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Richtungsweisendes Osterwochenende für Landkreis-Vereine


Autor: Stephan Penquitt

LKR Bad Kissingen, Freitag, 14. April 2017

Bad Kissingen hofft gegen Ramsthal auf die Wende zum Besseren. Der VfR Sulzthal und der SV Garitz kämpfen im Kellerduell um Punkte für den Relegationsplatz.


Bezirksliga Ost:

FC 06 Bad Kissingen - SV Ramsthal (Samstag, 16 Uhr)
Auch die Nachholpartie gegen Strahlungen (1:2) brachte für den FC 06 Bad Kissingen (2./44) nicht die Wende zum Besseren. Die Mannschaft von Trainer Thomas Lutz tritt nach der dritten Niederlage in Serie weiter auf der Stelle und trifft am Osterwochenende mit dem SV Ramsthal (14./23) auf ein Team, das sich vehement gegen den Abstieg wehrt. "Für uns ist es fast egal, gegen wen wir spielen. Wir stehen uns derzeit selber etwas im Weg", beschreibt FC-Coach Thomas Lutz die Situation und führt aus: "Die Mannschaft ist gewillt zu gewinnen und wir spielen auch halbwegs vernünftigen Fußball, aber in den entscheidenden Momenten haben wir vorne und hinten eine zu hohe Fehlerquote." Diese Fehler zu reduzieren und an Stabilität gewinnen, dass ist die Lutz'sche Vorgabe für das österliche Spiel gegen die Weindörfler. "Ramsthal ist lauf- und kampfstark. Sie sind eine funktionierende Mannschaft. Dieses Spiel wird uns erneut auf den Prüfstand stellen", erwartet er eine komplizierte Aufgabe, welche schon im Hinspiel alles andere als einfach war. Da gewannen Puscas, Ruja und Co. zwar knapp mit 3:2, mussten aber zweimal einem Rückstand hinterherlaufen. Ebenso wie damals fehlt auch diesmal FC-Kapitän Christian Heilmann, diesmal wegen seiner roten Karte aus dem Strahlungen-Spiel. Personell ebenfalls nicht aus dem Vollen schöpfen kann Aufsteiger Ramsthal. "Aber wir werden auch diesmal eine schlagkräftige Truppe auf den Platz bekommen", verspricht SV-Trainer Nico Schell und hofft, dass seine Elf den Schwung aus dem Riedenberg-Sieg mitnehmen kann: "Der Dreier war überlebensnotwendig für uns. Jetzt wollen wir genau da weitermachen, wo wir aufgehört haben und an die gezeigte Leistung anknüpfen. Bad Kissingen hat eine Mannschaft, die mit Top-Einzelspielern bestückt ist. Warum es da gerade nicht läuft, weiß ich nicht, aber es ist halt im Fußball manchmal so."

SV Riedenberg - TSV Münnerstadt (Samstag, 16 Uhr)
Mit dem torlosen Remis gegen Spitzenreiter Euerbach/Kützberg hat der SV Riedenberg (12./24) bewiesen, dass er auch in scheinbar ausweglosen Situationen einen Lösungsansatz findet. Denn auch mit einer Rumpftruppe verteidigten die Rhöner heroisch und holten einen Zähler, der in der Endabrechnung wichtig sein kann. Das macht Trainer Marius Kubo Hoffnung für die nächste Heimpartie, bei der Münnerstadt (7./37) zu Gast ist. "Wir haben mit Mann und Maus verteidigt und nur wenig zugelassen. Deshalb war ich sehr zufrieden und denke, die Leistung und der Punktgewinn sind gut für's Selbstvertrauen im Spiel gegen Münnerstadt. Auch da müssen wir unseren Laden dichthalten wie gegen Euerbach." Keeper Florian Dorn bekam vom Coach für seine Leistung ein Extra-Lob. Gegen Münnerstadt kehren eventuell Christoph Dorn und Stefan Wich in den Kader zurück, was Kubo zumindest ein bisschen Variationsmöglichkeit gibt: "Nach vorne müssen wir sehen, was geht. Vielleicht können wir auch gegen Münnerstadt einen Punkt kratzen." Sein Gegenüber Thomas Dietz erwartet ein schwieriges Spiel mit einem hoffentlich optimalen Ausgang für sein Team. "Münnerstadt hat in der Bezirksliga in Riedenberg noch nicht gewonnen. Das wollen wir ändern und drei Punkte mitnehmen. Dann hätten wir unser Ziel, 40 Punkte zu holen, erreicht und müssten nicht mehr nach hinten sehen. Aber es wird nicht einfach." Auf Münnerstädter Seite ist der Einsatz von Hansi Schmitt und Yannick Schmittzeh fraglich. "Auch wir haben personell nicht wenig Probleme. Aber jammern nützt nichts", erklärt Dietz.

Kreisliga Rhön:


Reger Spielbetrieb herrscht am Osterwochenende in der Kreisliga Rhön. Dabei kann es für viele Vereine richtungsweisend werden, sowohl im Kampf um den Aufstieg, als auch im Bestreben, die Klasse zu halten. Im Tabellenkeller steht vor allem der FC Bad Brückenau (13./21) vor schweren Prüfungen. Am Ostersamstag empfängt die Truppe von Spielertrainer Philipp Jakobsche zunächst Spitzenreiter FC Thulba (1./58). Dieser bahnt sich unaufhaltsam seinen Weg zurück in die Bezirksliga, aus der der FC im Jahr 2009 abgestiegen war, und möchte sich von diesem Vorhaben auch von den Sinntalern nicht abbringen lassen.


