Kissinger Eissporthalle: Kommt die Kuh vom Eis?
Autor: Steffen Standke
Bad Kissingen, Donnerstag, 24. Oktober 2019
Ein Gespräch zwischen Besitzer, Oberbürgermeister und Vertretern der Kissinger Wölfe lässt Hoffnung auf eine Einigung im Eishallen-Streit aufkommen. Ein gleichzeitig erschienenes Interview verheißt weniger Gutes.
In den Streit um die Bad Kissinger Eissporthalle scheint Bewegung zu kommen. Wie die Kissinger Wölfe auf ihrer Facebook-Seite mitteilen, gab es Mittwoch "eine gemeinsame Begehung der Eishalle mit anschließender Gesprächsrunde" zwischen Hallen-Besitzer sowie Vertretern von Stadt und Eishockey-Verein. Dass damit ein Durchbruch erreicht ist, darf bezweifelt werden.
"Für die Begehung wurde extra unser Hausverbot aufgehoben", sagt Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin auf Nachfrage. Außer ihm und Kassier Sven Wedler nahmen Besitzer Alexander Kondrashov, Oberbürgermeister Kay Blankenburg, der Geschäftsleitende Beamte der Stadt, Gerhard Schneider, und weitere Vertretern der Stadtverwaltung an der Begehung teil. Nach eigenen Angaben war Rosin "seit Wochen das erste Mal in der Eishalle". Vom bevorstehenden Treffen habe er am Dienstag "fernmündlich" erfahren.
Nach Begehung und Gespräch unterzeichneten beide Streitparteien eine gemeinsame Erklärung, die wie folgt lautet: "Derzeit gibt es Ungewissheit über die Zukunft des Eissports in Bad Kissingen. Sowohl die Eissport GmbH, vertreten durch deren Geschäftsführer Alexander Kondrashov, sowie der EC Bad Kissinger Wölfe e.V., vertreten durch dessen 1. Vorsitzenden Michael Rosin, sind bestrebt, im Interesse des Sports und im Interesse der Nutzer der Eissporthalle gemeinsam eine Regelung zu finden." Hierüber würden ab sofort Verhandlungen geführt "mit dem Ziel, eine für beide Seiten befriedigende Lösung im Interesse des Sports und der Bevölkerung zu finden". Über den Inhalt der Verhandlungen vereinbarten beide Seiten allerdings, keine Informationen nach außen zu geben.
Weiterführende Informationen an Dritte werden die Parteien vor Abschluss der Verhandlungen nicht geben, heißt es in der Mitteilung weiter. "Es sei denn, sie würden sich auf eine gemeinsame Meldung einigen." Das Gespräch wird in der Mitteilung "von beiden Seiten durchweg positiv" bewertet, "sodass wir von einer schnellen Einigung ausgehen."
Was die Ergebnisse der Besprechung in der Eishalle angeht, verweist Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) nochmals auf die vereinbarte Verschwiegenheit. Aber zur Vorgeschichte äußert er sich auf Nachfrage: "Der Eigentümer wollte mit mir ins Gespräch kommen", berichtet er von einem Kontakt mit Alexander Kondrashov. Blankenburg habe dann vorgeschlagen, dass sich der Eigentümer direkt vor Ort mit Vertretern der Kissinger Wölfe trifft.
"Ich habe versucht, das zu moderieren", beschreibt der OB seine Rolle am Mittwoch. Ansonsten habe er als Stadt "keine Aktien" bei den Verhandlungen; schon gar nicht gehe es um einen Rückkauf: "Dafür habe ich keinen Auftrag."
Und wie war die Gesprächsatmosphäre? "Es ist nicht ganz einfach, weil schon zu viel übereinander, aber zu wenig miteinander gesprochen wurde", fasst der Bad Kissinger Oberbürgermeister die Stimmung zusammen. Trotzdem sei er optimistisch: "Ich bin froh, dass die beiden Parteien gewillt sind, sich ohne Vorbedingungen an einen Tisch zu setzen."