Offensive, daher werden die Defensive und der Wille das Spiel entscheiden.
Welche Ziele habt ihr Euch in dieser Saison gesetzt? Wir wollen um die ersten beiden Plätze mitspielen, alles andere wäre unter den Erwartungen. Allerdings haben wir mit der DJK Schondra, bei der wir unsere einzige Niederlage kassierten, Hausen sowie Obereschenbach starke Konkurrenz. Da musst du auch die vermeintlich einfachen Punkte mitnehmen. Ich denke, dass diese Spiele am Ende den Ausschlag geben werden.
Du hast in acht Spielen erst fünfmal hinter Dich greifen müssen. Überragender Keeper oder bärenstarke Vorderleute? Logischerweise liegt dies am überragenden Keeper (lacht). Spaß beiseite, es liegt ganz klar an unserer geschlossenen Mannschaftsleistung, die nicht erst auf dem Platz beginnt, sondern bereits in der überragenden Vorarbeit unseres Trainerteams. Wir werden für jedes Spiel mehr als gut eingestellt.
Nicht unerwähnt sollen die bereits 31 erzielten Treffer bleiben. Wie kommt es zu so einer derartigen Torexplosion? Die neue Auslegung unseres Spiels sowie die offensive Verstärkung durch Marius und Felix tun uns da ganz gut. Zudem man Markus Markert, Sebastian Weidner, Erik Beyer und Alexander Zülch in der Offensive nicht vergessen darf. Insgesamt sind wir in dieser Runde breiter und offensiver aufgestellt. Einmal funktionierte es nicht so gut. Das Spiel bei Mitabsteiger Schondra ging 1:3 in die Binsen. Was lief da schief? Freitagabend, optimales Fußballwetter: Bessere Voraussetzungen bekommst du für so ein Spiel nicht. Wir hatten teilweise mehr vom Spiel, aber Schondra hatte die Räume gut zugestellt und mit vier Chancen drei Tore erzielt. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Der ehemalige und auch legendäre Bundesliga-Trainer Max Merkel hat den Spruch geprägt: "Torhüter und Linksaußen haben eine Macke". Welche Macken begleiten Dich? Ganz klar meine Ausflüge außerhalb des 16ers, über die sich mancher Zuschauer sicher wundert. Zumeist gehen diese Ausflüge aber gut aus. Den einen oder anderen lauteren Anschiss dürfen sich meine Mitspieler zudem gerne mal abholen.