Beeindruckende Zahlen

Die nackten Zahlen sprechen klar für die Kleinhenz-Elf, die schon das Hinspiel deutlich mit 4:0 für sich entschied und sowohl die meisten Treffer (66) in der Liga erzielt hat, als auch die wenigsten Tore (18) kassierte. Doch dass die Bäderstädter immer wieder mal für eine Überraschung gut sind, bewiesen sie mit dem bockstarken Spiel beim 2:0-Auswärtserfolg in Hausen. Danach folgten allerdings Niederlagen gegen Großbardorf II (0:1) und zuletzt auch bei Abstiegskonkurrent Untererthal (1:3), was den Druck auf die Rotweißen wieder erhöht. Am Ostermontag trifft der FC Thulba auf den offensivstarken TSV Hausen (4./42), während Bad Brückenau Gastgeber für den Tabellenzweiten SV Rödelmaier (2./47) ist, der sich zumindest den Relegationsrang vor der Konkurrenz sichern will.


Gegensätze in Rannungen

Schärfster Kontrahent um Platz zwei ist derzeit der TSV Rannungen (3./46). Das Team von Trainer Werner Köhler hat den TSV Nordheim/Rhön (12./22) zu Gast. Nordheim musste sich jüngst beim 1:4 in Thulba chancenlos geschlagen geben und schwebt in großer Abstiegsgefahr. Dagegen ist die Köhler-Elf seit stolzen 14 Spielen ungeschlagen, bekam allerdings nach dem Auswärtssieg in Bad Königshofen (2:1) 45 Stunden später im Heimspiel gegen Garitz (1:1) einen kleinen Dämpfer und verlor Platz zwei wieder an Rödelmaier. Mit einem Sieg über Nordheim könnten die "Gücker" ihre Serie ausbauen und zusätzlich ein klares Signal im Kampf um den Aufstieg an die Konkurrenz senden.

Dass mit dem SV Garitz (14./19) noch zu rechnen ist - was den Klassenerhalt angeht - bewiesen die Sadowski-Schützlinge nicht erst beim verdient erkämpften Auswärtspunkt in Rannungen. Auch in den Partien zuvor duellierten sich die Grün-Weißen lange auf Augenhöhe mit Spitzenreiter Thulba, ehe eine 3:5-Niederlage zu Buche stand, während Aufsteiger Untererthal auswärts klar mit 4:0 in die Schranken gewiesen wurde. Zunächst ist der FC Eibstadt 05 (10./28) zu Gast in Garitz. Der Emporkömmling aus dem Grabfeld spielte eine starke Vorrunde, doch in der Rückrunde stockte der Motor bisher gehörig. Erst am vergangenen Wochenende konnten die 05er nach zuvor sieben sieglosen Spielen wieder einen Dreier einfahren. Der stand gegen Schlusslicht Heustreu/Hollstadt auf Messers Schneide. Erst in der Nachspielzeit gelang Michael Süß der siegbringende 2:1-Treffer.


Von Spiel zu Spiel denken

Am Ostermontag steht für die Garitzer das Derby beim VfR Sulzthal (15/18) ins Haus. Ein Punkt trennt derzeit beide Teams in der Tabelle voneinander, beide wollen zumindest auf einen der Relegationsplätze springen. Das Hinspiel endete leistungsgerecht mit 2:2. Zwei Tage zuvor treffen die Sulzler auf den TSV Hausen/Rhön (4./42), der sich trotz des Negativtrends von drei Pleiten in Serie immer noch berechtigte Hoffnungen auf Relegationsplatz zwei machen kann. Die Penquitt-Elf heimste in den vergangenen vier Partien zehn Punkte ein und denkt weiter von Spiel zu Spiel. Zuletzt verpassten die Sulzler beim 1:1 in Burgwallbach den vierten Sieg in Folge, der aufgrund des Spielverlaufs nicht unverdient gewesen wäre. Die Partie der Vorrunde gewannen die Häusler nach 0:2-Rückstand noch mit 6:3 und bewiesen da, was offensiv in ihnen steckt.


Erfolg gegen direkte Konkurrenz

Mit drei Siegen in Folge hievte sich der FC Untererthal (9./29) auf einen Nichtabstiegsplatz. Dass die Erfolge allesamt gegen die direkte Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt gefeiert wurden, zeigt, dass die Elf von Spielertrainer Michael Hammer da ist, wenn sie gefordert wird. Der Gastauftritt beim VfL Sportfreunde Bad Neustadt (8./34) ist der einzige an diesem Wochenende, dürfte die Hammer-Elf allerdings trotz der eigenen Auswärtsstärke extrem fordern, denn die Neuschter sind zuhause eine Macht. 27 ihrer 34 geholten Punkte ergatterten sie auf eigenem Geläuf. Zudem präsentiert sich Maximilian Mosandl derzeit in bestechender Form und kommt schon auf 20 Saisontore, was Platz zwei in der Torjägerliste der Kreisliga hinter dem Burgwallbacher Benedikt Floth (21) bedeutet.