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Papadopoulos, der ballverrückte Paradiesvogel


Autor: Stephan Penquitt

Garitz, Donnerstag, 18. Oktober 2018

Konstantin Papadopoulos vom SV Garitz kann Zaubertore schießen, aber auch sehr originell über sich selbst, sein Fußballer-Leben, die Familie und seine Leidenschaften erzählen.
Der neue Stolz des Konstantin Papadopoulos: sein im Bau befindliches Haus in Westheim. Darüber hinaus ist der Fan des FC Barcelona und von PAOK Saloniki ein Paradiesvogel und guter Fußballer.Steffen Standke


Konstantin Papadopoulos ist nicht nur aufgrund seines markanten Namens eine schillernde Persönlichkeit im Rhöner Fußball. Der 32-Jährige erzählt im Interview unter anderem von seinem zuletzt erzielten Zaubertor, von der Situation seines SV Garitz und warum er nicht mehr jeden Sonntag auf dem Platz stehen kann. Darüber hinaus schwärmt der zweifache Familienvater vom FC Barcelona und von PAOK Saloniki und hofft, dass seine beiden Jungs Carlo und Cajus die Papadopoulos'schen Fußball-Gene weitertragen werden. Auf der Seite des bayerischen Fußballverbandes ist von Dir ein Video zu sehen, wo Du nach einer Ecke in unnachahmlicher Art und Weise gegen Bad Bocklet zum 1:1 triffst. Der BFV nannte es "eingeflogenen Flug-Skorpion-Kick" und verglich Dich dabei mit Superstar Zlatan Ibrahimovic. Bist Du so ein geschmeidiger Kicker wie "Ibra"? Konstantin Papadopoulos: Mit solchen Leuten wie ihm verglichen zu werden ist schon sehr geil (grinst). Aber was heißt schon geschmeidig? Selber beurteilen kann man dass nicht so leicht. Doch denke ich, wenn man über zehn Jahre lang mit dem Verein in der Landes-, Bezirks und Kreisliga gekickt hat und das auch recht erfolgreich, kann man schon sagen, dass man so gut ist, um einen Pass auf zehn Metern zu spielen (grinst).

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Wie macht man solche Tore? Instinkt oder Training? Solche Tore haben nur was mit Können zu tun und mit nichts anderem (lacht). Nein im Ernst, so ein Tor siehst du sonst nur auf der "Playstation" und die spiele ich oft genug. Wie ich das Tor gemacht habe, weiß ich selbst nicht. Mich wundert es, dass ich mir nix gebrochen habe und keine Mulde im Platz war, so wie ich aufgekommen bin. Top war natürlich, dass es gefilmt wurde. Danke an unseren Kameramann Panagiotis, der fast jedes Spiel von uns filmt.

Das Spiel gegen Aufsteiger Bad Bocklet/Aschach ging dennoch mit 1:2 verloren. Auch zuletzt in Thundorf habt Ihr einen Dreier in der Schlussphase aus der Hand gegeben und das 3:3 kassiert. Seid ihr am Ende unkonzentriert? Zum Bad Bocklet-Match muss ich sagen, dass es ein für uns typisches Spiel war. Wir waren überlegen, haben aber unsere hundertprozentigen Chancen nicht genutzt. Der Gegner macht ein Freistoßtor und in der 93. Minute schlafen wir bei einer Flanke und kriegen das 1:2. In Thundorf war ich nicht dabei, habe aber in einem Video gesehen, dass das 3:3 in der Nachspielzeit durch das "Dusel-Tor des Monats" fällt.

Nach Eurem Abstieg läuft es insgesamt noch nicht so rund. Momentan steht Platz acht mit wenig Not nach hinten, aber auch großen Abstand zu den Spitzenplätzen. Wie bewertest Du die bisherige Saison? Die bisherige Saison finde ich ganz ok. Hört sich vielleicht komisch an, aber man muss klar sagen, dass wir mit unserer Personalsituation, die wir zu meistern haben, froh sein können, dass es bisher so gelaufen ist.

