Ein neuer alter Bekannter in Riedenberg

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Hat nach der "einvernehmlichen" Trennung von Rüdiger Klug wieder das Sagen auf der Riedenberger Bank: Marius Kubo, der den SV bereits in der Saison 2014/15 coachte. Foto: ssp/Archiv
Hat nach der "einvernehmlichen" Trennung von Rüdiger Klug wieder das Sagen auf der Riedenberger Bank: Marius Kubo, der den SV bereits in der Saison 2014/15 coachte. Foto: ssp/Archiv

Der FC 06 als offensivstärkste Mannschaft will die stabilste Defensive der Liga knacken. Der SV und Trainer Rüdiger Klug gehen ab sofort getrennte Wege.

FC Bad Kissingen - Euerbach/Kützberg (Samstag, 14 Uhr)

Etwas überraschend erwischte es Spitzenreiter FC 06 Bad Kissingen (1./31) bei Kellerkind FT Schweinfurt. Mit 1:2 zogen die Lutz-Schützlinge auf der Maibacher Höhe den Kürzeren. Mit dem SV Euerbach/Kützberg (4./24) gastiert nun eine Mannschaft im Dr.-Hans-Weiß-Sportpark, die ebenfalls unerwartet zuhause gegen Außenseiter Ramsthal (0:1) verlor. Für 06-Coach Thomas Lutz ist es nicht ungewöhnlich, dass die Spitzenmannschaften teilweise Federn lassen: "Die Plätze sind tiefer, dadurch entstehen öfter Kampfspiele." In Schweinfurt hatten seine Jungs anfangs Probleme, das Runde ins Eckige zu bekommen, ehe in Durchgang zwei die Passgenauigkeit komplett verloren ging. "Schweinfurt hat sehr gut gegen den Ball gearbeitet und insgesamt eine gute Mannschaftsleistung gezeigt. Dadurch haben wir auch keinen Druck mehr vor das Tor gebracht", kamen für Lutz verschiedene Faktoren zusammen. Gegen Euerbach treffen die 06er als mit 36 erzielten Treffern offensivstärkste Mannschaft auf die stabilste Defensive der Liga mit erst acht Gegentoren. "Mit Andrei Puscas und Ervin Gergely haben wir zwei, die vorne Betrieb machen und auch Anthony Brinkley und Vlad Ruja sind mit ihren Dribblings eine Waffe für uns. Aber Euerbach ist gut strukturiert im Umschaltspiel", baut Kissingens Coach erneut auf eigene Offensivpower mit dem nötigen Blick nach hinten. Mit Christian Heilmann kehrt eine routinierte Defensivstütze wieder in den Kader zurück.

SV Riedenberg - FSV Krum (Samstag, 14 Uhr)

Für viele doch überraschend gehen der SV Riedenberg (13./12) und Trainer Rüdiger Klug seit dieser Woche getrennte Wege. Der SV-Abteilungsleiter Stefan Dorn bedauert diese Entscheidung: "Meine Zusammenarbeit mit Rüdiger war die letzten eineinhalb Jahre sehr eng. Er ist mir als Mensch und Freund sehr wichtig. Deshalb finde ich es schade, und grundsätzlich hätte ich gern mit ihm weitergemacht. Aber es sind Stimmen aus der Mannschaft laut geworden, dass zumindest einige Spieler im sportlichen Bereich nicht mehr auf einer Wellenlänge mit dem Trainer waren und die Mannschaft irgendwo die Einstellung zum Training etwas verloren hat. Letztlich hat uns Rüdiger die Entscheidung abgenommen, obwohl ihm die wenigste Schuld trifft, denn es ist die Mannschaft, die auf dem Platz Fußball spielt." Bereits zum Heimspiel am Samstag gegen den FSV Krum (11./16) steht ein neuer Mann an der Linie, der alles andere als unbekannt ist. Klugs Vorgänger Marius Kubo ist gleichzeitig auch sein Nachfolger. "Als feststand, dass Rüdiger und wir uns trennen, habe ich Marius, mit dem ich noch in gutem Kontakt stand, angerufen und gefragt, ob er uns helfen kann. Und er hat spontan zugesagt", konnte Riedenbergs Abteilungsleiter das Vakuum auf der Trainerposition sehr schnell lösen. Gegen Krum hofft Dorn auf eine Reaktion der Mannschaft. "Die ist jetzt ganz klar in der Pflicht und muss abliefern. Krum hat zuletzt zweimal gewonnen und kommt mit breiter Brust. Wir werden aber alles geben, um wieder den Anschluss ans Mittelfeld herzustellen. Das gilt natürlich auch für die nächsten Spiele."

