Hammelburg Volleys - SSC Karlsruhe 0:3 (19:25, 16:25, 17:25)

Vor dem Mai kam der Meister. Die Baden Volleys nämlich zum Saisonfinale in eine stimmungsvolle Saaletalhalle, die mit über 200 Fans ordentlich gefüllt war. Ein würdiger Rahmen beim Abschiedsspiel etablierter Spieler, von denen Oscar Benner nicht auf der Platte stehen konnte. Moritz Rauber und Nils Rehmeier fehlten verletzungsbedingt.

Eine proppere 4:0-Führung gab es trotz ungewohnter Aufstellung dennoch, ehe Karlsruhe aufdrehte, mit 8:6 und 16:10 in Führung ging. Improvisations-Talent war auf Hammelburger Seite gefragt gegen die Überflieger der Liga. Eine fast unmögliche Mission, aber das Publikum, darunter das Landesliga-Meisterteam, feierte enthusiastisch jeden Heim-Punkt, wurde damit endlich wieder zum siebten Mann. Der Satzverlust wurde sportlich akzeptiert.

"So kenne ich Hammelburg von früher", strahlte Thiago Welter nach seinem ersten und auch schon letzten richtig lauten Spiel in dieser von Corona geprägten Saison. Aber auch sonst war der Volleys-Trainer überaus zufrieden mit dem Auftreten seiner Truppe: "Vor allem David Baden hat seine Sache trotz der wenigen Trainingseinheiten mit uns richtig gut gemacht. Die Jungs haben ehrliche Emotionen gezeigt und Spaß gehabt."

Auch im zweiten Satz stimmte das Energie-Level auf dem Feld und der Tribüne, sodass der Primus ein Volleyball der besseren Sorte auspacken musste, zur ersten technischen Auszeit sogar hinten lag (7:8). Dass der eigentliche Zuspieler Hannes Krochmann als Außenangreifer gefordert war, unterstreicht die schwierige personelle Situation der Hammelburger. Und wäre in etwa vergleichbar damit, dass ein Erling Haaland in der Viererkette seiner Dortmunder verteidigen müsste. Ein Experiment, von dem sich der angereiste Champion nicht beeindrucken ließ.

Und weil in dieser Partie jeder durfte und keiner musste, übernahm Finn Jansen im dritten Satz die Zustell-Dienste. Und wieder war es ein anfangs ein enges Match, die leichten Vorteile der Badenser gegen viele junge Hammelburger waren freilich nicht zu leugnen (6:8, 10:16). Umso schöner waren solch spektakuläre Punkte wie der von Severin Hauke brachial durch die Karlsruher Wand. Mit einer klaren Niederlage endete der Abend sportlich, ehe es einen emotionalen Zuschlag gab mit stehenden Ovationen und der sehr persönlichen Spieler-Verabschiedung durch Teammanager und Hallensprecher Olly Wendt.

Auch Thiago Welter wird Hammelburg verlassen, sich künftig der beruflichen Karriere widmen und darf mit Platz 5 auf eine angesichts diverser Nackenschläge sehr erfolgreiche Spielzeit zurückblicken. "Das heute war noch einmal ein cooles Erlebnis. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch bei meinem Co-Trainer Alex Rost, der an der Uni erst mein Professor war und mittlerweile ein guter Freund ist. Seine Unterstützung war mir wichtig."

Dass Tränen der Rührung flossen, ist nur ein Beweis dafür, dass diese Hammelburger Volleyball-Familie lebt - und ihre Spieler liebt.