Jetzt geht es gegen Salz II/Mühlbach II, einem weiteren Aufsteiger. Der hat jüngst viermal in Serie gewonnen und rangiert einen Platz vor dem SV Garitz. Während Ihr auswärts noch ungeschlagen seid, gingen auf eigenem Platz dreimal die Punkte an den Gegner. Klappt es diesmal mit einem Heimsieg? Ganz ehrlich: Bei uns hat jeder Gegner momentan ein Heimspiel. Warum? Es ist klar, dass wenn du als Verein lange Jahre in den oberen Ligen kickst und jetzt so eine schwere Zeit mitmachst; dann bleiben Dir auch die Zuschauer fern. Aber ich bin froh, dass wir noch einige treue Fans haben und will mich bei ihnen bedanken, dass sie uns Sonntag für Sonntag unterstützen, auch wenn es manchmal hart ist. Danke an Euch dafür!

Mit dem SV Garitz durftest Du 2013/14 eine Saison in der Landesliga kicken. Bist zuvor aus Arnshausen zurückgekehrt. Was war das für eine Erfahrung? Halloooo, die Runde war geil. Alleine meinen Kindern zu erzählen, dass ich Landesliga gekickt habe, ist 'ne tolle Geschichte. Und auch für alle anderen, die dabei waren, war es eine super Erfahrung. Wenn man nur mal sieht, wie die Mannschaften da anreisten. Die Spieler sind nur mit Beauty Case aus dem Bus gestiegen; alles andere wurde ihnen vom Zeugwart gebracht. Einfach krass.

Mittlerweile kickt Ihr in der A-Klasse. Warum drehte sich die Spirale der Grün-Weißen in den letzten Jahren rückwärts? Es ist - und das ist meine persönliche Meinung - einfach zu erklären. Wenn man oben bestehen will, muss man in die Mannschaft investieren. Und das taten wir nicht. Wir haben damals Kicker geholt, die geil auf Landesliga waren, aber aus unteren Klassen kamen. Dann hat der Fußball heutzutage einen ganz anderen Stellenwert als früher. Sonst haben die Spieler eine Ausbildung in der Region gemacht beziehungsweise hier gearbeitet. Mittlerweile sind zehn Studenten im Kader und wenn sich jedes Jahr nur einer verabschiedet, hast du nach drei Jahren auch drei Spieler weniger, die wichtig waren. So ist bei uns eins nach dem anderen zusammengekommen. Dann hast du noch Scheiße und Pech am Fuß und steigst ab. Dann wieder und auf einmal spielt man in der A-Klasse. Das ist sehr schade. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es ohne Fusionierung zwischen Vereinen von Jahr zu Jahr schwieriger wird, etwas auf die Beine zu stellen.

Können wir den SV Garitz bald wieder weiter oben sehen? Wie siehst Du die SV-Zukunft? Also bei uns, wenn ich Mittwoch und Donnerstag raus auf dem Platz schaue, geht mein Herz auf, wie viele Kids da kicken und was die Leute da auf die Beine stellen. Bei uns hat man erkannt, dass das wichtigste die Jugend ist, und die ist meines Wissens sehr erfolgreich. Wir brauchen ein paar Jahre Geduld, dann kann es wieder was werden mit dem SVG. Aber im Moment muss man ehrlich sein, mit der Klasse zufrieden sein und jeden Sonntag einfach Spaß haben, ohne große Erwartungen.

Du führst mit Deiner Familie das Restaurant "Im Abseits" am Garitzer Sportgelände und bist Vater von zwei kleinen Kindern. Bleibt da noch viel Zeit fürs Kicken? Mein letztes Training hatte ich gefühlt in der Landesliga, aber sporadisch aushelfen, um solche Tore zu machen wie zuletzt, die Zeit nehme ich mir (lacht). Nein, ich habe gesagt, wenn ich Zeit und Lust habe und ich mich gut fühle, dann helfe ich gerne aus, aber Beruf und Familie haben mittlerweile Vorrang.