SV Ramsthal - SV-DJK Oberschwarzach (Sonntag, 14 Uhr)

"So etwas gibt's auch nicht jede Woche zu sehen! Das war überragender Kampf und emotional fantastisch. Wir haben wahnsinnig gut verteidigt", freute sich Nico Schell, der Coach des SV Ramsthal (15./9) über den 1:0-Coup seines Teams bei Titelmitfavorit Euerbach/Kützberg. Eine ganz andere Begegnung erwartet Schell im Aufeinandertreffen mit dem SV-DJK Oberschwarzach (6./21). "Oberschwarzach kommt über Einsatz und mannschaftliche Geschlossenheit. Es zeichnet sie aus, dass sie niemals aufgeben. Offensiv sind sie über ihren Spielertrainer Simon Müller sowie Kapitän Sebastian Reinstein sehr gefährlich." Der Tabellensechste konnte aus den vergangenen drei Begegnungen immerhin sieben Zähler einheimsen und hätte auch jüngst beim Derby gegen Geesdorf (1:1) den Platz als Sieger verlassen müssen. Doch da hatte ein überragender Gästekeeper Dominik Holzmann etwas dagegen. "Wir wollen gegen Oberschwarzach wieder unser Bestmöglichstes zeigen, in spielerischer wie in kämpferischer Hinsicht. Aber wir werden uns weiterhin keinen Druck machen. Das tut uns gut, dadurch können wir freier aufspielen", blickt der SV-Trainer dem Heimmatch gelassen entgegen. Dieses findet übrigens nicht in Ramsthal statt, sondern - wie auch das Landkreisderby am 20. November 2016 gegen den TSV Münnerstadt - auf dem Platz von Kooperationspartner SV Wirmsthal.

TSV Forst - TSV Münnerstadt
(Sonntag, 14 Uhr)

Vor einer kniffligen Aufgabe steht der TSV Münnerstadt (3./25) in der Auswärtspartie beim TSV Forst (8./19). Zwar rangiert die Truppe von Trainer Udo Romeis nur sechs Punkte hinter den Mürschtern, doch zeigte sie im bisherigen Saisonverlauf zwei Gesichter - auswärts pfui, zuhause hui. Auf eigenem Terrain ist man bei fünf Siegen und einem Remis noch ungeschlagen, während bei Auswärtsdreiern die Null steht. Spiegelbildlich sind hierfür die vergangenen beiden Partien. Einem 5:2-Husarenritt über das Spitzenteam aus Dampfach folgte eine 1:2-Pleite in Strahlungen. "Forst hat mit Florian Hetzel, Eray Cadiroglu und Tobias Düring starke Einzelspieler. Wir benötigen eine gute Einstellung, um bei diesem heimstarken Team zu bestehen", warnt Münnerstadts Coach Thomas Dietz vor dem Gegner, der in der vergangenen Saison dem Abstieg gerade noch entgangen ist. Die Nägelsieder indes rehabilitierten sich für die 2:4-Niederlage in Krum und bezwangen starke Gochsheimer (1:0) durch das Tor von Niklas Markart. "Das war ein richtig gutes Fußballspiel, bei dem wir eine gute Reaktion auf das Spiel in Krum gezeigt und einen wichtigen Sieg eingefahren haben", freute sich Dietz trotz aller Verletzungssorgen über den Sprung in der Tabelle. So fällt Lukas Katzenberger (Meniskus) wohl länger aus und für Pechvogel Julian Göller dürfte die Saison nach erneutem Innenbandriss im Knie komplett beendet sein. Da Tobias Kröckel ebenso fehlt wie wohl auch Sebastian Halupczok, ist der an sich große Kader des TSV relativ ausgedünnt. Hoffnung macht sich Dietz auf eine Rückkehr seines Torjägers Simon Snaschel.