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Jetzt gibt es Hausaufgaben von den Trainern


Autor: Ellen Mützel

LKR Bad Kissingen, Donnerstag, 19. März 2020

In der Corona-Krise muss die kickende Zunft Flexibilität beweisen.
Auch an den jüngsten Fußball-Nachwuchs denkt man beim TSV Ebenhausen: Von den Trainerinnen bekommen die Ballbinas via Facebook kreative Übungen in Form von Videobotschaften. Foto: Jürgen Schmitt


In der Corona-Krise ist Kreativität gefragt. Ein jeder Sportverein hat das regelmäßige Training als Fundament. Hier wird nicht nur die körperliche Fitness erhöht, sondern auch der sichere Umgang mit dem Spielgerät geübt, Gruppendynamik und Teamgeist aufgebaut. Doch wie gehen die Fußballvereine damit um, dass der Bayerische Fußball-Verband dringlichst geraten hat, das Training vorerst einzustellen?

Natürlich setzen die Vereine die Gesundheit aller über das Vereinsgeschehen und haben daher das Training ausgesetzt. Um aber nach dem Ende der Einschränkungen nicht wieder bei Null anfangen zu müssen, ist Hirnschmalz gefragt. Eine sehr verbreitete Möglichkeit beschreibt Michael Voll, Trainer beim TSV Steinach: "Weil uns kein Sportgelände zur Verfügung steht, sind nur Einheiten ohne Ball möglich. Die Spieler bekommen ihren individuellen Trainingsplan, dann kann jeder seine eigene Sache machen."

Auch Victor Kleinhenz, Spielertrainer des FC Thulba, erklärt: "Wir haben individuelle Laufpläne und unser Stabilisierungsprogramm, mit dem jeder Einzelne trainieren kann." Damit sei gewährleistet, dass sowohl Ausdauer als auch Kraft erhalten bleiben. Ähnlich sehen die Ideen in anderen Ortschaften aus. Mehr als die körperliche Fitness könne nicht trainiert werden, meinen viele.

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Martin Halbig gehört zu den Übungsleitern, die auf die Eigenverantwortung ihrer Schützlinge setzen. Der Trainer des FC Fuchsstadt weiß schließlich um die aktuellen Schwierigkeiten, zumal neben den Sportstätten auch die Fitnessstudios geschlossen haben. "Man muss abwarten, was da noch kommt. Da müssen wir uns den äußeren Umständen beugen", sagt Halbig pragmatisch.

Beim FC Reichenbach wird die Sache digital angegangen. "Wir haben es so gemacht, dass die Leute für sich joggen und Laufdaten wie Streckenlänge und Geschwindigkeit an den Trainer übermitteln", erzählt Teutonen-Abteilungsleiter Jonas Schäfer.

Alexander Schott hat "die Spieler dazu animiert, dass sie ein Sportprogramm machen." Auch der Trainer des FC Rottershausen setzt dabei auf digitale Unterstützung: "Ich habe meinen Jungs ein paar Videos mit Aufgaben geschickt."

Und Thorsten Büttner meint: "Ich habe für mich beschlossen, dass jeder für sich was machen soll." Zudem spricht der Spielertrainer der SG Oerlenbach/Ebenhausen ein Problem an, das auch andere Kollegen äußerten: "Fußball ist ein Kontaktsport, das kann man ja nicht wirklich alleine trainieren." Fußball sei schließlich ein Mannschaftssport. "Auch wenn das Team körperlich fit ist, braucht es regelmäßiges Training. Nur so können Taktiken geübt werden und die Spieler ein Gefühl bekommen, wie sie gemeinsam am besten vorankommen." In die selbe Kerbe schlägt Ramsthals Trainer Tim Herterich: "Technisch-taktische Sachen mit Ball können wir so nicht trainieren."

Mit einem solchen Ereignis, bei dem das öffentliche Leben dermaßen eingeschränkt wird, musste keiner der Trainer zuvor umgehen. Moderne Kommunikationsmöglichkeiten helfen dabei, das Beste aus der Situation zu machen: ohne Ansteckungsgefahr.