Kritik an Einteilung der B-Klassen
Autor: Steffen Standke
LKR Bad Kissingen, Mittwoch, 11. Juli 2018
Die Einteilung der B-Klassen Rhön wurde nochmals überarbeitet; nun ist flächendeckend Neun gegen Neun möglich. Das gefällt nicht allen.
Der TV Jahn Winkels hegt große Ziele: Der Aufstieg in die A-Klasse soll her. Doch da grätscht nach Ansicht von Vereinspräsident Holger Buczynski der Verband mit seiner veränderten B-Klassen-Einteilung dazwischen. Andere sehen darin Vorteile.
In den vier B-Klassen Rhön läuft diese Saison so etwas wie ein Pilotprojekt. Mannschaften mit Personalnot ist es nach Angaben von Kreis-Spielleiter André Nagelsmann möglich, ein Spiel Neun gegen Neun zu bestreiten. Dafür müssen nicht einmal beide Teams zustimmen. Wenn eines mindestens zwei Tage vorm Spiel die Reduzierung der Mannschaftsstärke beantragt, muss sich der Gegner fügen. Spiele Zehn gegen Zehn im Sinne von Fairplay bleibt weiter möglich. Allerdings müssen damit beide Teams konform sein.
Die Neun-gegen-Neun-Regelung stieß nicht bei allen B-Klassen-Vereinen auf Zustimmung. Zwölf oder 13 wollten weiter ausschließlich Elf gegen Elf spielen, sagt Nagelsmann. Bei der Spielklassen-Einteilung brachte er diese Teams in der B-Klasse 1 unter, darunter auch Winkels. In den restlichen drei Klassen sollte Neun gegen Neun möglich sein. Wobei die Zahl der Einwechsler von drei auf fünf erhöht wurde, jeder Trainer in einem Spiel also wie bisher bis zu 14 Spieler einsetzen darf. Auch kann das Spielfeld nach Bedarf um eine Strafraumlänge (16,32 Meter) verkleinert werden.
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Nach Veröffentlichung der Einteilung Anfang Juni knickte die Hälfte der Vereine aus der B-Klasse 1 ein. Die Wege zu den künftigen Gegnern waren ihnen doch zu weit geworden. Mit den übriggebliebenen Befürwortern des Elf gegen Elf führte der Verband laut Nagelsmann "intensive Gespräche". Bis alle Vereine mit folgender Regelung einverstanden gewesen seien: vier regional eingeteilte B-Klassen, in denen allen Neun gegen Neun möglich ist. Der Versuch läuft zunächst eine Saison.
Zufrieden ist Vereinspräsident Holger Buczynski damit nicht. Seine Winkelser wurden in die B-Klasse 2 eingruppiert, mit nur einer ersten, vielen zweiten und einer dritten Mannschaft aus dem Kissinger Raum. Im Winkelser Kader stünden mehr als 30 Spieler. Wie die alle bei Neun gegen Neun einsetzen, fragt sich Buczynski. Er fürchtet, dass ihm Fußballer, die nicht so oft spielen, von Bord gehen. Auch zeige die Erfahrung: Bei zweiten und dritten Teams fallen öfters Matches wegen Spielermangels aus. Für den Präsidenten eine mögliche Wettbewerbsverzerrung, wenn deswegen der TV nicht die nötigen Punkte für den Aufstieg ausspielen kann.
Die fünf Auswechsler lösen für ihn das Problem nicht. "Der ständige Tausch bringt den Spielfluss auseinander." Wenn man so viel Ersatz habe, könne man auch Elf gegen Elf spielen.
Entspannter sieht die neue Einteilung der Euerdorfer Sportleiter Markus Erhard. Die SG Euerdorf/Sulzthal II spielt mit Winkels in einer Klasse. Bisher habe man immer genug Leute für die Spiel zusammengebracht. "Aber irgendwann sind wir sicher froh, dass es Neun gegen Neun gibt."
Auch die relativ kurzen Wege und die Derbys gegen Aura und Ramstal sind für Erhard ein Vorteil der neuen Einteilung. Und es gebe zwei Spiele mehr als bei Einteilung 1. Nur eine Befürchtung hegt der sportliche Leiter: dass Spieler, zum Beispiel aus den Alten Herren, die im Notfall dazugerufen wurden, wegbleiben. Sie könnten sagen: Wenn ihr jetzt Neun gegen Neun spielt, kann ich ja daheim bleiben.