Dein jüngster Filius Cajus ist ein paar Monate alt. Wünscht sich der Papa, dass er und sein älterer Bruder Carlo mal Fußball spielen oder bist du diesbezüglich entspannt? Naja, wenn sie später als Ballett-Tänzer Millionen verdienen, ist es auch okay (lacht). Aber ich denke, es wird darauf hinauslaufen, dass sie kicken, denn sie entstammen ja einer fußballverrückten Familie.

Mit welchem Spieler hast Du am liebsten gekickt (oder kickst noch)? Wer war/ist der unangenehmste Gegenspieler? Also die Jahre mit den Sadowski-Brüdern oder Sandro Cazzella, Stefan Glöckler und Björn Schlereth waren geil und haben immer Spaß gemacht. Da hat alles gepasst. Einen unangenehmen Gegenspieler hervorzuheben, ist schwer. Da gab es in den Jahren schon viele. Auf dem Platz geht es ja immer anders zu als vor oder nach dem Spiel.

Wenn Du am Wochenende Zeit hast, für welches Spiel oder welche Mannschaft würdest Du Dich interessieren und warum? Aktuell ist es ja immer schwer Zeit zu finden wegen Beruf und Familie. Aber so ab und zu schau ich mir die Westheimer gerne an, da wir dort gerade bauen und auch bald hinziehen.

Auf Deinem Facebook-Profil sieht man, dass Dein Herz für Barcelona schlägt und für PAOK Saloniki schlägt. Wie kam es dazu? Ja, PAOK ist, seit ich ein Baby war, immer in meinem Herzen, auch durch meinen Papa. Barca kam mit den Jahren, weil damals Spieler wie Romario, Ronaldo oder Rivaldo geile Kicker waren. Ich fliege einmal im Jahr mit meinem Cousin nach Barcelona ins "Camp Nou". Dort machen wir dann drei Tage Fußball-Kultur vom Feinsten.

Was hat es mit dem Ort, den Du fürs Foto gewählt hast, auf sich? Das ist unser Neubau in Westheim, wo wir in circa sieben Wochen einziehen wollen. Das Gespräch führte Stephan Penquitt

Papadopoulos und der gelutschte Käs' Position Offensive.

Stationen als Spieler in der Jugend TSV Bad Bocklet, DJK Windheim, TSV Aschach, FC 05 Schweinfurt; bei den Herren TSV Arnshausen und SV Garitz.

Sportliche Erfolge Aufstiege in die Kreis- und die Bezirksliga sowie die Landesliga-Saison 2013/14.

Schönster Karriere-Moment Aufstieg mit dem SV Garitz in die Bezirksliga über die Relegation im Elfmeterschießen in Schwemmelsbach.

Meinungen Björn Schlereth, Trainer SV Garitz: "Konni ist einfach ein Paradiesvogel. Ich nenne ihn wegen seiner Flausen auf dem Platz gerne 'Möchtegern-Okocha'. Für uns ist er sportlich wie menschlich unersetzlich. Ich bin froh, wenn er die Zeit findet, für uns aufzulaufen, denn er geht voran und übernimmt Verantwortung." Mario Wirth, Kumpel und Trainer des FC 06 Bad Kissingen: "Neben seinem Fußballtalent ist er ja ein redegewandter Sprichwort-Akrobat. Legendär und allseits beliebt bei uns in der Fußballrunde ist sein Spruch 'Da ist der Käs' schon gelutscht'". Tippspiel Wie Konstantin Papadopoulos die fünf Spieltags-Begegnungen tippt, sehen Sie im Video auf der Facebook-Seite der Saale-Zeitung. Zu gewinnen gibt es ein exklusives Tippsieger-T-Shirt der Saale-Zeitung.